Barroso verteidigt sein Heimatland: „Portugal ist nicht pleite“

Portugal werde die Krise überwinden und setze die geforderten Maßnahmen sehr gut um. Von einer Pleite könne also nicht die Rede sein, so José Manuel Barroso. Der Blick auf die Zinsen und das Rating des Landes sagt etwas anderes.

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Auf einem Treffen von Industriellen in Lissabon verteidigte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, die Stabilität seines Landes. Portugal setze die geforderten Maßnahmen erfolgreich um. „Ich bin überzeugt, als Präsident der Europäischen Kommission, aber auch als portugiesischer Staatsbürger, dass Portugal bei der Überwindung seiner Schwierigkeiten erfolgreich sein wird“, sagte er. „Es gibt keinen objektiven Grund von einer Pleite zu sprechen oder Katastrophenszenarien zu nähren“, so Barroso, der früher portugiesischer Ministerpräsident in Lissabon war.

Das jüngste Downgrade Portugals durch die Ratingagentur S&P verlieh der Kreditwürdigkeit des Landes den Schrottstatus (Fitch kam bereits November zu diesem Schluss, hier). Angesichts der 30 Milliarden, die Portugal kurzfristig für die Schulden von staatlichen Unternehmen aufbringen muss (mehr dazu hier), sind die Worte Barrosos wohl eher als Beruhigung für die Investoren gedacht. Die Zinsen für portugiesische Staatsanleihen waren zuletzt so hoch, dass die EZB vermehrt am Sekundärmarkt eingreifen musste (mehr hier).

Die Investoren fürchten, dass auch in Portugal ein Schuldenschnitt der nächste Schritt sein wird. Wie schwierig die Umsetzung einer solchen Umschuldung ist, sieht man bereits an Griechenland, wo seit Wochen über einen solchen gestritten wird (Hier erwägen die Hedge-Fonds sogar rechtliche Schritte – mehr hier).

„Wenn es so weiter geht, dann besteht eine 100 prozentige Wahrscheinlichkeit, dass Portugal Bankrott geht“, sagte Paul De Grauwe, Professor an der belgischen Universität von Leuven, in einem Interview mit Bloomberg. Man wiederhole die Situation in Griechenland. Seiner Meinung nach müsste die EZB viel deutlicher in den Staatsanleihenmarkt eingreifen, um die Entwicklung Portugals aufzuhalten.

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Kommentare

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  1. Portofriesin sagt:

    Ich würde dem Herrn, eine Reise durch sein Heimatland empfehlen.
    Die Algarve z.B., verwaiste Einkaufszentren, leere Autobahnen (die Gebühren können die Portugiesen nicht mehr bezahlen), ganze Strassenzüge in den Innenstädten mit geschlossenen Geschäften, die Schlange jeden morgen vor den Arbeitsämtern und der Sozialversicherung…..Rentner die bereits seit 1 jahr auf ihren Rentenbescheid warten, Sozialhilfeempfänger die ihr 50 – 160 Euro per Monat, für Februar nicht erhalten haben…….
    Traut er sich etwa nicht?

  2. Mecky sagt:

    Baroso ,Merkel und CO.alles ein und dasselbe.Es werden nur positive Nachrichten über die vom Staat zensierten öffentlichen Medien verbreitet um das dumme Volk in Sicherheit zu wiegen,und die Märkte zu beruhigen.Es werden leider alle Lügen,sind Sie auch noch so schamlos, von unseren lethargischen Bürgern geglaubt.Die Umfragewerte von unserer Kanzlerin,steigen stetig an,weil die Menschen über den Schmarrn den Sie ihnen erzählt nicht nachdenken.Dabei müssten Sie doch wissen, das die Merkel Ihren Hals immer in die Windrichtung dreht.Was interessiert Sie Ihr eigenes Geschwätz von Gestern?Einen Scheissdreck!Aber ich befürchte,das dieser nur dem Großkapital unterstellten Marionette,selbst dann noch die Stange gehalten wird,wenn sie merken das Sie vollkommen an die EU.verschachert worden sind,und Sie nicht nur wie hoch und heilig beschworen für die 220Milliarden zur Kasse gebeten werden,sondern für ein paar Billionen.Es ist nur eine Frage der Zeit,bis unsere eiserne Kanzlerin,wie immer umfällt,und den Verbrecherbanden (Banken,)zu deren Rettung alle Schleusen öffnet,und das einfache Volk ausbluten lässt!

