Frankreich: Handelsdefizit erreicht Rekordhöhe

Das französische Handelsdefizit hat sich 2011 erneut erhöht: auf 69,6 Milliarden Euro. Französische Produkte sind offenbar keine Hits mehr. Frankreichs Anteil am Welthandel schrumpft.

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Inmitten des Wahlkampfs darf sich Frankreichs Präsident Sarkozy gleich wieder mit neuen Wirtschaftsdaten auseinandersetzen (jüngst wurde der Umsatzeinbruch in der Automobilbranche deutlich – hier). In einem Interview mit der Tageszeitung Le Figaro räumte der Staatssekretär im französischen Handelsministerium, Pierre Lellouche, den Rekordwert von 69,6 Milliarden Euro ein. Zwar rechnete er ursprünglich sogar mit einem Defizit von 75 Milliarden – aber das letzte Rekord-Defizit erreichte Frankreich im Jahr 2008. Damals lag es allerdings bei 56,2 Milliarden Euro.

So stiegen 2011 eben Frankreichs Importe um elf Prozent auf 498 Milliarden Euro. Die Exporte wuchsen jedoch lediglich um 8,6 Prozent auf 429 Milliarden Euro und damit deutlich weniger als in Deutschland. Ein Grund mehr für Sarkozy, die deutsch-französische Beziehungen auszubauen und sich wirtschaftlich Deutschland anzunähern (wie durch die Vereinheitlichung der Umsatzsteuer – hier). Insgesamt sank der Anteil Frankreichs am Welthandel seit 1990 von 6,2 Prozent auf 3,6 Prozent.

Pierre Lellouche zeigte sich dennoch nicht besorgt: „Wir können mit den guten Ergebnissen in bestimmten Branchen zufrieden sein.“ Gemeint sind die Agrar-und Ernährungswirtschaft mit einem historischen Überschuss von 11,4 Milliarden Euro und die Luftfahrt mit einem Überschuss von 17,7 Milliarden Euro. Letzterer profitierte vor allem vom Verkauf der 534 Airbus-Flugzeuge.

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Kommentare

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  1. bauer sagt:

    @majo könig

    ich will kein 4. Reich

    Mal davon abgesehen, daß die meisten, die bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit voller Zivielcourage auf ein ein System einprügeln, das vor 67(!) Jahren untergegangen ist – was bitte soll das 4.Reich denn sein?
    Der westliche Parlamentarismus (die Macht hinter jeder Macht ist das Geld. Es gibt nur eine Macht, die stärker ist, als Geld …) hat nichts, aber auch garnichts mit Demokratie zu tun. „Demokratie“ made in USA heißt: Kapitalismus! Kapitalismus heißt: Globalisierung! Globalisierung heißt: Arbeitslosigkeit, Massenelend, Verteilungskämpfe, Weltbürgerkrieg, Mord und Totschlag …
    Also bitte nicht jeden Tag aufs neue voller Tapferkeit auf den EINEN einprügeln, der 45 für immer gegangen ist – und nun wirklich nichts mit der Weltdiktatur der Geldverleiher (Globalisierung) zu tun haben kann. Egal, was der Guido Knopp zusammenfälscht.
    Mannesmut vor Königthronen ist gefragt – kein feiges auf Gräber pinkeln …

  2. Freiberufler sagt:

    Die Franzosen wissen, wie man Subventionen abzockt und die EU mit Agrarmist überschwemmt. Die Spanier machen das zwar auch, aber in keinem Land, das ich kenne, sind Obst und Gemüse so schlecht und teuer wie in Frankreich. Das Preisniveau liegt 30 – 50 % über dem deutschen und das Zeug ist wirklich lausig.

    Und wenn man dann fragt, warum die Nektarinen 5 € kosten. „Die vielen Sozialabgaben.“
    Aber deswegen kaufe ich sie trotzdem nicht.