Papademos: Bankrott würde in Arbeitslosigkeit und Elend enden

Am Freitag billigte das griechische Kabinett die Sparpläne der Troika. Zuvor beschwor Papademos die Minister. Sie dürften nicht zulassen, dass das Land Pleite gehe. Eine Kabinettsumbildung rückt indes immer näher.

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Griechenland: Polizeigewerkschaft droht Troika mit Verhaftung

„Wir können nicht zulassen, dass das Land Pleite geht“, beschwörte der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos die Minister am Freitagabend vor der Abstimmung über die Sparpläne. „Die sozialen Kosten dieses Programms sind im Vergleich zur wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe, die folgen würde, wenn wir es nicht annehmen würden, begrenzt“. Der Abschluss des Programms und die finanzielle Unterstützung werden die Zukunft des Landes in der Eurozone zementieren.

Ein Bankrott jedoch würde unweigerlich zum Austritt aus der Euro-Zone führen und das Land in eine „Spirale der Rezession, Instabilität, Arbeitslosigkeit und Elend führen“, fuhr er fort. Der Staat wäre nicht in der Lage, Gehälter und Renten zu zahlen und grunsätzliche Dinge wie Krankenhäuser und Schulen zu finanzieren. „Die Einfuhr von Produkten wie Medizin, Öl, Maschinen etc. wäre teilweise problematisch.“

„Wer nicht einverstanden ist und nicht für das neue Programm abstimmt, kann nicht in der Regierung bleiben“, drohte Papademos.  Zwar stimmte kurz darauf das griechische Kabinett den Sparplänen der Troika zu, doch die Weichen für eine Kabinettsumbildung sind bereits gestellt. Quellen der griechischen Zeitung Kathimerini berichten, dass wahrscheinlich am Montag das Kabinett umgebildet werden könnte. In den Tagen vor der Kabinettsabstimmung waren sechs der 47 Minister im Kabinett zurückgetreten. Am Sonntag soll das Parlament über die Sparmaßnahmen entscheiden.

Indes setzen sich die Proteste in Griechenland fort. Bei den Protesten am Freitag wurden sechs Menschen verhaftet und zwei bei Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzt. Auch am Sonntag wurde dazu aufgerufen, sich vor dem Parlament zusammen zu finden.

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Kommentare

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  1. Atreides sagt:

    Ach, und was haben wir derzeit in Südeuropa? Zwar nicht gerade Elend, aber eine galoppierende Arbeitslosigkeit und eine öffentliche Verwaltung auf einem Niveau, das schon vor 30 Jahren nicht so niedrig war, aber mit dreimal so vielen Beamten wie damals.

    Beamte in Spanien 1975: ca. 900.000 (Zentralregierung
    Beamte in Spanien 2012: ca. 3.200.000 (17 Landesregierungen + 2 Freie Städte)

    Abgeordnete in Spanien 1975: ca. 350
    Abgeordnete in Spanien 2012: 350 + 220 Senatoren + 17 Landesparlamente + mehr Dienstwagen als die USA.

  2. Fred Feuerstein sagt:

    Also das ist der beste griechische Witz. Wer heute gegen die Annahme des EU-Sparpaketes ist, wird in Zukunft nicht mehr in der Regierung sitzen !!! Der Großteil dieser Bande gehört sowieso weg, denn früher wird keine Ruhe sein. Diese paar Millionen Griechen werden doch (als Erfinder der Demokratie) eine neue Regierungsmannschaft auf die Beine stellen können, die endlich auf das Volk hört und nicht nur auf ihre privaten Dinde und die „Eine Welt Regierung“ schaut.

    Wenn Griechenland sich vom € und der EU verabschieden würde, dann wäre das unsere größte Chance, das wir nicht unserem bitteren Ende entgegen gehen müssen. Wenn der Stein einmal rollt, dann würde es schon weitergehen. Hoffentlich bleibt ihre Polizei bei ihrer bisherigen Einstellung, auf der Seite des Volkes.

    • Korsar sagt:

      Korrekt Feuerstein, die Griechen ( Die Bevölkerung ) müssen sich zusammen setzen. Sie dürfen nicht merhr über sich handeln lassen, sondern anfangen, wie der „Runde Tisch“ in Ostdeutschland zu arbeiten. Der Querschnitt der Bevölkerung muss sagen, was er denkt und wie die Politiker handeln sollen.

