IWF: Euro-Krise kann zu China-Crash führen

Eine Rezession in der Euro-Zone könnte das Wachstum Chinas halbieren, warnte der Internationale Währungsfonds. China sei gezwungen, kurzfristig gegenzusteuern: Das könne mit Steuersenkungen und Konjunkturprogrammen geschehen. Eine Dauerlösung sei dies jedoch nicht.

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Sollte sich die Situation in Europa verschlechtern, bestehe eine akute Gefahr für Chinas Wachstum, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des IWF. Eine europaweite Rezession (in Spanien und Belgien ist sie bereits eingetreten – mehr hier) könnte das Wirtschaftswachstum um 4 Prozentpunkte verringern. Das ist fast die Hälfte des derzeitig vorhergesagten Wertes: Ursprünglich rechnete der IWF für 2012 mit einem Wachstum von 8,2 Prozent in China. Die ersten Auswirkungen der Euro-Krise spürt das Land bereits: Im vergangenen Jahr hatte China das geringste Wachstum seit zweieinhalb Jahren (mehr hier).

Um diesem entgegenzuwirken solle die chinesische Regierung beispielsweise die Inlandsnachfrage ankurbeln und Steuersenkungen anstreben. Die Einnahmen durch Steuern machen Bloomberg zufolge drei Prozent des chinesischen BIP aus. Besonders müsste jedoch die Geldpolitik des Landes angepasst werden. „Die monetären Eingriffe sollten fein auf die Wirtschaft abgestimmt werden, um eine bescheidene Aufstockung der Kredite an die Wirtschaft zu ermöglichen“, heißt es in dem Bericht. Der Mittelstand Chinas ist bereits jetzt stark angeschlagen (hier). Der Grund für die Forderung nach lediglich leichten, geldpolitischen Maßnahmen sind Bedenken des IWF hinsichtlich der Kreditqualität und Bilanzen der chinesischen Banken (ganz zu schweigen von den hochverschuldeten Gemeinden – hier).

Zudem müssten die sich nun verlangsamenden Kursgewinne „als Chance gesehen werden, die inflationsbereinigten Zinssätze für Kredite und Einlagen zu erhöhen“. Dementsprechend rät der IWF, die Geldmenge M2 in diesem Jahr um 14 Prozent zu steigern, aber nicht stärker. Diese Geldmenge beinhaltet das umlaufende Bargeld, täglich fällige Einlagen (Sichteinlagen), Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren (Termineinlagen) sowie Einlagen mit einer abgesprochenen Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten (Spareinlagen). 2011 wuchs die Geldmenge M2 um 13,6 Prozent, 16 Prozent hatte die Regierung erreichen wollen.

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Kommentare

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  1. MIKEMT sagt:

    Wenn ich nun einmal gehässig sein soll: Dies ist gelebte Globalisierung.
    Ob da noch Altwerden wünschenswert ist?
    Wahrscheinlich kann man das in Zukunft nur, wenn man die Informationsselektion
    aktiv betreibt.

  2. Alba Maria sagt:

    Seit Frau Lagarde an der Spitze des IWF steht, gibt es jeden Tag neue Panikmeldungen. Ich denke auch, dass hier in erster Linie die Französin in ihr spricht und nicht die Chefin einer internationalen Organisation. Am besten einfach nur noch ignorieren.

  3. Holger sagt:

    Labert doch nicht so einen Quatsch !
    China wird schon von ganz alleine Systemprobleme bekommen.

    Mittlerweile haben nun auch schon die Chinesen mitbekommen,welche Krankheit der
    Westen ist…

  4. mueller sagt:

    liebe redaktion
    ich fände es hilfreich, wenn ihr hier noch kurz die auswirkung auf den us haushalt und -markt skizzieren würdet… hab das gefühl, dass das hier n ganz wichtiges puzzlesteinchen in dem spiel ist………..