Deutsche Staats-Verschuldung steigt weiter an

Die Verschuldung Deutschlands ist im dritten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,2 Prozent auf 81,8 Prozent gestiegen. Danach gab es eine Korrektur durch einen „Rechenfehler“ bei der Bad Bank der HRE. In der ganzen Euro-Zone ist die Verschuldung auf 87,4 Prozent gestiegen.

Nicht nur der Peripherie der Euro-Zone ist der Schuldenstand gestiegen, sondern auch in Deutschland. Lag dieser im dritten Quartal 2010 noch bei 75,7 Prozent des BIP, so stieg er im dritten Quartal 2011 auf 81,8 Prozent, wie die neuesten Daten von Eurostat zeigen. Lediglich gegenüber dem Vorquartal ist ein minimaler Rückgang von 0,2 Prozent erreicht worden.

Deutschland profitierte in seiner Schuldenpolitik seit Langem von den günstigen Zinsen für seine Bundesanleihen. So kann das Land entsprechend einfach die fälligen Kredite refinanzieren. Je günstiger die Zinsen, desto kleiner letztendlich der Anstieg der Verschuldung. Teilweise wurden bei deutschen Anleihen sogar Negativzinsen gezahlt – in diesem Fall zahlten die Investoren drauf (mehr hier). Der ominöse 55 Milliarden Euro Fund der HRE im letzten Quartal 2011 dürfte Deutschland auch im vierten Quartal des Jahres 2011 einen leichten Rückgang des Schuldenstands gewähren (mehr über diese elegante Art der Verbesserung der Optik – hier).

Der öffentliche Schuldenstand der gesamten Euro-Zone liegt derzeit bei 87,4 Prozent gemessen am BIP. Das ist zwar ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zum 2. Quartal 2011. Gegenüber dem dritten Quartal 2010 hat sich die Verschuldung des Euro-Raums jedoch um 4,2 Prozent erhöht: In zwanzig Mitgliedsstaaten stieg der Schuldenstand gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Länder mit den höchsten Verschuldungsquoten sind im dritten Quartal Griechenland (159,1%), Italien (119,6%), Portugal (110,1%) und Irland (104,9%) gewesen.

Kommentare

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  1. keller sagt:

    bei welchen personen sind denn die bürger,die ja der staat sind,verschuldet?
    wenn politiker und verwaltungen über die verhältnisse der staatsbürger geld
    ausgeben,haben sie das dem bürger verzinst zu erstatten.

  2. Christian Kühnert sagt:

    Solange das Geldsystem das alte bleibt, solange steigen die Zinsen EXPONENTIELL (aus 1 wird 2 wird 4 wird 8 wird 16 wird 32 wird 64 wird 128 wird 256 wird 512 wird 1024 – und das ist erst die ZEHNTE Verdoppelung – das setzt sich alle zehn bis fünfzehn Jahre so fort. WIR MUSSEN DAS GELDSYSTEM ÄNDERN! FANGEN WIR NOCH HEUTE DAMIT AN!