Griechenland: Steuern treiben Yachtbesitzer in die Türkei

Die Anzahl der Boote, die in griechischen Häfen vor Anker liegen, ist um 25 Prozent zurückgegangen. Die Steuern sind den Yachtbesitzern zu hoch und 2012 kommen weitere hinzu. Viele Boote liegen nun in der Türkei oder in Kroatien.

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Seit 2008 ist der Umsatz von Sportbooten in Griechenland um 50 Prozent zurückgegangen. Und auch die griechischen Häfen sehen verlassener aus – die von Griechen und Ausländern gehaltenen Boote, die an griechischen Häfen ankern, sind um 25 Prozent zurückgegangen.

Grund hierfür sind die Liegekosten und die bisherigen Steuern, zu denen ab 2012 noch weitere Steuern hinzukommen werden. Dies hat nach Angaben der griechischen Küstenwache zudem rund 4.000 Besitzer gezwungen, ihre Boote aus dem Verkehr zu ziehen. Darüber hinaus haben sich allerdings viele Bootsbesitzer dazu entschlossen, ihre Yachten in den Yachthäfen der Türkei, Kroatiens und Montenegros zu verankern – Tendenz steigend.

So hat der griechische Staat „in den vergangenen drei Jahren Einnahmen in Höhe von mindestens 120 Millionen Euro wegen der Flaute in der Yacht-Branche verloren“, erklärt Stavros Katsikadis, der Präsident des Verbandes Greek Marinas. Auch eine besondere Steuer auf private und berufliche Sportboote wurde erhoben.

So zahlt man für ein motorgetriebenes Boot mit einer Länge von 20 Metern, wenn es unter einer Nicht-EU-Flagge fährt, in einem griechischen Hafen 5.000 Euro pro Jahr für Liegegebühren und grundlegende Dienstleistungen am Yachthafen vor Ort. Zusätzlich entfallen noch einmal 2.500 Euro Steuern und sonstige Abgaben.

In der Türkei beispielsweise zahlt man keine Mehrwertsteuer zum Festmachen eines ausländischen, privaten Bootes und der Verwaltungsaufwand ist wesentlich geringer.

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Kommentare

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  1. Ulli Schaller sagt:

    Damals, im alten Jugoslavien, als die ersten Schüsse fielen, flüchteten die meisten Yachtbesitzer mit ihren Yachten nach Malta, Italien, Griechenland, Spanien usw.
    Die Yachties mit etwas Mut zum Risiko konnten dafür entspannt segeln und freie Häfen und Buchten genießen. Tourismus zu der Zeit = NULL. Der Service in den Häfen und Restaurents war super. insbesondere in Dubrovnik, nachdem die Serben abgezogen waren. Alles war vorbei, als wieder relative „Ruhe“ einkehrte und viele Yachtbesitzer zurückkehrten. Die Masse verdirbt den Erholungswert !!
    Diese „Masse“ wird nun in Griechenland erfreulicherweise etwas wegen höherer Abgaben ausgedünnt und wenn in Athen die ersten Schüsse fallen sollten, was Gott verhüten möge, werden auch dort die Häfen und Buchten sehr leer sein. „Jugoslavien“ wiederholt sich möglicherweise für die Yachtszene in Griechenland.
    Einen wesentlichen Unterschied wird es jedoch geben : Im Bereich des späteren Kroatiens genossen Yachten unter deutscher Flagge eine Vorzugsbehandlung. In Griechenland dürfte es jedoch für deutsche Yachten ratsamer sein, die Flagge verdeckt zu halten, anderenfalls dürfte entspanntes Segeln dort nicht möglich sein.
    Der EURO verbrüdert eben und verschafft den schönen blauen Augen der deutschen Griechenland-Yachties – in Dankbarkeit für die Spar-Rettungen – evtl. noch eine zusätzliche Blaufärbung !!!
    Die vornehme finanzielle Zurückhaltung der Briten bei den „Rettungen“ hat ihrer Beliebtheit in Griechenland bisher jedoch keinen Abbruch getan. Ungerechte Welt !!