Ökonom: Es gibt Beschluss, dass Griechenland und Portugal aus der Euro-Zone fliegen

Der griechische Ökonom Yanis Varoufakis ist überzeugt, Deutschland habe eingesehen, nicht alle Länder können in der Eurozone bleiben. Die übrigen sollen um den Preis einer Hyperinflation von der EZB mit Geld versorgt werden, bis sie stabil sind.

Bei dem Versuch die Schuldenkrise in der Eurozone zu überwinden, verfolgt Deutschland offenbar einen völlig neuen Plan. Er sieht vor, Griechenland, Portugal und eventuell auch Irland aus der Eurozone zu entlassen (bei einigen Ökonomen galt dies schon lange als einzige Lösung – mehr hier).

Danach sollen die verbliebenen Problemländer Spanien, Italien und Frankreich aber auch Deutschland selbst von der Europäischen Zentralbank mit ausreichend Geld versorgt werden, um ihre Finanzen ausgleichen zu können.

Davon geht zumindest der griechische Ökonom Yanis Varoufakis aus. In seinem Blog erklärt er die Maßnahmen, die Deutschland seiner Meinung nach als nächstes setzen wird. Varoufakis stützt sich dabei auf Informationen aus dem Umfeld der EZB in Frankfurt.

Der neue deutsche „Plan A“, wie ihn der griechische Ökonom nennt, sieht grundsätzlich vor, alle Länder aus der Eurozone auszuschließen, die wirtschaftlich nicht stark genug sind, um mit den nördlichen Ländern mitzuhalten. Sollten die ausgeschlossenen Länder später wieder erstarken, solle es möglich sein, wieder in die Eurozone aufgenommen zu werden.

Das bemerkenswerte an diesem Plan ist, dass er mit zwei Prinzipien der deutschen Krisenpolitik brechen würde. Zum einen wollte die Bundeskanzlerin Angela Merkel bis zuletzt einen Ausschluss aus der Eurozone verhindern. Zum anderen lautete das oberste Gebot der Deutschen, Inflation zu vermeiden (mehr hier). Dies hat sich Varoufakis zufolge nun geändert. Man hätte erkannt, dass Griechenland, Portugal und Irland in ihrem derzeitigen Zustand nicht mehr in der Eurozone zu halten seien. Die Inflationspolitik solle vor allem dem wichtigsten Partner Frankreich helfen (mehr hier).

Mit der Umsetzung dieses Programms solle nach den Wahlen in Frankreich begonnen werden (weil Merkel befürchtet, sonst ihren wichtigsten Partner zu verlieren – mehr hier), so will Varoufakis in Frankfurt erfahren haben. Er sieht gleich drei Gründe, warum auch diese Radikalkur für die Eurozone nicht erfolgreich sein wird.

Zunächst sind da die engen Verbindungen zwischen den Banken von Portugal, Spanien, Griechenland, Frankreich und Deutschland. Sie machen die Reaktionen auf den Ausschluss eines dieser Länder unberechenbar.

Außerdem glaubt Varoufakis, dass die massiven Liquiditätsspritzen der EZB (wie sie bereits erfolgten – mehr hier; und weiter gefordert werden – mehr hier) nur Symthome bekämpfen. Unter der Oberfläche würden sich die Probleme der Banken weiter ausbreiten und die Geldschwemme einen neuen Bankencrash verursachen.

Den dritten Grund sieht Varoufakis darin, dass keine Koordination der Wirtschaftspolitik eingeüfhrt werden würde. Doch genau eine solche gemeinsame Wirtschaftspolitik wäre nötig, um die aktuelle Krise zu überwinden und eine neue zu verhindern.

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Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Also organisierter Diebstahl der Sparer. Wie erfreulich für diese….

    Ach ja wie schrieb ich schon mal. Noch werden die Griechen vor Ihren Politikern mit dem Euro geschützt. Nun sollen Sie diesen völlig ausgeliefert werden. Politiker mit einer Historie so verbrecherisch wie in diversen kriminellen Vereinigungen. Und das ist dann die „Rettung“?

  2. Bernhard Gärmer sagt:

    Die Griechen arbeiten doch wie alle Politiker! Der kleine Mann wird gemolken bis er kotzt!

  3. downfall sagt:

    Die Verträge erlauben wohl nur einen freiwilligen Austritt!

    Obwohl Verträge interessieren in dem Korruptionsverein gar nicht!

    Trotzdem, Austritt Deutschlands und der Rest ist Geschichte – wie mit den falschen Freunden. Wenn der Zahler ausfällt, die Party vorbei ist, ist jeder Staat nicht mehr EU sondern wieder er selbst!

    Nur die Bekloppten in Berlin verrieten das eigene Volk!

    • no GEZ sagt:

      Wenn Deutschland jetzt austreten wollte gäbe es brutalsten politischen
      Druck bis hin zu Kriegsdrohungen.
      Trösten wir uns damit dass es Deutschlands dumme Politikerkaste
      trotz einer blendenden Wirtschaft auch ohne EU Turbo geschafft hätte
      das Land in absehbarer Zeit in die Pleite zu führen.
      Die augenblicklich gerne propagierte Schuldgeldtheorie aus dem Verschwörerlager ist auch Blödsinn.
      Wenn ein Land mit einer guten Wirtschaft vernünftig haushaltet
      kann es über sehr lange Zeit ökonomisch gesund existieren,
      andernfall müsste ja jedes gute Unternehmen alle 20-40 Jahre
      pleitegehen.

