Regierungsmitglied tritt aus Protest gegen Sparprogramm zurück

Der griechische Arbeitsminister Yannis Koutsoukos gab seinen Rücktritt bekannt. Grund hierfür seien die nun beschlossenen Sparmaßnahmen, die er als „schmerzhaft“ bezeichnet.

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Die Einschränkungen, mit denen die griechischen Bürger in den nächsten Jahren leben müssen, werden immer umfangreicher. Das und der bevorstehende Wahlkampf war letztlich der Grund, warum die drei griechischen Parteiführer seit Wochen mit dem griechischen Premierminister verhandelten. Doch am Donnerstag stimmten sie zu (hier). Und als Reaktion darauf hat nun der stellvetretende griechische Arbeitsminister Yannis Koutsoukos seinen Rücktritt erklärt.

In einem Brief an den Premierminister schrieb Yannis Koutsoukos, dass er zurücktritt, weil die Sparmaßnahmen nicht nur „hart“, sondern auch „schmerzhaft für die arbeitenden Menschen“ seien.

Genau aus diesem Grund kündigten die griechischen Gewerkschaften bereits heute Vormittag einen erneuten Streik für Freitag und Samstag an (hier).

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Kommentare

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  1. tomorrow sagt:

    Yannis hat die Konsequenzen gezogen.

    Er kann aus seiner Position nichts für seine Mitmenschen tun.
    Auch nichts gegen seine Parlamentskollegen.
    Gegen die Troika auch nicht und auch nicht gegen Draghi und die EZB.

    Somit kann ich gut verstehen, wenn er das Handtuch wirft.
    Das ist nicht als „Feigheit vor dem Feind“ zu werten, sondern eher so,
    wie „der klügere gibt nach.“
    Man soll eben aufhören, wenn´s am schönsten ist.

    Mittlerweile ist der Höhepunkt der Ungerechtigkeiten und Frechheiten erreicht.
    Allerdings befürchte ich, dass das noch zu toppen ist.
    Daran wird sicherlich schon gebastelt. Die neue Weltordnung kennt keine Gnade!

  2. nisioti sagt:

    der genaue Wortlaut der Rücktrittserklärung lautet übrigens:

    „Unsere Kreditgeber ignorieren fundierte Argumente und Vorschläge des Arbeitsministeriums in einer erpresserischen Art und Weise.“