Griechenland: Krisensitzung bei Papademos

Die Parteiführer sitzen zur Stunde wieder mit Papademos zusammen. Es sieht so aus, als würden sie dem Druck der Gläubiger nachgeben. Unterdessen hat Standard & Poor’s angekündigt, Griechenland kurzfristig auf „teilweisen Zahlungsausfall“ herabzustufen.

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Das Umfeld, in dem sich Papademos mit den drei Parteiführern erneut getroffen hat, könnte nicht erdrückender sein. Erst hieß es, Georgios Karatzaferis, der Kopf der LAOS-Partei würde möglicher Weise nicht erscheinen – schlussendlich ist er doch angetreten. Und nun kündigte die Ratingagentur Standard & Poor’s an, die Kreditwürdigkeit Griechenlands möglicher Weise auf „selective default“ (teilweiser Zahlungsausfall) herabzustufen.

Wenn dann solle dies jedoch nur vorübergehend geschehen, so die Agentur, während das Land den Schuldenschnitt beschließe (der aber erst durchgeführt werden kann, wenn die Parteiführer den Forderungen der Troika zugestimmt haben – hier).Anschließend soll das Rating Griechenlands wieder hochgestuft werden – was jedoch davon abhängen soll, ob die Schulden des Landes auf ein nachhaltiges Niveau reduziert werden, sagte der S&P Analyst Frank Gill.

53 Stunden nach dem ersten Ultimatum haben sich die vier Politiker nun erneut zusammengefunden. Sechs Stunden zuvor erhielten sie den 50-seitigen Rahmenvertrag zur Durchsicht. Aber es gibt noch immer Streitpunkte, wie etwa die Reduzierung des Mindestlohns oder die Kürzung der Betriebsrente. Georgios Karatzaferis soll sogar rechtlichen Rat bei dem Obersten Gericht und dem Staatsrat eingeholt haben, um zu klären, ob die Maßnahmen mit der griechischen Verfassung vereinbar sind.

Sollte es noch heute (Mittwoch) zu einer Einigung kommen, werden Beamte der Troika noch einmal mit jedem einzelnen von ihnen sprechen, um explizit ihre Zustimmung zu den Forderungen zu erhalten. Anschließend würde der neue Vertrag am Freitag im Parlament eingereicht und zwei Tage später zur Abstimmung freigegeben werden.

In der Regierung ist man jedenfalls zuversichtlich, dass sich die Parteiführer nicht noch einmal vor einer Entscheidung drücken. „Wir denken, die Parteiführer die Herausforderungen für die Sicherung der Stabilität der griechischen Wirtschaft bewältigen“, äußerte sich ein Beamter gegenüber der FT. Ein griechischer Abgeordneter sagte: „Jetzt ist nicht die Stunde politisches Heldentum, wir brauchen eine Vereinbarung“. Jean-Claude Juncker will sich nun auch am Donnerstag Abend mit den Finanzministern der Eurogruppe treffen.

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Kommentare

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  1. Jannis aus GR sagt:

    Der Kapitalismus braucht internationale Rivalitäten und immer wieder Kriege, um Reich und Arm zu schaffen. Profite von AUSRÜSTUNGEN und KREDITEN für die Produktion.
    Die Kommentatoren hier sollten eher die Geldspur verfolgen als GR .

  2. Tsilighiris Jannis sagt:

    Hallo an alle in D, vom besetztem GR. Wir werden euch mitbefreien.
    Grüsse aus GR

    • Silberling sagt:

      Ich halte Euch die Daumen I

      In Griechenland wurde die Demokratie geboren und
      in Griechenland wird sie jetzt verteidgt!

      Mein Mitgefühl ist bei der armen Bevölkerung Griechenlands!

      Liebe Grüße und viel Erfolg

  3. Goodx sagt:

    @ErdGeist.
    Super Info. Danke.
    Ich kann das mit den CDS verstehen. Doch warum wird das grischiche Volk so zur Kasse gebeten. Wem nützt das?