  3. Livia sagt:

    Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

    Angesichts der Schuldenlast – die kein Mensch mehr zurückzahlen kann – werden alle Griechen, die fähig, arbeitswillig und jung genug sind, machen, daß sie auswanderen. Denn ein Land in so einer Situation bietet keine – langfristige – Zukunft. Bleiben werde Alte, Unfähige, Unwillige und minderinterligente – Migranten und Einheimische – also alles im Grunde Transferleistungsempfänger! Das BSP wird weiter schrumpfen und die EU müßte weiter bezahlen! Das ist doch im Großen das Gleiche, was der Länderstrukturausgleich im Kleinen ist – und da regt sich Bayern inzwischen – zurecht – auf, daß es immer nur bezahlen muß. Nehmen wir z.B. Bremen: Das Land hat seit 40 Jahren verschlafen, daß es seinen Personenverkehr an Frankfurt-Flughafen und sein Frachtaufkommen an Hamburg und Rotterdam abgegeben hat. Aber mit Transferzahlungen lebt es sich gut genug, daß man auch noch das Werftgeschäft nach Emden abtreten kann.
    Einen solchen Dauerzustand stellt sich nun – zumindest Frau Merkel – auch im Rahmen der EU vor! Nur – je mehr Bevormundung der Bürger, desto eher machen die Kreativen und Fähigen die Biege – und Griechenland hat keine Grenze wie die DDR um die Bürger am Abhauen zu hindern. Und die, die sich lieber mit wenig zufriedengeben, wenn sie nur nicht selber anfassen und denken müssen, bleiben da.
    Samt „Nachschlag“ an „Flüchtlingen“ mit genau dieser Mentalität.
    Wenn Griechenland wieder auf die Beine kommen soll, dann muß es in die Insolvenz gehen; die Schulden ebenso wie den Euro und die EU samt ihren Bestimmungen und Einschnürungen loswerden. Alles auf „Null“ setzen und neu anfangen. Aufbruchsstimmung läßt sich nur so erzeugen!
    Und die Banken brauchen nicht gerettet werden – wer sich verzockt, hat den Schaden selber zu tragen – egal ob in der Spielbank oder anderswo!
    Banken sind auch nicht lebensnotwendig – die Geschichte zeigt, daß die Menschheit 1. die längste Zeit ohne sie auskam, 2. die Zeiten ohne sie besser waren.

    • Korsar sagt:

      Den Allergrößten Teil der Schulden tragen wir. Deshalb sollten wir auch aus dem EURO austreten und die D- Mark wieder einführen.

    • Hans-Peter sagt:

      Die Griechen haben nur irrwitzige öffentliche Schulden.Insgesamt sind sie aber auf dem gleichen Schuldenstand wie etwa Deutschland:

      http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,792382,00.html

      Bei ca. 330% des BSPs.

      Die meisten anderen Länder sind mit 400-1000% ihres BSPs verschuldet.
      Und nein.Es ist nicht so das die Privaten Schulden (also auch Banken und Firmen) keine Rolle spielen.Wie die Lehmann-Brothers und das ständige Gelddrucken der Zentralbanken zeigt sind die privaten Schulden das wirkliche Problem von dem aber niemand reden will.

  4. Hans-Peter sagt:

    Ich muss mich selber korrigieren:

    http://sowi.st-ursula-attendorn.de/ba/badoku01.htm

    Es gibt in Deutschland 860.000 Obdachlose.Davon sind knapp 269.000 Aussiedler in Heimen.Bleiben also noch knapp 600.000 „normale Obdachlose“ in unserem XXL-Aufschwungsland.

    Irre Ich mich jetzt mit meinem kleinen,perversen Rechenspielchen über menschliche Schicksale oder haben wir prozentual eine viel höhere Obdachlosen-Zahl als die „Pleite-Griechen“?Was wird erst wenn der „XXL-Aufschwung“ demnächst auch für die letzten Dumpf-Backen sichtbar in unserem Land zum Ende kommt?

