Österreich: China vergrößert Anteil am Mobilfunkmarkt

Der Hongkonger Konzern Hutchison Whampoa steht kurz vor der Übernahme des österreichischen Mobilfunkanbieters Orange Austria. Damit würde Hutchison zur Nummer drei am österreichischen Mobilfunkmarkt aufsteigen.

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Das Interesse Chinas an europäischen Unternehmen ist ungestillt. Nun soll der Einfluss im Mobilfunkmarkt ausgeweitet werden. Der Konzern Hutchison Whampoa ist kurz davor, den österreichischen Anbieter Orange Austria zu übernehmen, die Nummer drei auf dem österreichischen Markt. Für 1,3 Milliarden Euro inklusive Schulden soll Orange Austria, das derzeit von dem Finanzinvestor Mid Europa und der France Telecom gehalten wird, den Eigentümer wechseln, teilte der Hutchison am Freitag mit.

Teile von Orange Austria sollen an Telekom Austria weitergereicht werden. Für die Marke YESSS!, Frequenzen, Basisstationen und einige Urheberrechte wird die Telekom Austria 390 Millionen Euro zahlen. Die Transaktion soll Mitte 2012 erfolgen. Für die endgültige Übernahme von Orange Austria durch Hutchison bedarf es allerdings noch einer Zustimmung der Regulierungsbehörden für die Übertragung von YESSS! an die Telekom Austria.

Hutchison kann mit diesem Kauf seine Präsenz am österreichischen Mobilfunkmarkt deutlich ausbauen. Derzeit ist das Unternehmen mit Hutchison 3G die Nummer vier am hart umkämpften, österreichischen Mobilfunkmarkt. Mit der Übernahme wäre Hutchison die Nummer drei nach T-Mobile und dem Marktführer A1. Ende 2010 erreichte Orange Austria mit 2,3 Millionen Kunden einen Marktanteil von 20 Prozent. Auch in Großbritannien, Italien und Australien besitzt Hutchisons 3G Funknetzwerke.

Weltweit beschäftigt Hutchison mehr als 120.000 Mitarbeiter und ist in fünf Branchen in insgesamt 37 Ländern aktiv: Telekommunikation, Immobilien und Hotels, Handel und Produktion, Energie und Infrastruktur und Schiffshäfen mit den entsprechenden Dienstleistungen. Vergangenes Jahr erst erwarb Hutchison das britische Dienstleistungsunternehmen Northumbrian Water Group, die mehrere Unternehmen im Bereich Wasserversorgung, Kanalisation und Abwasser Industrie vereinigt. 2010 beispielsweise ging das britische Stromverteilungsnetz von Frankreichs EDF ebenfalls an Hutchison.

Bereits in den vergangenen Monaten sind chinesische Unternehmen vermehrt in Europa aktiv gewesen. Nach einem erfolgreichen Einstieg in die portugiesische Energieversorgung (mehr hier) kaufte ein staatlicher Fonds aus China Anteile des größten Wasserversorgers Großbritanniens (8,6 Prozent am Unternehmen erstand der Fonds zunächst – mehr hier).

Die europäischen Unternehmen sind, gebeutelt von der Krise, ein lukratives Geschäft für China (mehr hier). Deutlich interessanter als der alleinige Kauf von Staatsanleihen (dies spürte auch Merkel erneut bei ihrem China Besuch – mehr dazu hier).

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  1. Bert sagt:

    Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Die Chinesen haben den arroganten Westen und die Opiumkriege nie vergessen. Die Rache kommt langsam und unerwartet.