Monti: Griechenland-Pleite hätte keine Auswirkungen auf Italien

Mario Monti glaubt, dass Italien noch vor wenigen Monaten durch eine Griechenland-Pleite gefährdet gewesen wäre. Heute sei das anders, wegen seines Sparprogramms. Trotzdem solle Deutschland mehr Geld in den Rettungsfonds einzahlen – einfach um die Märkte zu beeindrucken.

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„Noch vor einigen Monaten wären die Konsequenzen einer griechischen Pleite für Italien sehr extrem gewesen“, sagte Mario Monti in einem Interview mit Margaret Warner in Rom. „Jetzt, auch wenn ich nicht hoffe, dass es in Griechenland eine Pleite geben wird, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir weniger getroffen werden würden.“ Die Märkte, die EU-Institutionen und die globale Gemeinschaft hätten gesehen, dass in Italien seit ein paar Monaten strenge Strukturmaßnahmen durchgesetzt wurden. Die Konsolidierung des Haushaltes und Strukturreformen für mehr Wachstum wären bereits in die Wege geleitet worden.

Gefragt nach möglichen Unruhen aufgrund der harten Sparmaßnahmen in Italien, verwies Monti darauf, dass er die Opfer, die die Italiener erbringen müssen, „nicht als Forderungen von Brüssel, Deutschland oder der EZB“ präsentiere. Er erkläre die Maßnahmen vielmerh als „notwendigen Schritt für uns und zukünftige italienische Generationen“.

Mario Monti verteidigte zudem seine Forderung an Deutschland, die Rettungsschirme aufzustocken. Natürlich sollten auch andere Länder sich an einer Aufstockung beteiligen, aber Deutschland sei eben die größte Wirtschaft in der Euro-Zone. „Je mehr Geld in die Rettungsschirme fließt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es je zum Einsatz kommen wird“, so Monti. Die „Märkte wären beeindruckt“ von solch‘ einer Schlagkraft.

Die Ziele seiner Regierung sind zudem, dass die Italiener weiter die „Qualitäten, die sie in ihren Genen und Traditionen“ finden, wertschätzen. Besonders den „starken Unternehmergeist und das Gespür für Solidarität in der Gesellschaft“ müssten sie sich behalten. Dennoch müssen „wir mehr Wettbewerb und Verlässlichkeit in Hinsicht auf Unternehmen und die öffentliche Verwaltung“ einführen. Zwar seien das große Ziele für eine Regierung, deren Zeit am April 2013 endet, aber, „wenn wir wenigstens die ersten Meter schaffen, wäre das toll“.

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Kommentare

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  1. roland steinhauser sagt:

    Monti ist die Märkte !

  2. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    @ eli

    niemals, weil dem deutschen Michel dank 2 verlorener Kriege soviel Schuldgefühle eingebläut wurden, dass er lieber passiv ins Gras beißt als sich zu wehren.

  3. Heinz - Roland Esser sagt:

    Mario Monti ist die Märkte !

  4. Sakrihittn sagt:

    Wie in allen Ländern wo es heiss her geht schaffen die Reichen ihr Geld in Sicherheit….Monti hat wie sein Vorgänger (Kasperl) nicht die Reichensteuer, nicht die Erbschaftssteuer usw. eingeführt. Auch in Italien wie überall wird das Arbeitervolk zahlen bis es nicht mehr kann, und dann heisst es auch hier buona notte a tutti….

  5. eli sagt:

    Wann endlich sagt sich Deutschland von diesem Gefolge los?

  6. Harald sagt:

    Herr Monti, Italien ist doch ein stolzes G8 Land, wie kann es sein, daß es dauernd betteln muß? Die Reförmchen in Italien interessieren die Märkte überhaupt nicht.

    Warum soll ausgerechnet Deutschland zahlen, gegen das die geschickte italienische Diplomatie intrigiert, wo sie kann.