UBS-Index: Der Schweiz droht eine Immobilien-Blase

Die Immobilienpreise in der Schweiz steigen unaufhaltsam – der Immobilienblasen-Index nähert sich der Risiko-Zone. Rund ein Fünftel aller Schweizer lebt in Risiko-Regionen. Zürich, Genf und Lausanne gehören dazu. Ökonomen warnen vor dem Platzen der Blase.

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Nach Berechnungen des vierteljährlichen UBS Immobilienblasen-Index (UBS Swiss Real Estate Bubble Index) befindet sich der Schweizer Immobilienmarkt auf einem riskanten Niveau. Im letzten Quartal 2011 sei der Index um 0,22 Indexpunkte auf 0,80 gestiegen. Damit liegt der Wert so hoch wie zuletzt vor knapp 20 Jahren. Anfang der 90er Jahre war die letzte Immobilienblase geplatzt. UBS sagt, die Werte zwischen 0 und 1 deuten auf einen anhaltenden Boom hin. Jedoch würde sich der steile Anstieg der Preise schon besorgniserregend der Risiko-Zone nähern.

Die Bank sieht die Ursachen für den rapiden Index-Anstieg in der starken Zunahme der Eigenheimpreise im Vergleich zu der rückläufigen Teuerung und dem stagnierenden Einkommen. Das starke Auseinanderklaffen von Einkommen und Immobilienpreisen sei ein wichtiges Indiz für die wenig nachhaltige Preisentwicklung. Weiter angeheizt werde die Preisblase zudem durch die rekordtiefen Zinsen. Die UBS stellt zudem ein gesteigertes Interesse an Immobilien als Finanzinvestition fest.

Bereits jetzt lebe rund ein Fünftel der Schweizer Bevölkerung in Risiko-Regionen. Diese seien vor allem dicht besiedelte Ballungsgebiete wie Zürich, Lausanne oder Genf. Die bedeutenden Agglomerationsregionen Zug, Pfannenstiel, Zimmerberg, March, Vevey, Morges und Nyon sowie die Tourismusregionen Davos und Oberengadin gehören nach Angaben der Bank ebenso dazu.

Daneben stehen Regionen, die noch nicht zu den Risikoregionen gehören, aber schon deutliches Gefährdungspotential aufweisen. Dazu zählen Regionen um Basel-Stadt, Glattal-Furttal und das Knonaueramt. Ebenso in diese Kategorie gehören das Limmattal, Unteres Baselbiet und Saanen-Obersimmental.

Die UBS geht davon aus, dass sich die Lage weiter verschärfen werde. Für das gesamte Jahr erwarten die Ökonomen einen Rückgang der Konsumentenpreise um 0,3 Prozent und nur noch ein schwaches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Bedeutet: Das schwache Wirtschaftsumfeld rechtfertige keine weiteren Preissteigerungen. Aber aufgrund der niedrigen Zinsen sei keine Abschwächung der Nachfrage bis Ende 2012 zu erwarten – also auch kein Ende des Booms. Doch früher oder später werden die Preise fallen, so die UBS.

Eine ähnliche Entwicklung ist übrigens in Norwegen zu beobachten: Auch dort erwarten Beobachter das Platzen einer Immobilienblase (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Thomas sagt:

    Statt hunderte Mrd. Euro aufzukaufen und damit Verluste zu machen, sollten die Schweizer die Euro Bindung aufgeben, die Zinsen hochsetzen und mit den eingesparten „Wechselkurs-Stabilisierungs-Mrd.“ lieber die heimische Wirtschaft beim Abfangen der Auswirkungen der starken CHF-Aufwertung unterstützen. Das Währungsspiel hat noch keine Zentralbank gewonnen und stattdessen gab’s nur blutige Nasen. Also das Geld ist eh verloren, dann lieber damit direkt die Realwirtschaft temporär unterstützen.