Deutschland: Griechenland soll Wahlen verschieben

Um die festgefahrene Situation bei den verschiedenen Verhandlungen zu den Forderungen der Troika und dem Schuldenschnitt zu lösen, hat die deutsche Regierung jetzt offenbar vorgeschlagen, die Wahlen zu verschieben. Das könnte die Verwicklung von Wahlkampf und Verhandlungen aufdröseln.

Ungenannten Quellen zufolge bemühen sich die Kreditgeber Griechenlands derzeit darum, die griechischen Wahlen zu verschieben. Das berichtet die griechische Zeitung Protothema. Dieselben Quellen gaben an, dass auch die deutsche Regierung eine Verschiebung der Wahlen vorgeschlagen hat. Zumindest ein Aufschub von einem Jahr sei erwünscht. Bis dahin könne man die Verhandlungen ohne Blick auf den Wahlkampf fortsetzen. Zudem könnte bis dahin bereits begonnen werden, die Forderungen der Troika umzusetzen.

Diese Vorschlag erinnert interessanterweise an den Argumentation, die Goldman Sachs im Falle Italiens vor dem Sturz von Silvio Berlusconi verwendet hatte. Damals hatte der Europa-Chef von Goldman gesagt, „Neuwahlen in Italien wären das Schlimmste“ (hier). An anderer Stelle hatte sich Goldman über die „idiotischen Statements der europäischen Politiker“ echauffiert (hier). Die Demokratie ist also nicht unbedingt der Ort, wo sich die Investment-Banker besonders wohl fühlen.

Eine andere Quelle berichtete der Zeitung, dass Papandreou und Karatzaferis versuchen, Samaras noch zu einer Zustimmung zu bewegen. Doch besonders die Nea Dimokratia fürchtet, mit einer solchen Zustimmung die Wut der griechischen Bürger auf sich zu ziehen und die Wahlen zu verlieren.

Der griechischen Zeitung Kathimerini berichtet indes von einem Brief Papandreous, den er Papademos am späten Sonntag gegeben haben soll. Darin schlägt Papandreou vor, die Übergangsregierung nach einer Einigung über die Forderungen der TROIKA bis 2013 Griechenland regieren zu lassen.

Mit Blick auf eine tatsächliche Erwägung, die Wahlen zu verschieben, könnte auch das scheinbar erneut verschobene Treffen Papademos mit den drei Parteiführern zu verstehen sein. Reuters berichtet, dass das Treffen auf Dienstag verschoben wurde. Zuvor wurde es bereits auf heute Nachmittag verschoben.

Kommentare

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  1. Nefeli GR sagt:

    Jetzt reichts aber. Was will diese Person eigentlicht erreichen ? Den rest der Griechen auf die Barrikaden schicken ? Ich habe 24 Jahre in Deutschland gelebt . Ich habe dieses Land lieben gelernt und immer bewundert. In letzter Zeit aber merke ich das es mir immer schwerer fällt keinen Hass zu fühlen. Hass auf Merkel und diesen ein meter fünfzig kleinNapoleon Sarkozy . Wenn das Freunde sind und Helfer in der Not , wie sehen dann die Feinde aus . OK… wir Griechen haben es kappiert. Ihr wollt uns bestrafen . Vielleicht weil ihr glaubt das dieses verdammte Geld an uns Bürgern ausgegeben wird . Falsch ………………… Die Banken bekommen es . Auch Deutsche Banken die Jahrelang an uns verdient haben . Genau so wie Siemens und Hochtief und Krauss Maffei und und und an uns verdiennt haben . REICHT DAS NICHT ? Aber die Wahlen Frau Merkel die gehen nur uns was an . Und wenn ihnen die Demokratie nicht gefällt tja ….. dann ab nach ……………

  2. Silverager sagt:

    Jetzt warte ich nur noch darauf, dass Europa unter Führung Deutschlands die Wahlen in Griechenland schlicht verbietet und Griechenland demütig gehorcht, weil Gläubiger eben gehorsam sein müssen.
    Das wäre doch endlich mal ein Präzedenzfall, mit dem man in Europa ohne störende Einmischung des dummen Volkes richtig durchregieren kann.
    Nachdem schon in Griechenland und Italien nicht gewählte Goldman-Sachs-Männer „regieren“ und auch die EZB in deren Hand ist, kann man Goldman Sachs gleich noch die Ämter der Regierungschefs von Spanien und Portugal anbieten.
    Hauptsache muss natürlich sein: keine Wahlen.

  3. Syssifus sagt:

    Fr.Merkel weiß sicher noch,wie in der DDR gewählt wurde.Wissen ist Macht!

  4. poppenbüttelborn sagt:

    wenn wir in D soweit sind, werden Wahlen per Dekret abgeschafft.

  5. smile sagt:

    Die Merkel erfüllt den Plan zur sukzessiven Vernichtung D mit der Präzision eines Uhrwerks. Erst hat sie die CDU gesäubert, jetzt verschenkt sie D an den europäischen Zentralstaat. Nun greift sie zu immer extremeren Mitteln um das Unrechtsystem zur Vollendung zu bringen. Sie kämpft wie alle EU-Verbrecher um ihre Existenz. weil D mit dem €-Ideologie quasi schon ruiniert wurde, man versucht sich mit den Auswirkungen in die Diktatur zu retten.

    • Einen Momang sagt:

      Offenbar wissen Sie nicht, dass die anderen deutschen Parteien in dieselbe Richtung wollen, nur schneller. Mit konsequentem Bleifuß.

      • smile sagt:

        Erklären Sie mir bitte den Unterschied mit 120km/h[CDU] gegen eine Wand zu fahren oder mit 180km/h[SPD/Grüne] – das Ergebnis dürfte in beiden Fällen für die Insassen letal sein!