Deutschland: Produktivität sinkt

Die deutsche Produktivität, vor allen in der Diskussion mit Frankreich stets ein Asset, hat im vierten Quartal 2011 nachgelassen.

Die Produktivität in Deutschland ist im 4.Quartal 2011 gesunken (die Produktion ging stark zurück – mehr hier). Wie das Statistische Bundesamt (Destats) mitteilte, ist das Bruttoinlandsprodukt in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres um 0,2 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal gesunken. Gleichzeitig wurde die Wirtschaftsleistung von 1,4 Prozent mehr Erwerbstätigen als im Jahr 2010 erbracht. Es waren also mehr Erwerbstätige für weniger Wirtschaftsleistung verantwortlich.

Dies liegt vor allem an der Systematik bei der Erfassung der Beschäftigungszahlen. Dabei werden Menschen zahlreicher Gruppen nicht als arbeitslos eingestuft, die keiner produktiven Arbeit nachgehen. Dazu zählen unter anderem Ein-Euro-Jobber, Menschen in Weiterbildungskursen und Arbeitssuchende, die über 58 Jahre alt sind.

Bisher wurde Deutschlands hohe Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit als Grund für die gute Konjunkturentwicklung während der Schuldenkrise gesehen (mehr hier). Die nun veröffentlichen Zahlen relativieren diese Darstellung.

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Kommentare

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  1. Haikubehindert sagt:

    Aus Detroit wird derweil ein durch Opel rot gedämpftes Gebrüll amerikanischer Motoren laut. Offenbar sackt Rüsselsheim in Ungnade -der GM -CEO zweifelt an der Deutschen Produktivität.

    “Their costs are clearly still too high.” ….

    Vielleicht lassen sich die Produktivität wie in den USA durch Rettungspakete anfeuern? Ich meine …da effektive Kosten infolge der Wettbwerbsverzerrungen durch Staatshilfen keine Rolle mehr spielen -so könnte man ja die Staatsschulden etwas erhöhen und das Geld nach Rüsselsheim entsenden -so könnten auch Opelmotoren wieder gut brüllen.
    Die Schuldenuhr wird langsam lästig -Clint Eastwood.

  2. marcus regenberg, Krefeld sagt:

    Zu den falschen Arbeitslosenzahlen habe ich hier schon einmal folgendes im Jahr 2010 zusammengestellt.

    Bevölkerung : 80 000 000 Bürger Altersstruktur : 15-64 Jahre 66.30% davon männlich 27.81% davon weiblich 26,790% Es befinden sich also rund 54.6 Millionen Menschen in einem Erwerbsfähigem Alter Großzügig abgerundet also rund 50 Millionen arbeitsfähig aber nur rund 40 Millionen Menschen sind in Lohn und Brot. Das heißt : 20% der Bevölkerung besitzen keine Arbeit mehr. Arbeitslosenzahl real circa 20 % All die in Mini.-,Teilzeit.-,1Eurojobs, Umschulungen et cetera arbeiten müssen fallen hier aber auch unter Erwerbstätige so das die reale Zahl wohl eher noch höher als 20 % sein muss. Mit freundlichem Gruß, marcus regenberg, Krefeld
    Beantwortet von marcus regenberg, Kr am 12.01.2010 09:26 focus online

    ❤lichte Gruesze,

    marreg

  3. M.R. sagt:

    Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast ….

    M.R.

  4. miguel sagt:

    Der Anstieg der Erwerbstätigen beruht darauf, dass viele Vollzeitarbeitsplätze direkt oder indirekt in Teilzeit umgewandelt und damit auf mehr Schultern verteilt wurden.

    Insgesamt sind nicht mehr, sondern sogar etwas weniger Arbeitsstunden geleistet worden.

    Also absolut nachvollziehbar….

    Und die Regierung sonnt sich in ihren Leistungen. Bravo !

  5. cocooning sagt:

    Die Produktivität konnte nur mit der guten alten D-Mark aufrecht erhalten werden. Wegen des billigen Euros sinkt automatisch auch die Produktivität, da es eben bequemer ist, in EURO zu exportieren.

  6. Der einfältige Einsiedler sagt:

    Trau keiner Statistik die Du nicht selbst verfälscht hast. Was ein Irrsinn. Ich glaube ich lebe im faschen Film. Dieses momentane, deregulierte System des ungezügeltenden Kapitalismus liegt in seinen letzten Zügen.

    Das was momentan in Griechenland abgeht, ist erst der Anfang eines irrwitzigen hoffentlich, nicht lange andauernden Unglaubens des „ewigen Wachstums“.