Portugal: Landwirtschaft wegen Trockenheit mit Verlusten

Weil wegen des geringen Niederschlags nur kleine Früchte gewachsen sind, stehen portugiesische Landwirte vor Problemen: Die Konsumenten wollen keine kleinen Orangen. Eine Verwertung bringt wesentlich weniger Ertrag.

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Landwirte in Portugal stehen vor großen Verlusten. Der schwache Niederschlag in dieser Saison hat dazu geführt, dass die Früchte auf den portugiesischen Anbauflächen wesentlich kleiner sind als üblich.

Auf die Qualität der Ware hat dies zwar keinen Einfluss, dennoch finden die Landwirte nur schwer Abnehmer für die kleineren Früchte. Großhändler nehmen sie ihnen nicht ab, weil Konsumenten bei Orangen und ähnlichem Obst Wert auf große Exemplare legen.

Die Alternative zum Stückverkauf ist die Saftproduktion. Dabei erhalten die Lieferanten allerdings empfindlich weniger Geld. Große Orangen können für zwölf bis 18 Cent pro Kilogramm verkauft werden. Kleinere Früchte werden hingegen im Bereich von zehn Cent pro Kilo gehandelt.

Eine weitere Belastung für die Landwirte ist die künstliche Bewässerung, die durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse nötig wird. Diese verursacht zusätzliche Kosten für die Anlagen und Strom.

„Regenwasser ermöglicht größere Früchte von gleicher Qualität, weil das Wasser vom Himmel verschiedene Mikroelemente enthält, den gesamten Baum befeuchtet und Nährstoffe liefert“, erklärte Horácio Ferreira, Vorsitzender des Verbandes für die Produktion von Zitrusfrüchten in der Algave der Nachrichtenseite theportugalnews.com.

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Kommentare

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  1. Adept sagt:

    Kleine Orangen, kleine Äpfel, krumme Gurken ?
    Aber Mais für Biosprit…wann wachen die Wähler auf und wählen diesen Alptraum ab ?

  2. Korsar sagt:

    Was ist mit diesem Land los? Die Stärken die man hat, werden einfach nach und nach lahm gelegt. Barrosos „Regierungskoalition“ ( Ein Skandal kam nach dem anderen ) hat sich seinerzeit wohl mehr mit den Gewinnen aus der Grundstücksspekulation beschäftigt, als mit den Ressourcen, die man natürlicherweise hat. Vollkommen unfähig.

    Was die Römer, während der Warmzeit leisteten, bringt ein ganzer Staat nicht fertig. Trotz der modernsten Bewässerungsanlagen, mit Tropfenbewässerung, u.s.w., ist Portugal nicht in der Lage zuverlässig Obst und Gemüse zu ziehen. Nicht einmal das, können die mehr. Die Überweisungen aus Brüssel haben für Bequemlichkeit gesorgt. Aber auch für die Abholzung und Zerstörung der Restwälder Portugals, die das Grundwasser rapide fallen ließ. Nun wir warten auf den Weihnachtsmann.

  3. Cuzco sagt:

    Größer, höher, weiter, mehr…

    …wird gefordert.

    Wir können doch alle dankbar sein, dass Mutter Natur uns so gut versorgt (auch bei ungünstigem Wetter) und es immer noch Bauern gibt, die noch nicht aufgegeben haben- auch wenn sich das Geschäft nicht mehr wirklich lohnt!

    Möchte nur wissen, welcher Schubladenschieber sich diesen Mist ausgedacht hat, dass Früchte eine gewisse Größe haben müssen!

    Au weia, die Welt wird immer verkommener…

  4. ghostdance sagt:

    „…weil die Konsumenten Wert auf große Exemplare legen“. Was für ein Schwachsinn! „Die Konsumenten“ werden gar nicht gefragt, sondern lebensferne Wasserköpfe legen Normen fest und liefern die passenden Behauptungen gleich mit dazu.
    Folgende Szene ereignete sich vor einigen Jahren auf unserem Wochenmarkt: ein Landwirt, der sich sehr um die Erhaltung uralter, einheimischer Obstsorten verdient gemacht hat, verkaufte an seinem Stand Äpfel. Es handelte sich um eine ca. 200 Jahre alte Sorte, die man in keinem Laden bekommt. Der Großhandel führt nur etwa 5 Sorten, in Deutschland gibt es aber etwa 180 Apfelsorten.
    An den Stand dieses Landwirtes kam eine Dame, entsandt von einer EU Behörde. Sie hatte die Aufgabe, anhand eines Meßgerätes die Größe der angebotenen Äpfel zu ermitteln und festzustellen, ob diese der EU-Norm für Tafelobst entsprechen.
    Die Äpfel des Landwirts waren zu klein. Der Bauer mußte eine empfindliche Geldstrafe bezahlen, verbunden mit der Auflage, diese und andere „nicht normgerechte“ Äpfel (gilt für fast alle alten Sorten) nicht mehr zu verkaufen. Bei Zuwiderhandlung droht ein Zwangsgeld von Euro 20.000.
    Der Kunde darf also nicht selbst entscheiden, ob er schmackhafte, aromatische Äpfel aus heimischem Anbau kauft, deren Größe für jeden auf den ersten Blick ersichtlich ist. Statt dessen entscheidet die EU für ihn und pampert die Agrarindustrie und Importware.
    Anmerkung: natürlich kann man solchen Terror auch souverän ignorieren!

