China plant Bailouts von Regionen

Die lokalen Regierungen in China sind maßlos überschuldet und können die Schulden nicht zurückzahlen. China hat nun die Banken dazu aufgefordert, die Laufzeiten für die Kredite einfach zu verlängern. Ein Bailout für lokale Regierungen ist ebenfalls auf dem Plan.

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Das fünfjährige Konjunktur-Programm der chinesischen Regierung hat die lokalen Regierungen in massive Kreditabhängigkeit geführt. Zahlreiche Infrastruktur- und Immobilienprojekte wurden in Angriff genommen. Insgesamt liegt der Schuldenberg der Provinzen und Städte bei 1,7 Billionen Dollar – rund ein Viertel der chinesischen Wirtschaftsleistung. Das Problem: Mehr als die Hälfte der Kredite würde normaler Weise in den nächsten drei Jahren auslaufen.

Um eine Welle von Zahlungsausfällen zu verhindern, hat die chinesische Regierung die Banken dazu aufgefordert, die Laufzeiten der Kredite zu verlängern. Die FT berichtet, dass einige Laufzeiten sogar um bis zu vier Jahre verlängert wurden (während die Privatwirtschaft keinen Aufschub erhält – hier). „Eine entsprechende Laufzeitverlängerung ist im Interesse der Banken“, sagt Fan Jianping, Chefökonom des staatlichen Informationszentrums. „Auf längere Sicht werden die Investitionsprojekte, die während der Finanzkrise ins Leben gerufen wurden, kein Problem haben, einen Gewinn zu erzielen“. Bisher seien viele Projekte einfach noch nicht abgeschlossen. Müssten die Schulden sofort beglichen werden, würde das die den Druck nur unnötig erhöhen. Analysten gehen jedoch davon aus, dass sich durch die Verlängerung der Wert der Kredite eher verschlechtere.

Die chinesische Bankenaufsichtsbehörde wollte zu diesem Thema keine Stellung nehmen. Bis Mitte vergangenen Jahres bestand sie darauf, dass die lokalen Regierungen ihre Kredite in vollem Umfang und rechtzeitig zurückzahlen werden. Doch im Oktober erwägte Zhou Mubing, der stellvertretende Vorsitzende der Bankenaufsicht, bereits eine mögliche Verlängerung der Laufzeiten. Auch ein Bailout, bei dem die lokalen Schulden übernommen werden könnten, sei in Erwägung gezogen worden, so ungenannte Quellen der FT. Die chinesische Regierung hat einen sehr großen Einfluss auf das Bankensystem. Von wirklicher Unabhängigkeit kann in diesem Fall nicht gesprochen werden.

Es soll jedoch nicht ohne Einschränkungen Laufzeitverlängerungen für Kredite geben. Es gebe für derartiges zwei Kriterien. Die Investition muss auf eine reale Nachfrage gestützt sein und die Investitionen müssten im Einklang mit dem 5-Jahres-Plan der Regierung entsprechen, der auf Modernisierung der Industrie und sauberes Wachstum setzt.

Das Problem der Finanzierung der lokalen Regierungen ist allerdings nicht nur zum Schuldenproblem dieser jeweiligen Regierungen geworden, sondern auch zum Überlebenskampf der chinesischen Unternehmen. Als die Kreditanforderungen zur Dämpfung der Wirtschaft angehoben wurden, konzentrierten sich die chinesischen Banken hauptsächlich auf die Kreditvergabe an staatliche Unternehmen (in der Privatwirtschaft sind die Unternehmen massiv unter Druck geraten – hier). Die zurückgehenden Exporte (hier) verschlechtern die Situation der Unternehmen zusätzlich.

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Kommentare

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  1. flonic sagt:

    Also ich finde die DMN super!

    Hier erfährt man was mit Kasino-Kapitalismus eigentlich gemeint ist. Wen die Kugel trifft, wie jetzt China, muss zahlen.

    Die Frage was noch nicht beantwortet wurde, WER wirft die Kugel?

  2. Coza sagt:

    Es sollte doch China nicht schwer fallen, die Provinzschulden aus seinem Handelsüberschuss gegenüber den USA zu zahlen.

    • Skippie sagt:

      Die Deviseneinnahmen aus dem Handelsüberschuss nutzen nichts, wenn die Kredite in Yuan laufen. Mit Dollar kann man da nichts bezahlen.

      • schlaumeister sagt:

        Wenn China seine US Staatsanleihen in riesigen Mengen auf den Markt
        wirft, erleidet es gigantische Verluste, so viele Käufer gibt es nicht,
        außer Heilben, der monetisiert auch Billionen, aber die USA sind dann
        gleich flügellahm und kaufen keine chinesischen Waren mehr, die
        unheilige Allianz ist sowieso demnächst zum Scheitern verurteilt.