  3. luther sagt:

    Barroso hat kein Problem mit seinem griechischen Milliardärsfreund (Inhaber der griechischen Euro Bank) einen gesponserten Urlaub auf dessen Jacht zu verbringen. Da gewinnt er unbezahlbare wirtschaftliche Erkenntnisse und kann den Schulterschluß zwischen EUDSSR und Finanzjongleuren zum Vorteil des großen Ganzen herstellen.

  4. Friedrich sagt:

    Hallo Wirsing,

    ich bin auch Polizist von Beruf. Guter Witz! Ich kenne auch zwei:
    1.
    Fahren 2 Polizisten auf Streife mit ihren Streifenwagen gegen einen Baum. Sagt der eine zum anderen: “ Mensch, so schnell waren wir ja noch nie an einem Unfallort !“

    2. Warum müssen Polizisten hohl sein ? Damit man, wenn man oben rein schaut, die Fußsohlen sieht.

    Wer sich , egal in welchem Beruf, verblöden lässt, ist selbst daran Schuld. Ich persönlich und viele meiner Kollegen glauben eh nicht mehr an das, was von Politikern abgesondert wird. Das Gegenteil dessen sehen wir täglich im Dienst.

    Der doofe deutsche Michel ist ja noch am schlafen. Und da ich im Sozialismus geboren bin und von da gleich in die nächste Scheiße geraten bin, war schon immer mein Motto: Immer schön die Augen auf und eine eigene Meinung haben.

    Denn wie sagte schon Einstein sinngemäß: Das Universum und die menschliche Dummheit sind unendlich !

    In diesem Sinne schönen Tag noch!

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      Zitat: „Der doofe deutsche Michel ist ja noch am schlafen. “

      Viele sind schon erwacht, ziemlich gescheit und suchen nach Möglichkeiten das Schlimmste zu vermeiden: dass dem duldsamen Michelvolk der Kragen platzt und dann Köpfe rollen, mit denen es Fussball spielen wird!

      In Zeiten des Internet können wir uns zusammentun und Wege finden, die Rechtsordnung zu bewahren bzw. wiederherzustellen.
      Das zu bekämpfende Unrecht ist vielen längst offensichtlich.

      Erst wenn alle von der Rechtsordnung zur Verfügung gestellten Rechtsbehelfe keine Aussicht auf wirksame Abhilfe bieten, bleibt die Ausübung des Widerstandes nach Art. 20 (4) das letzte verbleibende Mittel zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Rechts.

      Nach Art. 20 (3) sind Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung an Gesetz und Recht gebunden.
      Wo aber behördenseitig beispielsweise Texte verbrochen werden wie „… wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig“, werden Menschen dem Diktat einer Maschine unterworfen, für welches niemand verantwortlich zeichnet.
      Wer als vollziehende Gewalt rechtlich unwirksamen Schriftstücken Rechtswirkung verschafft, stellt sich ausserhalb der Rechtsordnung und wird dadurch zum Kriminellen.

      Oder sehen Sie das anders?

  5. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    der machts genauso wie Venezilos in GR. Für den Kollegen Baroso kommt erst P, dann lang nix, dann 5 Mistahufen, dann die EU, es sei denn es geht darum Kohle beizutreiben, dann sitzt er in der ersten Reihe.

  6. Kanufahrn! sagt:

    Barrosos Worte sind genauso glaubwürdig wie die Beteuerungen eines Autofahrers, der 3 Promille intus hat und von einer Polizeistreife angehalten wird.

    „Bin nicht betrunken“. Na, denn ist ja alles klar. Mindestens 3 Worte muss er aber noch sagen können: Kanufahrn, Eishockey und Wirsing.