    • mandelkern sagt:

      Das ist nur der Anfang von Ende der alten Obstsorten.
      Bislang kann die Dame von der Obstüberwachung nur die Grösse der Äpfel beanstanden.
      Nach 2012 kann sogar der Verkauf der Äpfel selbst verboten werden.
      Von den alten Sorten haben nämlich sehr viele keine „EU-Zulassung“ und dürfen dann nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.
      Es sei denn, die Bauern nehmen die Kosten auf sich, und lassen jede einzelne ihrer alten Sorten beim Bundessortenamt registrieren.

      Wenn kleine Obstbauern künftig neue Sorten züchten, wie dies seit Jahrhunderten gemacht wird und zu der grossen Sortenvielfalt an Obstbäumen bei uns geführt hat, oder ein Zufalls-Sämling sich als gelungen erweist, müssen sie für jede neue Art ein 5jähriges Prüfverfahren mit Kosten von ca. 5.000 € hinter sich bringen, bis sie das Obst von diesen Bäumen verkaufen dürfen.
      Das gilt nicht nur für Äpfel, sondern auch für anderes traditionelles Obst wie Pflaumen, Kirschen, Pfirsiche, Mirabellen, Birnen usw.

      http://www.n24.de/news/newsitem_6123662.html

      • Munnie sagt:

        Das wird ja immer grotesker!
        Da hilft nur eins: Die EU muss endlich weg!

        Stichwort: Konsumverzicht für EU-genormte Lebensmittel und regionaler Einkauf. Das dürfte dem System auf die Sprünge helfen.

      • ghostdance sagt:

        @mandelkern
        Die EU bringt nichts als Terror und Bevormundung und muß weg. Komplett.

        Ein Tip zur einstweiligen Selbsthilfe, die alten Obstsorten betreffend:
        Man kann einen Verein gründen, z.B. den „Verein zur Erhaltung alter Obstbaumsorten“. Dieser Verein (also der Obstbauer und seine Kunden) erzeugt Obst und gibt es gegen eine „Spende“ an seine Mitglieder ab. Die Vereinsmitglieder verteilen das Obst im Freundes- und Bekanntenkreis, wiederum gegen eine „Spende“. Wenn man das ein bißchen kreativ anstellt, bleibt alles beim Alten, es heißt dann nur anders. Ist natürlich nur für den Übergang gedacht und ändert nichts am Grundsätzlichen (s.o.).

        • mandelkern sagt:

          Solche Vereine gibt es bereits.
          Beim Gemüse gelten die EU-Zulassungsrestriktionen nämlich schon seit Jahren.
          All die guten alten Sorten Tomaten, bunte Möhren, Paprika in allen Formen und Farben usw., die kein Zulassungsverfahren hinter sich gebracht haben, dürfen nicht als Lebensmittel verkauft werden.
          Weder das Saatgut, noch die Pflanze, geschweige denn die Früchte.
          Bauern müssen solche Kulturpflanzen als „Dekoration“ oder „nur für Sammlerzwecke“ deklarieren, sonst machen sie sich strafbar.

          Hier ein aktueller Fall:
          „Kokopelli, das französische Netzwerk zur Saatgut-Erhaltung mit 6.000 Mitgliedern, hatte einen Prozess gegen das Vermarktungsverbot für nicht eingetragene Sorten beim EuGH angestrengt, nachdem es wegen des Vertriebes solcher Sorten zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro und Unterlassung verurteilt worden war. Gegen Kokopelli hatten auch der Rat und die Kommission der EU sowie die Regierungen Frankreichs und Spaniens Partei ergriffen.“

          Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs dazu steht noch aus.

