China: Kreditklemme rückt näher

Die Kredite chinesischer Banken sind im Januar deutlich niedriger ausgefallen als erwartet. Die Geldmenge ist auf dem niedrigsten Stand seit über zehn Jahren. Die Sorgen um genügend Liquidität nehmen zu.

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Die Situation in China verschärft sich zunehmend. Die neuesten Daten zur Kreditvergabe und zur umlaufenden Geldmenge schüren die Angst um gefährdete Liquidität und Rezession. Die Kredite chinesischer Banken, die im Januar vergeben wurden, sind viel niedriger ausgefallen als erwartet. Lediglich Darlehen in Höhe von 738,1 Milliarde Yuan (117 Milliarden Dollar) sind im ersten Monat des Jahres vergeben worden. Zwischen 2009 und 2011 sind die neuen Kredite im ersten Monat des Jahres immer über dem Niveau von einer Billion Yuan gewesen.

Der Rückgang der Kredite ist unter anderem auf die strenge Geldpolitik der Regierung zurückzuführen. Aber auch die Unternehmen haben weniger Kredite nachgefragt, da die Nachfrage aus Übersee deutlich abgenommen hat. Die Situation der globalen Wirtschaft macht sich immer stärker auch auf dem chinesischen Markt bemerkbar.

Ebenso beunruhigend ist die vorhandene Geldmenge, die im Januar den niedrigsten Stand seit Juni 2001 erreichte. Die chinesischen Exporte sanken im Januar um 0,5 Prozent – im Gegenzug stieg die Inflation zu Beginn des Jahres wieder (hier). Der IWF warnte bereits davor, dass Chinas Wachstum stark von der Rezession in der Euro-Zone gebremst werden könnte (hier).

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  1. James Griechen-Bond sagt:

    „Der IWF warnte bereits davor, dass Chinas Wachstum stark von der Rezession in der Euro-Zone gebremst werden könnte.“

    …was dann wiederum die Euro-Zone weiter in die Rezession treibt. Deutschland trifft es dann besonders.

    „Der Rückgang der Kredite ist unter anderem auf die strenge Geldpolitik der Regierung zurückzuführen.“

    Die restriktivere Kreditvergabe treibt die Chinesen noch verstärkt den Schattenbanken in die Arme.

    Und auch die informellen Kredite werden dort mittlerweile lieber zum Spekulieren eingesetzt als zum Produzieren. Das Potenzial für fröhliches Seifenblasenplatzen schwillt weiter mächtig an.

    Im Westen nichts neues… und offensichtlich auch nicht im Osten.