  4. ach sagt:

    Diese Länder können nur aus der EU gezwungen werden, wenn sie Diktaturen werden. Man kann sie nicht raus schmeissen, rechtlich nicht möglich. Geht nur mit dicken Schmiergeldern für die Entscheidungsträgern in den Ländern.

    • kkozzz sagt:

      WIeso rechtlich ncht möglich ?
      Die EU Verträge sind doch alle SOWIESO SCHON LANGE UNGÜLTIG !

      Die Maastricht Kriterien sind schon lange ALLE 3 Gebrochen !

  5. tja sagt:

    geklaut von tyler durden (profitieren, solange es noch kein ACTA gibt, gell;):

    The divergence between credit markets and equities accelerated today in Europe (and the US) as Senior and Subordinated financial credit spreads have increased dramatically in the last week. While risk has risen over 25% in financials, European stocks have gone sideways since the NFP print. The Subordinated financials spread has risen the most (in percentage terms) over the last 4 days since Nov2010 – and of course the broad equity markets are flat. It would seem that every trader and their mom is selling European financials and buying AAPL.

    the big short…

  6. otto sagt:

    Nur um die Karre gegen die Wand zu rasen lernt man dann Volkswirtschat oder Oekonomy. Man brauche nicht die Universitaet besuchen um Misswirtschaft zu betreiben. Bei dem zur Zeit statfindenden Finanzdisaster bekommen die Experten in Politik und Wirtschaft ihr Zeugnis fuer ihre Unfaehigkeiten ausgestell. Wie schon Plato sagte, das was Politiker machen sollte nur unter dem Schweinevolk zugelassen werden. Jetzt ist es so weit gekommen, das diese Schweine sich nun in ihrem eigenen Exkrement herumwalzen, wie es Plato audrueckte.

    Gruss Otto aus Kanada

  7. TheSpiritOfTheTimes sagt:

    Hurra, wir werden alle Billionäre!!! Kein Problem das dem Deutschen Wahlvieh zu erklären!

    Ich sehe echt nicht warum sich da manche Sorgen machen. Die Deutschen (und andere Nationalitäten) sind so bescheuert, dass sie das ohne Probleme hinnehmen werden. Ob’s jetzt 2€ oder 10 pro Liter Benizin sind ist doch egal. Man muss nur einen möglichst bescheuerten Werbespot(t) machen und gut is‘!

    Seht’s mal positiv, im Winter wird dann wenigstens jeder was zu heizen haben. Die popeligen 100€ Scheine kann man dann ab einem gewissen Punkt getrosst in den Ofen schütten!

    • Fred Feuerstein sagt:

      Die Treibstoffwerbung heißt:

      Ob der Liter Diesel 1.-, 1,50 oder 2 € kostet, ist für mich egal, ich tanke sowieso nur für 100.- € !!!

  8. Hans sagt:

    Bei der nächsten kleineren Rezession fliegt die Koalition eh auseinander.

    • poppenbüttelborn sagt:

      welche Koalition?
      meinen sie scharz-bunt?
      von bunt sieht man doch schon garnix mehr außer dass man hin und weider mal was hört, was es aber nicht wert ist hinzuhören…

    • Clasine sagt:

      Na gut, Und wer und was kommt dann ?
      Clasine

  9. squarepusher sagt:

    Die Entlassung einiger Länder aus der EU ist nur ein Aufschub des finalen Todesstosses der Gesamt-EU, der m.E. in 2012 kommen wird. Im Taktieren sind sie gross, die tumben Deutschen. Besser wäre ihr Austritt aus EU/€ und damit der Zusammenbruch Europas.

    • Dagmar sagt:

      Wenn all die starken Nationen aus dem Euro austreten, kann der Rest sich ja jeder Zeit mit frischem Geld versorgen.

      Immerhin fängt man langsam an umzudenken. Das Beste wäre es, die gesamte Eurozone sofort aufzulösen. Aber Merkel setzt ja mit dem Euro darauf, das er zur Weltreservewährung wird und den Dollar dabei ablöst. Ich fürchte nur, der Euro wird nicht lange genug daurch halten.

      Andererseits mehren sich die Berichte, dass im Falle ein griechischen Pleite die CDS (Kreditausfallversicherungen) fällig werden und damit sollen dann mindestens 5 amerikanische Grßbanken auf der Strecke bleiben. Das widerum dürfte den Dollart massiv schwächen. Auf jeden Fall sind die Politiker jetzt schon mal in die Zielgerade eingebogen.

    • poppenbüttelborn sagt:

      erst müssen die Banken wider stabilisiert werden, koste es was es wolle. das geschieht, indem die EZB die GR-Anleihe alle als Sicherheiten aufkauft und den Banken dafür Geld gibt. danach kann GR dann pleite gehen, ohne dass die Staatsanleihen kaputt gehen, denn für die steht ja die EZB gerade. Folglich gibt´s keinen Bailout, folglich werden keine CDS fällig, folglich geht keine der big 5 Ami-Banken pleite…..folglich dauert es noch ein klein wenig, bis der Ami das Klo runter ist……aber runter geht er!

    • kkozzz sagt:

      Todesstoß der GesamtEU—–>jajjjaaaaaaa, das wird genial ….endlich, diese DRECKS…. mit ihren 2 unnützen Parlameten mit ihren zig tausenden von Sekretären die nichts weiter als Papier produzieren. Mit Montag und Freitag = Reisetage…..

      Meine Fresse, ich freu mich auf die dummen Gesichter von tausenden von sogenannten EU-Abgeordneten, wenn die ihren Schreibtisch räumen müssen, weil die Parlamente dichtgemacht werden……HAHAHAH, die können doch nichts außer Heise Luft erzeugen und das Volk belügen…..