          Natürlich kann man privat alte Sorten weitergeben oder tauschen.
          Aber es ist geradezu grotesk, dass Gärtner und Bauern, die die Biodiversität erhalten und fördern (durch alte, robuste Pflanzen, die weniger Dünger und Pestizide benötigen und auch in kälterem Klima anbaubar sind) und den ausdrücklichen Wünschen der Verbraucher nach gesunden Lebensmitteln entsprechen, entweder illegal handeln oder für viel Geld versuchen müssen, eine EU-Zulassung für die alten Sorten zu erhalten.
          Den Standard für ein modernes Gemüse setzt nämlich die Agrar-Industrie: hoher Ertrag, gleichförmige Früchte, lange Lager- und Transportfähigkeit usw.
          Das schaffen nur Hochleistungs-Hybriden, die dann nicht mehr sortenecht aus Samen vermehrbar sind.
          Von Gentechnik-Einsatz ganz zu schweigen.

          Wer – so wie ich – vom Gebaren der EU seit Jahren einen Hals kriegt, weil ihm gesunde Ernährung und Erhaltung der kulturellen Vielfalt ein Anliegen ist, kann sich hier einbringen:

          http://www.nutzpflanzenvielfalt.de/aktionen
          http://www.arche-noah.at/etomite/index.php?id=83

    • Korsar sagt:

      Ja, der Markt wird nach und nach Monsantogerecht gemacht.

  5. Kobra Wegmann sagt:

    Portugiesen: Bisher hatten sie kein Glück, und nun kommt auch noch Pech dazu.

    • Korsar sagt:

      Die Rosenrevolution sorgte dafür, das die Grossgrundbesitzer, die ihr Land nur einmal im Jahr, zum Jagen, betraten enteignet wurden. Ansonsten gab es daran kein sonderliches Interesse.

      Das wurde wieder rückgängig gemacht, weil man so etwas in der EU nicht haben wollte. Ja und mit dieser Mentalität beherrschen sie noch heute das Land.

      Kleinbauern, werden wie in Spanien vom Grundwasserbezug ausgeschlossen. Man gräbt einfach tiefer und der Kleinbauer muss sein Land, nun trockenes, wertloses Land, vekaufen.

  6. mandelkern sagt:

    An den Konsumenten liegt das Problem nicht.
    Die würden auch kleinere Orangen akzeptieren, besonders dann, wenn sie in echter Bio-Qualität angeboten würden:
    weniger Wasser, mehr Vitamine und Mineralstoffe, besserer Geschmack.
    Gehandelt werden sie im Kilopreis, also gäbe es mehr Orangen für’s gleiche Geld.
    Sondern am Handel und den EU-Richtlinien für Obst und Gemüse, die heute jeder Feldfrucht die Grösse, Form und korrekte Gesinnung vorschreiben.

    • Industriekauffrau sagt:

      Der „EU-Obst-Faschismus“ 😉

      • mandelkern sagt:

        Kann sich noch jemand erinnern, wann er die letzte krumm gewachsene Gurke im Sortiment gesehen hat?
        lang ist’s her.
        Über die Gurkenbiegerei der EU damals in den 90ern wurde zwar gespottet, aber kaum jemand erkannte es als das, was es war:
        der Beginn einer Orwellschen Ära, die schlussendlich jeden Bürger in Form zwingen wird.

        • Industriekauffrau sagt:

          @ mandelkern:

          Ich meinte meinen Kommentar wirklich ernst 🙂

          „Politisch-nicht-korrekten-Argarprodukten werden sofort und ohne Rücksicht aus dem Verkehr gezogen und ihnen wird die Vermehrung (zur Reinhaltung ausgewählter Agrarsorten) strikt untersagt…“ Erinnert mich an irgendetwas… 😉

  7. hammer sagt:

    In welcher Welt leben wir eigentlich! Kleine Früchte kaufen wir nicht, aber Schulden für große machen wir schon… Unsere Großeltern hätten nur den Kopf geschüttelt. Zu Recht

  8. Steuerzahler sagt:

    Der Euro bringt uns Wohlstand und Frieden.
    Die Rettung Griechenlands kostet uns nichts.

    Man fragt sich wirklich, wieso Politiker so dreist Lügen und Betrügen!

  9. Sugenrastafari sagt:

    „Auf die Qualität der Ware hat dies zwar keinen Einfluss, dennoch finden die Landwirte nur schwer Abnehmer für die kleineren Früchte.“

    Mein Gott, wo leben wir. Es gehört wirklich ein super Crash her. Zu klein, kaum zu fassen. Hergott seid froh wenn es überhaupt was zum knabbern gibt. Echt, ich bin schokiert.

    • Korsar sagt:

      Portugal ist aber auch nur zu unfähig anzubieten. Man wartet bis ein „Verbraucher“ aus Skandinavien oder Deutschland zum Einkaufen kommt. Einfach hinstellen und schwatzen, kommt dann niemand, dann jammert man.
      Grauenhaft, diese Vervollkommnung der Unfähigkeit.