Neue EU-Forderung: Griechenland muss 2,6 Milliarden Euro kurzfristig sparen

Das Vertrauen der Gläubiger ist verspielt. Ohne kurzfristige Einsparungen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro fließt kein weiteres Geld nach Griechenland. Aus diesem Grund wurde das Eurogruppen-Treffen für Mittwoch abgesagt.

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Zu oft mussten die internationalen Kreditgeber feststellen, dass Griechenland trotz erstem Rettungspaket die entsprechenden Sparmaßnahmen und Reformen nicht umsetzte (Deutschland und die Niederlande sind nun besonders skeptisch – hier). Ein Vertragsdokument, dass der Nachrichtenagentur The Associated Press vorlag, zeigt Bedingungen für das nächste, mögliche Rettungspaket.

Demnach muss die griechische Regierung Einsparungen von rund 2,6 Milliarden Euro vornehmen und umsetzen. Ohne Umsetzung fließt kein Geld in Form eines Rettungspaketes. Dies heißt im Umkehrschluss, dass diese Kürzungen vor dem 20. März umgesetzt werden müssen: An diesem Tag läuft für Griechenland ein Kredit in Höhe von 14,5 Milliarden Euro aus. Geld, das das Land selbst nicht mehr aufbringen kann. Ein offizieller Bankrott wäre die Folge.

Die 2,6 Milliarden Euro setzen sich aus mehreren Stücken zusammen. Die Ausgaben für Arzneimittel müssen um eine Milliarde Euro reduziert werden – der Verteidigungshaushalt um 300 Millionen Euro. Hinzu kommen vorgesehene Kürzungen durch Einsparungen bei den Ausgaben für die Regierung und die Wahlen in Höhe von 270 Millionen Euro sowie Kürzungen von Subventionen an die Pensionskassen um 300 Millionen Euro. Darüber hinaus sollen öffentliche Investitionen in Höhe von 400 Millionen Euro „durch Kürzungen bei den Subventionen für private Investitionen und staatlich finanzierte Investitionsprojekte“ eingespart werden. Übrig bleiben 325 Millionen Euro, bei denen die griechische Regierung selbst ermitteln muss, wo sie gekürzt werden können. Letzteres soll helfen, den verfolgten, festgelegten Verschuldungsgrad zu erreichen. Das Hauptproblem der EU: Die Griechen wissen genau, dass der Großteil der Hilfszahlungen für den Schuldendienst zu verwenden ist und zeigen daher wenig Kreativität, das Geld aufzutreiben.

Da eine schnelle Lösung unwahrscheinlich ist, wurde das Eurogruppen-Treffen für Mittwoch abgesagt. Jean-Claude Juncker sagte, Athen hätte die notwendigen Forderungen nicht erfüllt. Auch die schriftliche Versicherung, die Maßnahmen der Troika umzusetzen, hätten zwei griechische Parteiführer noch nicht erbracht. Nun soll es Mittwoch lediglich eine Telefonkonferenz geben. Das Treffen ist zunächst auf nächsten Montag verschoben.

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Kommentare

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  1. J.J.Rousseau sagt:

    An die Redaktion: Wo ist die Referenz für die 2,6 Milliarden zusätzlich sparen? In keinem Medium habe ich bis jetzt was darüber gefunden? Auch Golom spricht immer noch von 300 Mill.?

  2. F*G sagt:

    Toll…
    Da hört man also, das Deutschland nicht glaubt das Griechenland die Kurve kriegt.
    Toll….
    Trotzdem würde die Bundesregierung gerne Geld und Sicherheiten schicken, das wir selbst nicht haben und selbst dann Schulden machen und der Schuldendienst weiter steigt.
    Toll
    Für wen wäre das Geld dann eigentlich gewesen ? In Griechenland findet zur Zeit eine Insolvenzverschleppung der schlimmsten Art statt. Auf Kosten der unmündigen , nicht nur deutschen, Steuerzahler.
    Toll…
    Hier versucht man gnadenlos die „großen“ Gläubiger zu bedienen damit sie keinen Schiffbruch erleiden, wie Banken,Großanleger (Versicherungen) und das Bezahlen der Ausstände nichtgriechischer Wirtschaftsunternehmen.
    Toll…
    Ja, ganz ehrlich. Wir sind die Doofen mit der Holzuhr.

