Fitch fürchtet Panik wegen ungeordneter Insolvenz Griechenlands

In ungewöhnlich alarmistischen Worten hat die Ratingagentur Fitch Griechenland aufgefordert, einen Spar-Deal zu präsentieren, um den Schuldenschnitt durchführen zu können. Sonst drohen Panik und Kapitalflucht aus Irland und Portugal.

Griechenland droht eine ungeordnete Staatspleite. Die Ratingagentur Fitch hat Griechenland nun in deutlicher Weise aufgefordert, innerhalb von Tagen einen Schuldenschnitt zu präsentieren. Sonst drohe Panik und Kaitalflucht aus Portugal und Irland.

Tony Stringer sagte bei einer Konferenz in Singapur: „Sie müssen diesen Deal innerhalb von Tagen unter Dach und Fach bringen, damit sie genug Zeit haben, die Dokumente für die neuen Verträge auszufertigen. Wenn sie das nicht schaffen, haben wir eine ungeordnete Pleite.“

Die EU versucht unterdessen, über eine Beteiligung der EZB (hier) die privaten Gläubiger zu bewegen, dem Schuldenschnitt zuzustimmen. Demnach könnte die nächste Tranche gewissermaßen angerechnet werden, und der Crash wäre vermieden (hier).

Wenn sich die Verhandlungen jedoch weiter so in die Länge ziehen, könnte es auch unter UImständen für diesen „last exit“ zu spät sein.

Kommentare

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  1. odin sagt:

    Es wird Zeit,das was geschieht!

  2. Ingenieur sagt:

    Natürlich will Fitch unbedingt den *freiwilligen* Schnitt – eine offensichtliche Insolvenz Griechenlands, die von der IDSA dann auch als solche anerkannt werden müsste, hätte die Insolvenz der fünf größten, amerikanischen Banken zur Folge, die wiederum Besitzer von Fitch sind.

    • schlaumeister sagt:

      Gut beobachtet, aber es scheint jetzt doch aus dem Ruder zu laufen,
      hoffentlich, möchte ich sagen, einmal müssen doch die katastrophalen
      Verhältnisse auf den Tisch, besser heute als endlos weiterlügen.

  3. tomorrow sagt:

    Die Banken brauchen sich doch keine Sorgen machen. Deren Verluste werden aufgefangen. Und wenn es gegen das Griechische Volk geht, uups, dann ist das eben so. Kollateralschäden gibt es eben immer. Überall, wo Krieg geführt wird.

    Dort wo es gerade gegen jede Demokratie geht, gibt es viel zu wenig Widerspruch.
    Ich sehe in Griechenland noch nicht die Fetzen fliegen. Es sei denn, die Deutsche Nationalflagge wird verbrannt. Diese Aktion ist aber unterirdisch.

  4. Freiberufler sagt:

    Der griechische Patient liegt seit 2 Jahren auf der Intensivstastion und wird alle 3 Monate nach Herzstillstand wiederbelebt.

    Und jetzt soll eine „ungeordnete Pleite“ eine Panik auslösen?

  5. Zeitraum sagt:

    ENDSPIEL
    Dazu fällt mir der von Physiknobelpreisträger Richard Feynman geprägte Begriff „cargo cult science“ ein … Infos unter:

    http://www.scientific.at/2007/roe_0741.htm

  6. Silberling sagt:

    Die Griechen gehen auf die Barrikaden!
    N-TV Ticker
    Troika im Visier der Polizeigewerkschaft
    WANTED- Troikaner mit Flugblatt gesucht
    Nationale Souveränität zu beschützen
    Troika mit Festnahme in Athen gedroht

    Na wenn jetzt schon die Polizei auf der Seite der Demonstranten ist
    Ende der EU ich seh dich kommen!

    • Sozialkritiker sagt:

      Darum gibt es leider auch Eingreiftruppen der EU; man hat sich vorbereitet für den Fall, dass die staatliche Exekutive die Seiten wechselt.

      Die Frage ist nur, wie kann man einen solchen Einsatz rechtfertigen?

      Mit dem Zusammenhalt des Euros?
      Mit dem Zusammenhalt der EU(dSSR)?
      Mit dem Erhalt des Friedens in Europa?

      Wenn erstmal fremde Truppen in Griechenland einmarschieren, wird die Bevölkerung hier und dort wohl endlich aufwachen und das wahre Ziel der Union begreifen…

      • Spartakos-Network sagt:

        Zum Glück gibt es keine Wehrpflicht und die Lehre aus dem Dezemberaufstand von 2008 hat gezeigt, daß die Armee nicht gegen die eigenen Leute vorgehen wird.
        D.h. auf Seiten des Regimes stehen höchstens die verhassten Schläger der MAT-Spezialeinheiten, die ebenso beliebten iranischen Reiter der DIAS- und DELTA-Motorradkommandos, übliche Spezialeinheiten, schiesswütige Terrorpolizei und die höheren Ränge. Allerdings entsetzte das „Oxi“ (Nein) der Bevölkerung auf den Paraden des historischen „Oxi“-Tages am 28.10. 11 und die ungehinderte Verbrüderung der Protestierenden mit den Soldaten nach der Flucht der Politiker, die Herrschaften derartig, daß sie prompt ihre Generalität feuerte und führte letzlich zum Trick mit dem Referendum und dem Rücktritt Papandreous.
        Sollten wirklich irgendwelche ausländischen Truppen einmarschieren, wird denen derartig der Arsch versohlt werden und dann werden auch wieder Panzer durch Athen rollen, aber ohne Offiziere!