  4. dBvH sagt:

    die EU hat ihr wahres Gesicht gezeigt, sie ist ein Feind in der Not und damit ein Feind bis zum Tod. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für ein Volk, eine Nation erstrebenswert sein sollte, sich einer solchen Gemeinschaft anzuschließen bzw. angeschlossen zu bleiben. Das subversive Elemente für diese Entwicklung heißt Merkel und ist leider eine Deutsche.

  5. jetztnicht sagt:

    Der einsame Rufer in der Wüste:

    http://www.youtube.com/watch?v=0iR0qoSvfpY

  6. Sakrihittn sagt:

    Europa-Staatssekretär Thomas Steffen sagt: Die Regierungsführung Griechenlands sei „manchmal nicht auf dem Niveau eines europäischen Landes“.

    Sehr kluger Mann, bei der Einführung des Euro hat niemand dran gedacht das kein einziger Staat vergleichbar ist mit einem anderen. Solche Bemerkungen zeigen wieviel Ahnung die hatten als der Euro und die Maastrichkriterien eingeführt wurden. Wie Prof. Hankel schon sagte, die kurillischen Buchstaben wahren schon auf dem Euro gedruckt bevor überhaupt beschlossen wurde das Griechenland die Kriterien zum Einstieg erfüllt….

  7. ErdGeist sagt:

    Die größte legalisierte Kriminalmafia aller Zeiten und ihre finanziellen Massenvernichtungswaffen:

    http://iknews.de/2012/02/08/griechenland-cds-betrug-mit-finanziellen-massenvernichtungswaffen/

  8. Basisdemokrat sagt:

    Das System fliegt uns um die Ohren.

    Ob Sperrkonto oder Sparkommissar

    Um die Rettung des Landes ging es dabei noch nie. Es ist an der Zeit, diese Tragikomödie zu beenden. Mit den ganzen Steuer-Milliarden wird nicht Griechenland gerettet. Nein, einzig und allein Banken werden gerettet und Gewinne maximiert.
    Wie meinte Merkel, der Euro sei ein Friedensprojekt. Klasse,ich glaube beim nächsten Griechenlandurlaub bekomme ich, als Deutscher, auf die Fresse.

    Der Euro sollte ein Garant für Frieden und Völkerverständigung sein! Das ganze politisch/ökonomische Konstrukt Euro ist gescheitert. Einen wirklich sehr sehr guten Artikel hierzu auf SPON:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,813828,00.html

    Gute Nacht EUROPA

    • Justin Time sagt:

      @Basisdemokrat

      „Der Euro sollte ein Garant für Frieden und Völkerverständigung sein!“

      Wer hat denn daran geglaubt?
      Der Euro war von Anfang an der Schlüssel zur Bildung eines Zentralstaates mit Politbüro in Brüssel.

  9. N_K sagt:

    Griechenland: Krisensitzung bei Papademos

    „… Unterdessen hat Standard & Poor’s angekündigt, Griechenland kurzfristig auf „teilweisen Zahlungsausfall“ herabzustufen.“

    „Teilweiser Zahlungsausfall“ – ganz wundervolle Formulierung für eine ganz dreckige Erpressung.

    • Dawaj! sagt:

      Wundervoll, gell? Find ich auch. So kann man Toren Dampf unter dem lahmen Allerwertesten machen.

  10. Robespierre sagt:

    Pleite ist pleite. Herbei geführt von der Bankster Mafia. Schuld ist das Zins und Zinseszinsen System. Dieses System macht wenige reich und viele arm. Die EU ist die Vorhölle zu diesem System. Griechenland ist nur das erste Opfer. Die sogenannten Retter wollen sich nur Zeit verschaffen um so viel Volksvermögen wie möglich auf die Seit zu schaffen. Das System bricht zusammen das steht fest. Ein Neustart wird es nicht mehr geben. Böses wird mit Bösem vergolten, Gutes mit Gutem. Gesetzmässigkeiten sind unumstösslich.

    • Sakrihittn sagt:

      Bleibt nur zu hoffen das das Volk versteht wer der eigentliche Feind ist sobald es los geht. Sehr viele haben von diesem System profitiert, zuviele…
      Eigentlich jeder der Reich ist.