Griechische Linke droht: Unsere Pleite kostet Deutschland 500 Milliarden

Die griechische Opposition ist wütend. Statt mit „zweitklassigen“ Troika-Mitarbeitern zu verhandeln, sollten die Griechen lieber die ungeordnete Insolvenz in Kauf nehmen. Das Geld fehle den Europäern eher als den Griechen.

Die zwei kommunistischen Parteien Griechenlands machen in griechischen Medien ihrem Unmut Luft. Alexis Tsipras, der Kopf der SYRIZA Partei sagte bei einem Auftritt bei Skai TV, die Schuldenkrise sein kein griechisches Problem, sondern ein europäisches. Griechenland sollte eher eine ungeordnete Insolvenz in Betracht ziehen, als weiter mit „zweitklassigen“ Mitarbeitern der Troika zu verhandeln. Griechenland sei der „Sündenbock“.

„Wenn wir in eine ungeordnete Insolvenz geführt werden, wird es ein Problem für das Bankensystem geben, für die Gehälter und Pensionen, aber nicht nur Griechenland wird Probleme haben“, sagte Alexis Tsipras. Eine Insolvenz Griechenlands würde allein Deutschland 500 Milliarden Euro kosten. Auch wenn diese Zahl nicht korrekt ist, nutzt Alexis Tsipras ganz absichtlich den Blick nach Deutschland. Schließlich kamen von hier auch die Vorschläge zum Budget-Kommissar (hier) und neuerdings im Zusammenschluss mit Frankreich zum Sperrkonto für Griechenland (hier). Es ist eine ganz klare Warnung an Deutschland, sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen.

Statt auf Sparmaßnahmen solle man sich eher auf Wachstumspolitik und die Umverteilung von Reichtum konzentrieren. Eine Lösung sei, so Alexis Tsipras, Griechenland zu erlauben, über einen Zeitraum von drei Jahren keine jährlichen Zinsen von 17 Milliarden Euro für die Schulden zu zahlen, sondern dieses Geld in wachstumsfördernde Maßnahmen zu stecken.

Alexis Tsipras äußerte jedoch auch harte Kritik an Papademos und seiner Regierung. Mit Blick auf die Verhandlungen zwischen den drei Parteiführern und Papademos sagte er: „Sie geben vor, zu verhandeln. Das ist blanker Hohn. Wir alle wissen, dass sie den Deal bereits unterzeichnet haben.“ Ähnlich klingt auch Nikos Sofianos von der KKE (Kommounistikó Kómma Elládas) – ebenfalls eine kommunistische, griechische Partei. Einem lokalen Radiosender sagte er, die Regierung Papademos sei nicht nur „gefährlich“, sondern „mörderisch“. „Diese Maßnahmen töten die Griechen, eine ganze Nation.“

Kommentare

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  1. G.N. sagt:

    Ich kann Alexis Tsipras gut verstehen, denn er hat ja vollkommen recht.
    Doch in einem Punkt irrt er sich. Seinen Protest sollte er nicht an DEUTSCHLAND schicken, denn das deutsche Volk ist vollkommen entrechtet und entmündigt. Wir haben NICHTS mehr mitzureden oder zu bestimmen, noch nicht einmal durch die Abgabe unserer Wahlstimmen, denn uns hat niemand je gefragt, ob wir dieses Europa oder den Euro wollen!!! Er sollte den Prostest an die Politiker in der Deustchen Regierung schicken: an MERKEL und Schäuble!

  2. völlig unwichtig sagt:

    Pleite hin oder her… QUATSCH ! Kosten wird uns das G A R N I C H T S ! !

    Warum ?

    Wir sind eh selber pleite…da ist es egal, ob ein paar Milliarden mehr oder weniger, die machen den (Altkanzler) Kohl auch nicht fett 😉

    Griechenland, Portugal, Italien, Belgien, Frankreich…..Deutschland… alle werden fallen …..dann is wieder Mittelalter.

    Gute Nacht EURO-EZB-Diktatur

    Demokratie hats hier nie gegeben, denn hier wurde das Volk nicht befragt, wohl aber die Lobbyisten und Großkapitalisten. Wir wollten keinen Euro…

    • Horst G Ludwig sagt:

      Völlig richtig auf den Punkt gebracht. Ist ja kaum auszuhalten was allenorts an unterbelichtetem Verständnis über das Finanznetzwerk vorhanden ist. Gruss

  3. Donnerkeilchen sagt:

    geht, werft den € über Bord und verlaßt auch die EU oder wollt ihr wirklich in einem deutsch-französischen Protektorat unter der Führung eines deutschen Gauleiters weiterleben, der euch die nächsten 100 Jahre dank Sonderkonto, das Taschengeld zuteilt?

    Europa hat sich nicht als Freund in der Not gezeigt, wozu dann also Europa?