OECD: Deutsches Bankensystem extrem gefährdet

Die deutsche Wirtschaft ist einem großen Risiko ausgesetzt, falls die Euro-Krise nicht gestoppt werde, heißt es in einem Bericht der OECD. Auch die Banken seien sehr verwundbar – eine Kreditklemme könnte eintreten.

Aktuell
Gefahr der Instabilität: EU-Kommission will 12 Staaten überwachen

Wenn es Deutschland nicht gelingt, die Krise in der Eurozone zu beenden, bestünden für Deutschland „beträchtliche Abwärtsrisiken“, warnte die OECD am Dienstag in einem Bericht über Deutschland. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung rechnet lediglich mit einem Wirtschaftswachstum „um die eineinhalb Prozent“ in diesem Jahr. Die heimische Wirtschaft sei getroffen von dem sinkenden Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher.

Wenn sich die Krise in der Eurozone verschlimmere, müsse die deutsche Regierung ein größeres Haushaltsdefizit akzeptieren, so die OECD. Den Maßnahmen zur Eindämmung der Arbeitslosenquote und anderen „automatischen Stabilisatoren“ der Wirtschaft müsste ohne Einsparungen an anderer Stelle weiter nachgegangen werden. Zudem müssten auch „zeitlich begrenzte Anreize“ in Betracht gezogen werden, sollte sich das Wachstum weiter verlangsamen.

Besonders beunruhigend bewertet die OECD die Situation des schwachen Bankensektors. Eine signifikante Verschlechterung der Krise werde „erhebliche, negative Auswirkungen“ auf das Bankensystem haben. Eine inländische Kreditklemme könnte die Folge sein. Bei den Banken gibt es zudem Anzeichen dafür, dass nicht alle Risiken bei dem Erreichen der neuen Eigenkapitalquote geprüft wurden. Es bestehe eine „hohe Anfälligkeit“ auf „Finanzmarkt-Stress“, so die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit. Die Regierung sollte die Gespräche mit dem Bankensektor in dieser Hinsicht intensivieren.

Die Landesbanken, die von den Landesregierungen und kommunalen Sparkassen gehalten werden, seien besonders anfällig. Hier fehle es an einem „tragfähigen Geschäftsmodell“ und einer daraus resultierenden „niedrigen Kapitalausstattung und Rentabilität“.

Der am Dienstag veröffentlichte Bericht kann mit Blick auf das Eurogruppen-Treffen als Warnschuss an Deutschland gewertet werden. Etliche deutsche Politiker haben bereits signalisiert, dass sie eine pleite Griechenlands nicht mehr ausschließen. Zudem wankt das Rettungspaket für Griechenland. Vor allem Deutschland und die Niederlande glauben nicht, dass Griechenland wirklich sparen wird (hier).

Mehr zum Thema
Neue EU-Forderung: Griechenland muss 2,6 Milliarden Euro kurzfristig sparen
EZB-Kredite sind Turbo für die Bonuszahlungen bei den Banken
Deutschland und Niederlande glauben nicht, dass Griechenland sparen will

Kommentare

Dieser Artikel hat 76 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Carl W Grell sagt:

    Carl, Hotelier an der Ostsee fragt:
    Ich befinde mich in einer Klemme! Was halten Sie für angebracht angesichts der trostlosen Lage bei den deutschen Banken. Ich besitze ein 140 m2 großes festes Haus im südlichen Florida, Fort Lauderdale, Strandnähe ca. 500 m , eigener Bootsanleger am Kanal, seit 17 Jahren. Es sind keine Belastungen drauf. Ursprünglich beabsichtigte ich einen Verkauf. Sollte man es behalten oderverkaufen und den Ertrag in risikoreichen Euro nach Deutschland bringen???

  2. marcus regenberg, Krefeld sagt:

    Was machen Banker bei den Euro-Gipfeln?

