Griechenland-Proteste: 70 Millionen Euro Schäden

Nach ersten Einschätzungen der Industrie- und Handelskammer Athens belaufen sich die Schäden der eskalierten Proteste am Sonntag auf rund 70 Millionen Euro. Die Regierung sichert Unternehmern Hilfe zu.

Aktuell:
Deutschland und Niederland glauben nicht, dass Griechenland sparen will

Die Athener Industrie- und Handelskammer (ACCI) hat begonnen die finanziellen Schäden der Ausschreitungen in der Innenstadt Athens zu erfassen. Wie die griechische Zeitung Proto Thema berichtet, geht ACCI vorerst von Schäden in Höhe von rund 70 Millionen Euro aus.

Kostas Michalos, der Präsident von ACCI, sagt, infolge der Eskalation seien nun viele Unternehmen in einer schwierigen Lage. Die Zerstörungen wären ein ultimativer Schlag inmitten der Wirtschaftskrise. Mehr als 150 Geschäfte sind in Brand gesetzt worden – auch historische Gebäude wurden zerstört (mehr hier)

ACCI hat zudem erhebliche Schäden an zahlreichen – auch historischen – Gebäuden, öffentlichen Bereichen und einem wesentlichen Teil der städtischen Infrastruktur festgestellt. Die Athener Industrie- und Handelskammer hat bisher nur die Schäden in den Einkaufstraßen der Innenstadt aufgenommen – unter anderem die Straßen Amalias, Filellinon, Mitropoleos sowie Monastiraki. Dort allein sind etwa 200 Betriebe betroffen. Nachhaltige Schäden seien vor allem bei Banken, Buchhandlungen, Juwelieren, und Supermärkten zu verzeichnen.
Die Regierung will jedoch beim Wiederaufbau Hilfe leisten. So sagt Regierungssprecher Pantelis Kapsis: „Es werden Wege geprüft, die Bürger, deren Eigentum zerstört wurde, zu unterstützen“.

Mehr zum Thema:
Griechische Politiker schauten während Schicksals-Debatte Basketball im TV
Wütende Bürger Griechenlands stürmen Büros von Politikern
Griechenland verkündet Neuwahlen im April

Kommentare

Dieser Artikel hat 31 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. bate sagt:

    Operation Gladio und Loge P2 lassen grüßen…

  2. hunsrückbauer sagt:

    ach, das ist doch nix im vergelich zu den schulden….das bisschen billige mobiliar….

  3. WiKa sagt:

    Also 70 Millionen Schäden? Können die sich das überhaupt leisten? Man sollte es von den Hilfszahlungen abziehen. Reine Geldverschwendung … wenn es denn so einfach wäre. Vielleicht muss man einfach mal anerkennen, dass die Mentalitäten der Menschen nicht EU-normiert sind, obgleich sich alle Eu-Kommissionen bemühen dies zu realisieren. Aber gerade an der Normierung der Menschen wird es scheitern, dafür muss man nicht einmal Prophet sein und das hat auch etwas beruhigendes, denn so bleiben uns unterschiedliche Mentalitäten erhalten.

    Wo ist jetzt das Kernproblem? Richtig, man muss dann auch solchen Mentalitäten ihre eigenen Räume zubilligen und da laufen die Uhren und der Takt eben anders, aber sie leben auch. Übrigens, wären alle Europäer diesbezüglich so gleich und normiert wie heute gefordert, dann bestünde das Problem nicht, weil die Griechen im Takt mit den Deutschen längst „Weltmeister“ wären … wir wissen die Geschichte ist anders und man muss es nicht beklagen.

    Und so bleibt es bei der Erkenntnis, auch wenn politisch etwas anderes gewollt ist, wenn man diese Entwicklung auf die Spitze treibt dann kann es nur mit einem Knall enden, der entweder in einer EU-Diktatur mündet oder in der bisherigen Souveränität der Staaten und Trennung ungleicher Gespanne bezüglich ihrer selbst zu verantwortenden Leistungsfähigkeit. Robert Lemke hätte jetzt gefragt: „Welches Schweinderl hätten’s gern“, aber wir haben auch nicht sonderlich mehr Auswahl auf dem Tisch.

    Und wenn es keine Diktatur wird, wonach es bislang noch aussieht, dann liebäugle ich schon mit der neuen Europa-Flagge
    http://qpress.de/2011/06/24/europa-bekommt-neue-flagge-mit-trauerflor/ (hier ein wenig beschrieben), die den anderen Teil dieser Geschichte beschreibt[/url] … ist aber bislang rein satirische Gedankenwelt, auch wenn die Realität diese am Ende noch toppen sollte. Ich jedenfalls wünsche den Griechen viel Erfolg dabei ihre Eigenständigkeit zu erhalten und sie haben sich in diesem Kampf einen großen Gegner (nicht) ausgesucht der ihre parlamentarischen Eliten längst im Würgegriff hat.

  4. Gismorundsusi sagt:

    In Griechenland wurden bezahlte Randalierer eingesetzt, dafür gibt es Beweise!!! Der größte Teil der Demonstranten sind friedlich.