Italien nach Banken-Downgrade: Wir haben unseren Stolz

Der italienische Präsident fordert mehr Stolz und Zuversicht in Europa – schließlich sei Europa einzigartig. Indes wurden 34 italienische Banken herabgestuft. Doch auch Monti ist zuversichtlich - schließlich sind die italienischen Banken nicht so stark angeschlagen wie die in anderen Ländern.

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Die Wege der Kommunikation sind in manchen Fällen absurd. Jüngst sprach Mario Monti davon, dass Italien ein sicherer Hafen ist und eine Griechenland-Pleite das Land nicht stark treffen würde (hier). Kurz darauf die Nachricht von einer eingesetzten Rezession in Italien (hier). Mario Monti versucht regelmäßig mit seinen Aussagen die Investoren von der Stabilität in Italien zu überzeugen. Dabei reicht es ihm nicht, im Nebenjob als Berater bei Goldman Sachs tätig zu sein (hier). Nein, Medienpräsenz ist wichtiger.

Allerdings fehlt es ihm am Timing. Gestern Abend wurden von der Ratingagentur Standard & Poor’s 34 italienische Banken herabgestuft: BBB+ mit negativem Ausblick. Unter ihnen waren UniCredit, Banco Popolare, Banca Nazionale des Lavoro und Intesa Sanpaolo. Die hohe Auslandsverschuldung des Landes gebe den Banken weniger Spielraum zur Ausweitung der Kredite an Großkunden. Auch in den kommenden fünf Jahren bliebe die Profitabilität der Banken schwach. Von Mario Monti, der zu einem Treffen mit Barack Obamas in den USA war, war in einem Interview mit CNBC zu hören: „Im Großen und Ganzen wurden italienische Banken weniger von der Finanzkrise getroffen, als die Banken in vielen anderen europäischen Ländern“.

Treffender hätte Mario Monti auf die Herabstufung der italienischen Banken nicht reagieren können. Das schafft Vertrauen bei den Investoren. Bei einem Treffen mit hochrangigen Vertretern aus der US-Finanzwelt in der Bloomberg-Zentrale erklärte er am selben Tag auch das Verhältnis der amerikanischen Investoren zu Italien. „Es besteht großes Interesse an Italien und dem italienischen Markt – wenn unsere Wirtschaft seine Erholung verfestigt hat, aber auch schon heute“. Rezession als Ausdruck der Erholung? Auf die Frage, ob er es geschafft hat, die Investoren von der Stabilität Italiens zu überzeugen, antwortete er: „Ich denke schon, aber sie (die Investoren, Anm. D. Red.) sagen das ja in der Regel nicht sofort“.

Ähnlich optimistisch, wenn auch nicht nur auf Italien beschränkt, ist der italienische Präsident Giorgio Napolitano. In der Plenarsitzung auf dem Gipfel der europäischen Präsidenten sagte Napolitano: „Wir können es schaffen. Nur ein einiges Europa kann eine Antwort“ auf den Wachstumsrückgang sein. „Wenn es einige gibt, die denken, es sei sicherer, in die Vergangenheit zurückzukehren, sind sie unrealistisch“, fügt er hinzu.“Wir müssen mehr Stolz und Zuversicht zum Ausdruck bringen. Wir haben etwas das einzigartig ist“. Den Bürgern müsse man besser kommunizieren, „was wir sind und was wir immer sein wollten“. Angesichts der zunehmenden Proteste in Ländern wie Griechenland, Spanien und zuletzt auch Brüssel  (hier) gibt es tatsächlich noch einigen Klärungsbedarf zwischen den europäischen Bürgern und ihren Politikern.

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Kommentare

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  1. Johnny sagt:

    Italien hat seinen Stolz aber keine Ehre. Noch heute hält es Südtirol besetzt und huldigt dem Faschismus mit der Pflege faschistischer Denkmäler in Südtirol und ganz Italien.
    Jetzt müssen die fleißigen Südtiroler noch stärker für ihre Besatzungsmacht zahlen.

    http://www.youtube.com/watch?v=-YlU7eILyR4

  2. Robespierre sagt:

    „Stolz und Zuversicht in Europa – schließlich sei Europa einzigartig“ JA, Europa ist einzigartig. Wegen der Unterschiedlichkeit der Nationen Europas konnten die Finanz Terroristen Europa unterwandern und haben uns alle zu ihren Schuldsklaven gemacht. Die EU ist die Ausgeburt des Bösen (Al Kaida) davon. Heute sind wir „im Krieg gegen den Terror“. Terror der Finanz – Al Kaida. Die dümmste und schlimmste Gefahr unserer Freiheit. Nun erwachen aber die Menschen in den Völkern Europas und wenden sich dagegen. Die USA haben bei sich schon vorgesorgt und Landesweit Konzentrationslager geschaffen. Die sogenannten FEMA Camps – tönt wie Urlaub – oder. Wie hiess es doch vor 70 Jahren? „Arbeit macht frei“. Gibt es diese „Camps“ bei uns eigentlich schon?