      • nur mal so am Rande sagt:

        Mal abgesehen vom guten Gedanken – aber:

        Warum schreibt man hier ständig „EU(dSSR)“
        Was hat die EU mit den ehemaligen

        D en
        S ozialistischen
        S owjet
        R epubliken

        zu tun. Oder mit den Sowjets im allgemeinen.
        Deren Struktur war eine ganz andere, auch wenn es verlockende parallelen zur EU (der Zukunft) aus heutiger Sicht gibt.

        Aber:
        Es sind weder in der EU (echte, überzeugte) Sozialisten oder Kommunisten am derzeitigem „Debakel“ beteiligt. Sondern einfach nur raffgierige Kapitalisten. Also das ganze Gegenteil vom Kommu-/Sozialist nach Marx’scher Definition.

        Ob Kapitalist, Kommi oder Sozi – solange es etwas gibt, was ein Mensch aufgrund von erstrebenswerter materieller Werte über andere hinwegsetzt, solange wird es Gier und Kriege geben.

    • Kpt. Picard sagt:

      Haben Sie dafür Quellen?
      Würde mich wirklich interessieren. Danke.

    • Julia sagt:

      @Silberling

      Danke fuer diese Auskunft.

      Wenn die Polizei zum Volk steht ist fuer mich eine grosse Solidaritaet unter der Bevoelkerung vorhanden. Schlimm waere es wenn die Polizei auf ihre Leute pruegeln muesste.

      Sollte man je eine Eingreiftruppe der EU einsetzen, sollten wir in ganz Europa solidarisch mit Griechenland sein. Denn das waere ja eine Besetzung und Kriegserklaerung an ein Land.

      Aus diesen Stinkladen EU sollte man nur noch raus.

  7. hopeless sagt:

    Wer glaubt denn irgendetwas könnte die Pleite Griechenlands und sich anschliessende Staatspleiten noch verhindern. Es geht für die Veranstalter dieser, für die Menschen Europas, verheerenden EU- und EURO-Ideolgie um einen weiteren Zeitgewinn zur Rettung ihrer Pfründe. Denn nach dem EURO-GAU könnte die Frage nach dem WARUM gestellt werden!

  8. Bürger67 sagt:

    Es wird keinen Deal geben, wenn die „EU-Troika“ evtl. von griechischen Polizisten verhaftet wird!

    Dazu heißt es heute (10.02.2012) unter N-TV:

    „..Die Proteste nehmen unterdessen kuriose Züge an: Der Vorstand der Gewerkschaft der Polizisten des Landes (Poesy) drohte mit der Festnahme der Kontrolleure der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank. „Wir warnen Sie, dass wir die sofortige Ausgabe von Haftbefehlen fordern werden“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung, die an die Troika-Vertreter geschickt wurde. Zudem wurde ein Flugblatt verteilt, auf dem „Wanted“ stand und das für die Festnahme der „Troikaner“ einen Euro als Belohnung in Aussicht stellte.

    Nach Ansicht der Gewerkschaft versucht die Troika, mit den harten Sparmaßnahmen die demokratische Ordnung umzuwerfen. Zudem versuche sie, die „nationale Souveränität“ zu verletzen und vom griechischen Volk wichtige Güter zu rauben…“

    Quelle: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Griechen-streiken-wieder-article5461711.html

    Die Gewerkschaft hat völlig recht, den wir leben in keinem europ. Bundesstaat und es wird damit gegen Art.125 Abs.1 AEUV verstoßen!

  9. Bazookaaa sagt:

    Die Angst vor der Panik ist berechtigt. Stolz wie die Hampelmänner spazieren die Griechen wie einst die Nazis oder Kommunisten stolz Parolen – aber rein gar nichts dahinter – rufend.
    Nach der Erfindung der Demokratie darf Griechenland nun stolz rufen, dass die Hampelmänner dabei sind sie abzuschaffen, hinein in den Nationalstaat.

    Oh nun düfen all jene die die Internationale anstimmen stolz sagen, wir sind dabei einen Nationalstaat der Volksidioten zu gründen. Gerade läuft über die Ticker das die Polzeigewerkschaft zur Selbstjustiz greift, die Troikaner per Handzettel ,,Wanted Troikaner“ sucht. Darf man daran erinnern, dass selbst die Griechen vorher ihre Regierung gewählt hatten? Nein, dies können unsere internationalen Kräfte nicht verkraften.

    Griechenland ist pleite! Griechenland war pleite! Und Griechenland wird sich mit solchen Idioten weiter isolieren!

  10. Karsten-Karl-Albert-Joachim sagt:

    Zu spät für den „last exit“? Das kann man nur hoffen! Denn in jedem Neuanfang steckt bekanntlich auch eine Chance. Diese Chance hat Europa verdient! Für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Vielleicht ergänzt um die Einigkeit im Sinne von Brüderlichkeit. Also einfach im Rahmen der zusammenbrechenden Währungsunion auch die Brüsseler EU-Politiker und deren Hofschranzen entfernen.

    • FDominicus sagt:

      „Also einfach im Rahmen der zusammenbrechenden Währungsunion auch die Brüsseler EU-Politiker und deren Hofschranzen entfernen.“

      Wir sind wohl unverbesserliche Optimisten 😉