    Banken und griechische Regierung haben sich nach Medienberichten auf
    einen Schuldenschnitt geeinigt – auch wenn die Veroeffentlichung der
    Details noch aussteht. Das Corporate Europe Observatory veroeffentlichte
    im Januar eine Studie zur Rolle der Banker bei den EU-Gipfeln zur
    Griechenland-Krise. Sie kritisiert die Allgegenwart der Banken bei den
    Entscheidungen und die Intransparenz des Europäischen Rates.

    http://www.lobbycontrol.de/blog/index.php?p=9393

    Grusz,

    marreg

  3. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    mit dem Vorgehen gegenüber GR hat sich die EU erledigt. Sie hat gezeigt, dass sie trotz aller zusätzlichen Gesetze, Institutionen, Bürokraten und Finanzmittel nicht mehr ist, als das was sie von Anbegin an war: eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft.

    Der € hat lediglich dafür gesorgt, dass die deutsche Exportwirtschaft mit einer schwächeren Währung als der DM gegenüber dem Ausland konkurieren mußte und der € im Innenverhältnis für die Staaten €-Lands eigendlich viel zu teuer ist. Die rotgrüne Agenda 2010 hat dem nochmals einen Schub verliehen.

    D hat zwei europäische Waffengänge in den vergangenen 100 Jahren verloren, es wird auch diesen Wirtschaftskrieg verlieren, spätestens dann, wenn die Vermögen der 99% Bürger Deutschlands die zur Aufechterhaltung von Exportmärkten der deutschen Wirtschaft dienen, von der deutschen Politik verzockt sind.

    GR hat zwar kaum noch was zu “Fressen” aber die, bei der deutschen Export-wirtschaft bestellten Waffen für 2 Mrd. €, die stehen außer Frage. Es ist unser Geld, mit dem diese Produkte bezahlt werden und das der deutschen Waffenindustrie schöne Gewinne ermöglicht.

    86% der demnächst fälligen 130 Mrd. € für GR gehen direkt an die Banken, Banken, denen deutsche, französische, englische Anleihen zu wenig Rendite abwarfen, Banken, die lieber mehr Risiko bei mehr Rendite inkauf nahmen, Banken die den Hals nicht vollkriegten und jetzt kurz vor dem Exitus stehen, weil sie den Schlund voll Müll haben, der, wenn sie ihn runterschlucken, sie umbringt. Deswegen ermöglicht die Politik ihnen, dass sie den Müll den Bürgern vor die Füße “kotzen” dürfen, der ihn dann wegräumt.

    Inzwischen wird aber von Banken und Hedgefonds auch fleißig gezockt. Man weiß ja, dass einen die Politik nicht fallen läßt. Die haben jede Menge Müll gekauft und sich untereinander mit CDS abgesichert, dass falls ihnen der Müll abfackelt, sie dessen Nominalwert erstattet kriegen. Verweigert die Troika GR jetzt die 130 Mrd. stehen Zocker und Banken im Regen, weil GR seine Zinsen nicht bezahlen kann, der Müll abfackelt und sie mit den CDS für einander einstehen müßten – und das würde sie umbringen, das wäre der finale Tod der Zockerbande.

    Wer will das schon – außer uns Bürgern, die wir nachher so oder so wieder den Müll wegräumen müssen?

  4. philipp johannes sagt:

    nahezu zum gleichen zeitüunkt erscheint dieser artikel:
    http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:schuldenkrise-fitch-warnt-vor-kreditschwemme-in-deutschland/60168768.html

    wo kann ich den oecd bericht bitte finden ?
    ist er verlinkt im arikel und ich sehe es nur nicht, oder gibt es ihn anderweitig.

    danke.