  3. Klotho sagt:

    Die verfehlte Politik der EU der letzten Jahre zeigt seine Früchte, das hat nur Korruption und Vetternwirtschaft gefördert. Aber dieser Schaden läßt sich nicht mehr gutmachen.

    Der EU-Apparat sollte selber anfangen zu sparen und all die unsinnigen Subventionen einsparen, diese Subventionen laden nur zur Korruption ein.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Mit den Politikern die sparen sollen ist es wie mit den Rauschgiftsüchtigen, die keine Drogen mehr nehmen sollen. Wie hoch ist die Erfolgsrate ? Genauso ist es mit den Politikern. Die sind süchtig nach Geld, Macht, Eitelkeit und ihrem Schloß (EU-Palast, Europ. Parlament, Dienstwagen, Chaffeur, Haushaltshilfe, Kindermädchen, etc.). Natur, Gemütlichkeit, Familie, Lebensfreude, das sind für sie Fremdwörter. Eugentlich müßten sie alle psychiatriert werden.

  4. Rico Coracao sagt:

    Und bei uns gibt es plötzlich eine neue Kinderlos-Steuer (pro Partner!!)

    und man sagt der OECD hinten rum:
    „Sagt UNS bitte mal -ganz offiziell-, wir sollen die Mehrwertsteuer erhöhen,
    auch auf die 7% Klausel bitte -explizit- hinweisen! Dankeschön..“

    ist doch ganz klar zu durchschauen, diese Spielchen..
    wir werden hier Alle in die 2.Welt abrutschen, dank der tollen Euro Gemeinschaft..

    • heide preiss sagt:

      @ rico coracao
      eine mögliche „kinderlos-steuer“ wäre eine bodenlose unverschämtheit. ABARTIG!!!!!!! wie viele KÖNNEN ÜBERHAUPT KEINE FAMILIE GRÜNDEN, da die berufliche situation (BEFRISTETE ARBEITSVERTRÄGE) oder auch mangelnde kitaplätze dies nicht zulassen. schröder-mädchen hat heute auch gleich den kommunen die schuld in die schuhe geschoben, weil sie sich nicht an die vereinbarungen von vor 5 jahren gehalten haben. sagt sie. wir haben eine finanzierungskrise, die bei ihr wohl noch nicht angekommen ist.
      bald wird das ehegattensplitting abgeschafft, bin ich mir sicher. darum geht es bei dieser „diskussion“ eigentlich.

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      Thema `Steuer auf Kinderlosigkeit´

      Das aktuelle Thema ist erkennbar Teil einer immer wiederkehrenden Strategie.
      Am aktuellen Thema möchte ich daher hier den Ablauf einmal in der Ausführung beschreiben:

      Die Idee wird aufgetischt, das Volk empört sich, die Kazlerin wiegelt ab, das Volk ist beruhigt.
      Nach einer Weile ist die Idee in verschiedenen Varianten erneut auf dem Tisch, das Volk empört sich wieder, die Kanzlerin wiegelt wieder ab, das Volk ist wieder beruhigt.

      Kurz vor der Wahl wird ein ausgearbeiteter Gesetzesentwurf zur (bereits gewohnten) Diskussion gebracht, das Volk empört sich noch mal, die Kanzlerin verkündet (unmittelbar vor der Wahl): „So ein Gesetz ist mit mir nicht zu machen!“
      Das Volk jubelt ob des vermeintlichen „Sieges“ und wählt die Kanzlerin.

      Nach der Wahl gibt die Kanzlerin zum umstrittenen Gesetzesentwurf ihren Segen und erklärt es zur (alternativlosen) gerechten Sache.

      Die „Qualitätsmedien“ bejubeln die Entscheidung als „grossen Wurf“, das Volk wundert sich verblufft, wie ihm geschah, und die „Verarschokratie“ geht in die nächste Runde.

      Ist das verständlich genug erklärt?

      • Brainsworld sagt:

        Genau so hab ich diese Berichterstattung auch empfunden.

      • Fred Feuerstein sagt:

        Perfekt ! Vorhin habe ich noch erklärt, dass die Politiker psychiatriert gehörten. Ich nehme alles zurück, es war ein Irrtum, die Schafe gehören psychiatriert.

