Draghi schließt EZB-Beteiligung an Griechen-Haircut nicht aus

EZB-Chef Mario Draghi hat erstmals indirekt angedeutet, dass die EZB ihre Griechen-Bonds an den EFSF verschieben könnte. Damit rücken konkrete Verluste für Deutschland näher.

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EZB-Präsident Mario Draghi bezeichnete das griechische Übereinkommen als „den wichtigsten Schritt“ bei der Lösung der Griechenland-Krise (das Übereinkommen scheint beschlossen zu sein – hier). Er sagte des Weiteren, er glaube, dass man in den Verhandlungen mit den privaten Gläubigen „ziemlich nahe an einer Einigung“ sei. Über die Möglichkeit, ob die EZB die fehlende Lücke schließen würde, sagte Draghi: „Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist nichts.“

Dennoch sagte er etwas zu dem jüngst diskutierten Vorschlag, dass die EZB ihre griechischen Staatsanleihen an den Rettungsschirm EFSF weiterreichen könnte. Draghi: „Die EZB kann nichts machen, was zu Verlusten zugunsten von Staaten führt. Das wäre Finanzierung von Staaten. Wenn die EZB jedoch Teile ihres Geldes an ihre Gläubiger verteilt, ist das keine Finanzierung von Staaten.“ Damit bestätigt Draghi, dass die Konstruktion über den EFSF eine realistische Variante ist. Für Deutschland heißt das konkret: Es wird direkte Verluste aus dem Griechenland-Schuldenschnitt geben (mehr hier).

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Kommentare

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  1. der Benn von Hur sagt:

    einige haben gewarnt vor Draghi, dass er alles der Mafia zuschieben werde. SIe haben nicht genug gewarnt – leider, er wird alles den Finanzhaien in den Rachen schieben.

  2. James Griechen-Bond sagt:

    Hier lauert noch weiteres Ungemach:

    ELA (Emergency Liquidity Assistance) – „kurzfristige“ Notkreditlinien für Griechenland, allerdings schon langfristig seit 2010 praktiziert und dadurch nahezu Verdoppelung der Bilanzsumme der griechischen Notenbank. Diese entspricht 70% der griechischen Wirtschaftsleistung. Internationales Spitzenniveau!

    http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13858471/Griechenland-wirft-die-Gelddruckmaschine-an.html

    Es findet mittlerweile ein weit umfangreicherer Risikotransfer innerhalb der Währungsgemeinschaft statt, als bisher öffentlich bekannt. Dank der unter Draghi nochmals gelockerten EZB-Politik hat die griechische Nationalbank ihre Bilanzsumme enorm ausgeweitet. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Notenbank in Athen in großem Umfang Liquidität schöpft.

    „Die EZB hat die Gelddruckmaschine an die nationalen Notenbanken übergeben“, schreibt Stephane Deo, Ökonom bei der UBS. „Das könnte schwerwiegenden Konsequenzen nach sich ziehen.“ Denn damit werden die Risiken der Währungsgemeinschaft verschoben.

    http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13858471/Griechenland-wirft-die-Gelddruckmaschine-an.html

  3. Fürchtenix sagt:

    War nicht anderes zu erwarten, als das die Schw…. es probieren werden, Deutschland
    ausbluten zu lassen.

  4. eli sagt:

    Verluste für Deutschland, da kommt Freude auf in den Nehmerländern.