Nervosität bei Österreichs Banken: Nationalbank lockert Sicherheiten

Die österreichischen Banken haben ein Liquiditätsproblem: Die OeNB winkt daher auch schlechte Sicherheiten durch, weil die Banken offensichtlich im großen Ausmaß Kredite von der EZB brauchen.

Das Vertrauen am Interbankenmarkt ist stark angeschlagen und der nächste EZB-Tender wird mit Spannung erwartet. Einige Experten erwarten, dass sich die europäischen Banken bis zu einer Billion Euro leihen werden. Analysten schätzen, dass sich österreichische Banken allein beim ersten 3-Jahres-Tender der EZB zwischen sieben und zwölf Milliarden Euro besorgt haben.

Am Donnerstag teilte die Österreichische Nationalbank nun mit, die Bedingungen, zu denen sich Finanzinstitute Geld von der Zentralbank leihen können, zu lockern. Die erforderliche Mindestbonität für die Kreditforderungen soll gesenkt werden. Die ganze Aktion sei jedoch nur temporär, „um den österreichischen Banken eine Optimierung der Liquiditätssteuerung zu ermöglichen“.

Auch die Zentralbanken in Portugal, Spanien, Irland, Italien, Zypern und Frankreich haben ihre Konditionen zur Kreditvergabe gelockert. Die Deutsche Bundesbank sprach sich dagegen aus. Sie befürchtet, dass etliche Banken demnächst Schrottpapiere als Pfand für Kredite der EZB hinterlegen werden.

Kommentare

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  1. Skydiver sagt:

    Müsste man das Geld wie 1923 noch physisch drucken, gäbe es tatsächlich ein „global warming“, weil überall in Europa die Notenpressen glühen würden. In ein paar Wochen ist Zahltag, dann wird es vorbei sein mit der EU-Phorie.

  2. Georg sagt:

    Die Zentralbanken werden die Bad Banks. Unfassbar. Wenn man überlegt, dass 2008 noch Aktienkurse wegen ein paar Milliarden verrückt gespielt haben und heute werden Billionen in die Märkte gepumpt für die nie ein Mensch nur einen Handschlag gearbeitet hat. Wahrlich Geld out of nothing.

    Mein Fazit: Unser Geldsystem ist am Ende. Wie will man das jemals wieder auf normale Füße stellen?

  3. odin sagt:

    Seit wann wurden schon mal Probleme gelöst in der EU,nur verschieben,Gesetze und
    Verträge brechen,mehr kann die Politik nicht,aber der Knall kommt noch für Germanien.

  4. schlaumeister sagt:

    Wird Zeit dass sie nervös werden, das große Flattern und Fracksausen steht
    ihnen bestimmt noch bevor.

  5. Sozialkritiker sagt:

    Wenn gar nichts mehr geht, werden die Regeln geändert.

    Siehe:

    http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/eu_kommission_erhoeht_strahlengrenzwerte_fuer_lebensmittel_aus_japan/

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/schuldenkrise-schweiz-bindet-sich-an-den-euro/4582254.html

    Oder wie eben jetzt die OeNB durch die Senkung der Mindestbonität

    Die Probleme werden dadurch halt nicht gelöst, sondern nur verdrängt.

    *KopfInSand*