Rezession hat Italien erreicht

Das Wirtschaftswachstum Italiens soll im vierten Quartal noch stärker geschrumpft sein als im dritten. Damit befindet sich Italien in einer Rezession. Experten erwarten für das erste Quartal 2012 ebenfalls einen Rückgang.

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Unternehmen in Europa von Überschuldung bedroht

Italien ist trotz des Lobes von Nicolas Sarkozy über die erfolgreiche Einführung von Reformen (hier) doch nicht so erfolgreich. Und auch Mario Monti scheint mit seinen Einschätzungen eher die Märkte beruhigen zu wollen (Italien sei auf einem guten Weg und eine Griechenland-Pleite kein Risiko mehr für das Land – mehr hier). Aus Regierungskreisen hat die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass das vierte Quartal 2011 noch schlechter für die italienische Wirtschaft ausgefallen ist, als das vorangegangene Quartal – damals ging das BIP um 0,2 Prozent zurück.

Am 15. Februar werden die offiziellen Daten zum Wirtschaftswachstum von der nationalen Statistikbehörde (ISTAT) veröffentlicht. Sollten die Angaben der nicht genannten Quelle zutreffen, befindet sich Italien in einer Rezession. Der Einkaufsmanager-Index hatte bereits eine sinkende Aktivität im Fertigungs- und Dienstleistungssektor aufgezeigt – und zwar in jedem Monat seit August.

Bei einer Reuters-Umfrage vergangenen Monat rechneten 20 befragte Analysten mit einem Rückgang des italienischen BIP von 0,6 Prozent – sowohl im vierten Quartal 2011 als auch im ersten diesen Jahres. Auf das gesamte Jahr gerechnet erwarteten die Analysten einen Abfall des BIP um 1,2 Prozent. Die Bank von Italien geht von einem Rückgang um 1,5 Prozent aus. Die italienische Regierung gibt indes in ihrer offiziellen Prognose nur einen Fall von 0,4 Prozent an.

Bei den Daten für das erste Quartal in diesem Jahr werden sicher auch die Streiks (hier) und die widrigen Witterungsbedingungen einen größeren Rückgang des Wachstums zur Folge haben.

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Kommentare

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  1. schlaumeister sagt:

    Doomsday Nachrichten. Das sollte ein Titel für eine neue Sendung sein, aber wer
    strahlt die aus?

  2. Robespierre sagt:

    Ich bleibe bei meiner Vorhersage. Die Dominoday des Zerfalles der EU und USA wird von Frankreich kommen. Schon sehr bald. Lehen wir uns zurück und geniessen die grösste Show der Weltgeschichte. Danach wird die Welt Französisch – Schnecken und Frösche fressend.

    • die zeit nach der eu beginnt gerade sagt:

      Für diesen ruinösen Finanzkrieg, bei einigen auch als Versailles 2.0 bekannt, wünsche ich heute schon den Franzosen was sie uns gewünscht haben!

      Verrätern wie Verheugen möchte ich nicht mehr begegnen!

      „Wir sollen bitte nicht vergessen – dieses ganze Projekt ‘Europäische Einheit’ ist wegen Deutschland notwendig geworden. Es ging immer (darum), Deutschland einzubinden, damit es nicht zur Gefahr wird für andere. Das dürfen wir in diesem Land nicht vergessen. Wenn Sie glauben, dass das 65 Jahre nach Kriegsende keine Rolle mehr spielt, dann sind Sie vollkom-men schief gewickelt. Ich kann Ihnen nach zehn Jahren Brüssel nur sagen: das spielt jeden Tag noch, jeden Tag noch eine Rolle“.

      Günter Verheugen

      Verachtenswert und nicht Frieden schaffend nach knapp 70 Jahren, einafch unterwürfig und verwerflich!

  3. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    ich hoffe Italy wird das nächste GR, schade um Italy aber dann ist die EU definitiv Geschichte

  4. EiverBIPsch sagt:

    Von der Laune her gesehen scheint er nicht ganz so gut drauf zu sein wie sein Kollege Monty.

  5. Sakrihittn sagt:

    Wer das nicht erwartet hat ist selber Schuld, Steuern einführen bis zum geht nicht mehr und dann wundern wieso niemand mehr kauft…Das was an Steuern eingeführt wurde wird zum Schluss im Konsumverhalten wiedergespiegelt, das versteht sogar ein Grundschühler. Diese Rechnung wird nie aufgehen..

    • Fred Feuerstein sagt:

      Aber wenn schon bei der EZB die Druckpressen zum glühen heiß werden, vielleicht kommt Herr Draghi auf die Idee, dass man für Herrn Monti in Italien Erwerbsgenossenschaften gründet, die ebenfalls Banknoten drucken könnten. Sizilien wäre ein guter Boden für den Beginn, aber vielleicht machen die das schon in weiser Voraussicht. Es käme ja nichts aus der Familie. Wenn schon manche Banken in der Klemme sitzen, dann wäre das wenigstens ein Tropfen auf den heißen Stein.
      Leider aber auch keine wirkliche Lösung.