  5. Korsar sagt:

    Das sinkende Vertrauen der Verbraucher, ist weniger das Vertrauen beim Kauf, als die mangelnde Kaufkraft. Mangelnde Kaufkraft bei Millionen erwachsener Menschen durch deren Endlosschleifen im Sozial- und Fortbildungssystem, zwecks Verschleierung der tatsächlichen Arbeitslosenzahlen. Und dies, ist direkte Folge der AGENDA 2010, die Sozialleistungen einzuschränken, und mehr Eigenverantwortung des Einzelnen zu implementieren. Eigentlich blanker Zynismus. Die AGENDA 2010 oder besser bekannt unter Hartz4. Peter Hartz ist Namensgeber, SPD- und Gewerkschaftsmitglied. Der das fördern und fordern forderte. Der grösste Teil, derjenigen, die einmal in die Mühle der Ämter kommt, muss allerdings seine Kräfte zum Überleben, in diesem Gestrüp aufwenden, bis er merkt, das es in Deutschland, nicht ansatzweise, ausreichend normale Arbeitsstellen gibt.

    Den Arbeitslosen Menschen wird im Umkehrverfahren zur Last gelegt, das sie sich nicht ausreichend um eine „Beschäftigung“ kümmern.

    Dies, trotz der unbeschränkten Öffnung Deutschlands für einen ominösen „EU- Arbeitsmarkt“, der dafür sorgt, das ganz Deutschland nun schlesische Weberzustände hat. Und die Unternehmer, im Regen stehen, die zu ihren Landsleuten stehen und diese auch mit Anstand bezahlen möchten. Diesen wird der Boden unter den Füßen weggezogen, weil in Deutschland die wildesten Arbeitsmöglichkeiten, zum Fast Nulltarif, bestehen.

    Seit der Vereinigung Mitteldeutschlands mit der Bundesrepublik investierten, die Kapitalunternehmen nur in Abwanderung. Laut OECD- Bericht, ist Deutschland seit diesem Zeitpunkt, das Land, welches die niedrigste Investitionsquote im Inland vorweist. Und, diese „Investitionsquote“ soll nun für eine virtuelle „beinahe Vollbeschäftigung“ Sorge tragen. Es ist egal, was man wählt. Man wählt das Falsche.

  6. Erich Paus sagt:

    Welch dösiges und korruptes Geschwätz von der OECD. Die Finanzverbrecher und ihre Kollaborateurre und Komplizen haben offensichtlich alle Institutionen der westlichen Welt besetzt.

    Eine V e r s c h w ö r u n g

    Es sind die kreditüberfressenen Banken der USA und der PFIIGS-Staaten, die pleite gehen.
    Und das müssen sie auch.
    Sonst wäre ihr Plünderungszug ja erfolgreich.
    Mit diesem Stuß versucht man die deutsche Regierung zu nötigen, die deutsche Staatskasse „wohlbegründet“ den Plünderern auszuliefern.
    Laßt die BanksterGangster, Plünderer und Spekulanten endlich ihre Systemrelevanz zeigen und Verantwortung übernehmen :
    Insolvenz jetzt.
    Dann kommt alles in Ordnung.
    Laßt euch von OECD, IWF, EU-Kommission, EZB, Bundesregierung, dem Bundestag und seinem Parteienmob nicht verarschen.
    Zieht die V e r s c h w ö r e r dort zur Verantwortung.
    Wegen Diebstahl, Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung, Zersetzung, Sabotage, Verschwörung und Hochverrat gegen das deutsche Volk.

    • Autofokus sagt:

      Die Lobhudelei über Deutschland, hat den Zweck, den grössten Geldgeber der EUDSSR weiterhin zu motivieren, so lange bis der ESM in Kraft ist.
      Danach wird Deutschland nicht mehr gebraucht. Das Ermächtigungsgesetz wird auch Deutschland dahin führen, wo heute Griechenland steht. Ich wiederhole nochmals : ESM = Europäischer Selbst-Mord.

      Ich will, dass alle Namen derer veröffentlicht werden, die den ESM kreiert haben !
      Ich will dass die Namen ALLER Politiker europaweit veröffentlicht werden, die dieses Gesetz abnicken !