  5. Moppel sagt:

    In Griechenland stellt sich zunehmend die Überzeugung ein, dass die „Merkozies“ in Ermangelung einer anderen (legitimen) Handhabe das Land mittels völlig irrationaler Forderungen zu einem „freiwilligen“ Austritt aus der Währungsunion zu drängen beabsichtigen.

    Etlichen zu diesem Artikel hinterlassenen Kommentaren ist erfreulicherweise zu entnehmen, dass die speziell in den westlichen Mainstream-Medien zweckdienlich des „kollektiven Verfolgungwahns“ bezichtigten Hellenen offensichtlich doch nicht so paranoid sind, wie nachhaltig zu suggerieren versucht wird.

    Mikis Theodorakis rennt in diesem Sinn nicht nur offene Türen ein, sondern zeigt unumwunden eine konkrete Alternative auf, die zwar bereits mit dem 1. Moratorium definitiv unterbunden werden sollte, angesichts eines möglichen Austritts Griechenlands aus der Währungs- und ggf. auch Europäischen Union jedoch aktueller denn je erscheint!

    Mikis Theodorakis spricht von Verschwörung gegen Griechenland

    • 4711 sagt:

      Naja, angefangen haben aber die Griechen mit der Verschwörung, nämlich den Rest Europas so richtig schön zu beschei…

  6. Vanessa_ sagt:

    Wann wird denn den €urokraten endlich klar, dass, wenn man immer nur Zinsen von den Milliardenhilfen tilgt und kaum mehr die Schulden (81 % des derzeitig verhandelten Geldes fließt direkt an die Banken!), gleichzeitig aber auch überhaupt gar nichts in die Wirtschaft investiert, damit überhaupt erst mal ein Kreislauf in Schwung kommen könnte, dass dann bald überhaupt GAR NICHTS mehr laufen kann?

    Was soll sich bitteschön wie entwickeln? Ich kann das gar nicht mit Worten ausdrücken! So viel mathematisches Verständnis hat doch heute zumindest jeder Drittklässler!!

    Privatisierungen der öffentlichen Güter werden den Griechen abverlangt. Und warum? Damit die Erträge natürlich auch privat bleiben! Dem Land nutzt das alles gar nichts. Dieses Wirtschaftssystem ist so dermaßen am Ende.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Du mußt etwas anders denken. Die Frage ist, welches Ziel hat die EUrokraten Bande. Eigentlich schon längere Zeit durchschaubar. „Eine Welt Regierung“, abschaffung der Nationalstaaten und gravierende Reduzierung der Bevölkerung (im hundert Millionen Bereich). So schaut´s aus !

      Unsere Aufgabe ist nur noch, mit welchen Mitteln kann man diese Bande in die Knie zwingen, ohne großes Blutvergießen.

      1. Jeder soll sein Geld von der Bank abholen, denn nicht einmal Gold, Wertpapiere usw. in deren Hand ist sicher.

      2.So viele Menschen als möglich über diese Schweinereien informieren. Weg von TV, Radio und den Zeitungen.

      3.Geld in sinnvolle Investitionen stecken. Garten, Landwirtschaft, Wald, Immobilien (aber nur sehr gute, sodaß sie auch zu späteren Zeiten ihren Wert erhalten).

      4. Vorräte anlegen.

  7. Raus aus Deutschland sagt:

    Irgendwie habe ich hier den Eindruck, das bei manchen Kommentatoren die Emotionen durch gehen.

    Da wird mit Gefühlen reagiert wie taktisches Handeln nötig wäre.

    Die Strategie ist im Grunde genommen einfach:
    Griechenland konnte nicht „im Sturm“ also kurzfristig genommen werden.
    Okay, das wurde erkannte und man beginnt die Belagerung.

    Wie im Mittelalter wenn eine Stadt erobert werden wollte und die Bürger der Stadt nicht ihre Tore öffnen wollte, musste man die Stadt umzingeln und vom Nachschub abschliessen.

    Die Forderung lautet:
    Gebt uns Eure Schätze und wir werden euch am Leben lassen.

    Solange die Einwohner noch genug Nahrung und Wasser haben, werden sie sich den Forderungen widersetzen. Ein Gegenangriff ist ausgeschlossen da der Gegner zu stark ist solange keine Verbündeten gefunden werden können um den Angreifer gemeinsam zurück zu schlagen.