    Mein Vorschlag:Lassen wir die Griechen pleite gehen.Die wollen das selber.Und dann schauen wir erst einmal wie wir die Situation im grössten und reichsten Land Europas unter Kontrolle bringen bevor es richtig kracht.Anschliessend retten wir die Welt anstatt uns wieder unbeliebt zu machen.

  5. Hans-Peter sagt:

    So,hier mal wieder ein Post vom „echten Hand-Peter“.Und Ich hoffe die Redaktion unternimmt was gegen diesen Herrn der in den letzten Stunden unter meinem Nick hier überall Schwachsinn verbreitet.

    Laut neuesten Umfragen fordert knapp 50% aller Griechen den sofortigen Bankrott und den Austritt aus der Euro-Zone:

    http://news247.gr/ellada/politiki/to_48_1_leei_nai_sthn_xreokopia.1637386.html

    Nur knapp 38% wollen das Sparpaket annehmen und in der Euro-Zone verbleiben.

    Und noch eine Anmerkung von meiner Seite:

    Wenn die Situation in Hellas nach zwei Jahren Spar-Diktat und IMF-Herrschaft so aussieht das es knapp 20.000(offiziell)-30.000(inoffiziell) Obdachlose (davon die meisten nicht gemeldete Asylanten in Athen und Umgebung) gibt,wie wird es denn in Deutschland aussehen wo wir doch gerade den „Super-XXL-Aufschwung“ haben.Allerdings mit offiziell 300.000 Obdachlosen,10 Millionen Teilzeit-Jobbern,7 Millionen Mini-Jobbern,3 Millionen offiziellen und 3 weiteren „inoffiziellen“ Arbeitslosen Umschülern und Weiterbildungs-Hart4-Beziehern plus den Millionen Leih-und Kurzarbeitern?

    Gibt es eigentlich noch jemanden den das Sorgen macht?Da zu mal einen sehr guten Artikel:

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=12190

    Die deutsche Politik hat ein bedrohliches Erfolgsrezept. Der Bundesregierung ist es gelungen, von der eigenen bedrohlichen Lage abzulenken, indem man sich mit anderen Ländern vergleicht, denen es noch schlechter geht. Merkel, die SPD, die Grünen und nahezu die gesamte veröffentlichte Meinung fahren wie in einem Paternoster nach unten und sie feiern sich, dass sie sich noch auf einer der oberen Kabinen befinden. Keiner aus den herrschenden Eliten will die Fahrt nach unten wahrnehmen und es ist niemand erkennbar, der aus dem Paternoster springt und auf den Notalarmknopf drücken könnte, um die Talfahrt zu stoppen.

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Tut mir leid für den anderen Hans-Peter das ich immer so ein Miese-Peter bin.Aber ein echter Patriot sollte lieber die Wahrheit sagen bevor es zu spät ist.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Diese Paternoster-Fahrt nach unten wird in Österreich genau so zu einer Bergfahrt erklärt. Immer öfter hören wir, dass wir die 8-reichste Nation der Erde sind. Super !!! Das müssen sie uns aber nicht erzählen, denn die Leute, die das betrifft, sind sowieso Du-Freunde und die anderen wissen von diesem Glück noch nichts. Vielleicht sind unsere Arbeitslosen auch die 8-reichsten Arbeitslosen der Erde ? Dann hätten sie nicht gelogen.

    • Korsar sagt:

      Der Paternoster ist verstanden. Ein sehr guter Vergleich.
      Wir werden alle vom Weltkrebs gefressen. Die Metastasen sitzen in den Köpfen, der endlos Deregulierer. Hilft die Deregulierung nicht, dann muss eben weiter dereguliert werden. Passt das immer noch nicht, dann ist dies nur die Folge von zu geringer Deregulierung.

      Hätten wir nur noch einen funktionierenden Binnenmarkt, aber mehr als dei paar Supermarktketten ist nicht mehr.

  6. Hugin sagt:

    Blödsinn! Griechenland ist in den letzten 100 Jahren schon 5 mal pleite gewesen, und es hat sich immer wieder berappelt. Arbeitslosigkeit und Elend werden aber garantiert durch einen Verbleib in EU und Euro kommen. Jede Wette!

  7. Selbstdenker sagt:

    Eine aktuelle Analyse zur Situation in Griechenland:

    http://www.radio-utopie.de/2012/02/11/raub-im-rettungspelz/