    Hinzu kommt, das sich der Bürgermeister der Stadt heimlich mit den Angreifern trifft um gute Konditionen zu vereinbaren wenn die Stadt freiwillig ihre Tore öffnet.

    Zu einer solchen Situation sagte SUNZI, (Art of War) vor 2.500Jahren:
    Wer sich selbst nicht kennt und wer seine Feinde nicht kennt, wird jede Schlacht verlieren.

    Vom strategischen Standpunkt aus gesehen hat Griechenland keine Chance!

    Es sind Kinder welche von heute auf morgen denken (von der Hand in den Mund leben) aber der Angreifer plant in Dekaden.

    Die Welt gehört dem, welcher es versteht sie zu nehmen.
    Es gibt offensichtlich Menschen mit einem sehr hohen Grad an Wissen, Intelligenz, die verstehen die (Natur)-Gesetze dieser Welt zu nutzen.

    Es geht nicht um weiss oder schwarz, Gut oder Böse.
    Die griechische Regierung ist ein Spiegel der Bevölkerung.
    Jahrelang hat man die Wohltaten gerne genossen aber vergessen das alles seinen Preis hat.

    HEUTE ist Zahltag!

    Griechenland ist lediglich ein kleiner Bauer auf dem geostrategischen Schachbrett.

    Der Umbau von Europa (eingeschlossen Russland) ist in vollem Gange.

    Wichtig ist aber doch das JEDER für sich und seine Familie entscheidet, was er persönlich am besten in dieser Weltlage unternimmt.

    Packen wir es an!

    • Fred Feuerstein sagt:

      Wer sich selbst nicht kennt und wer seine Feinde nicht kennt wird immer verlieren ! Ja, so ist es, und schon solange der Mensch denken kann. Deine Schilderung über Kriege im Mittelalter, haben damals und auch heute so stattgefunden.
      Dann schreibst du „Packen wir es an“ ! Aber hier sind wir auch schon wieder am Ende angelangt. Etwas weiter oben habe ich geschrieben, was jeder für sich und seine Familie tun soll und zwar so, dass man gegen diese Oligarchie auch etwas ins Rennen bringt, was diese Banditen auch zu spüren bekommen.

  8. Zeitzeuge sagt:

    Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott! (Theodor Körner 1791-1813)

    • otto936 sagt:

      Und ? Nach Napoleon kam die Reaktion. Der gute Körner hat das nicht mehr erlebt. Und so auch heute – die Reaktionäre sitzen fest im Sattel und lächeln nur über den „Volkszorn“. Wo ist er denn ? Wahrscheinlich ärgern sich die meisten mehr über den falschen „Superstar“ als über Merkels Kotau vor der Finanzbranche.

      Das wird noch Jahrzehnte dauern bis hierzulande auch nur eine Minderheit ernsthaft an wirkliche Veränderungen zugunsten der „Massen“ denkt. Wir werden verkauft – und die Gewinne sprudeln direkt in die Geldspeicher in Frankfurt, London oder New York. Das „System“ hat quasireligiösen Status – die Mehrheit beugt sich willen- und kampflos. So war es immer, so wird es immer bleiben. Denn sonst könnten Wenige nicht über Viele herrschen.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Dichter und Bundespräsident von Österreich. Solche Leute müßte man für Regierungen finden. Dann könnte das Volk ruhig schlafen.

  9. Fonda sagt:

    Wo sind all die EU-Subventionen und Strukturhilfen hin.
    Die ganzen Milliarden, die bis jetzt schon ausgegeben wurden.
    Alles für die Katz.
    Was bleibt: ein paar Autobahnen und ein paar tausend Olivenbäume.
    Wer macht mal eine Bilanz der letzten 10 Jahre EU-Subvention.
    Bitte den EU-Apparat mit berechnen.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Dazu hätte ich noch fragen. Welche Summen von Geld werden noch an Länder bezahlt (unte den unmöglichsten Titeln) wie Serbien, Bosnien, Mazedonien, Kosovo, Albanien, Kroatien, Lybien, Palästina, Ägypten, Somalia, Äthiopien, Madagaskar, Yeme, Djibuti, Sudan, Tunesien, Marokko, und, und, und. Ich glaube man ist schneller fertig wenn man die Länder aufzählt die nichts bekommen.
      Diese Summen versickern in der Regel sofort, Niemals hört man davon, dass einmal etwas zurück kommt.