Griechenland: EU will nächste Tranche erst nach Neuwahl auszahlen

Deutschland, Finnland und die Niederlande drängen dazu, einen Teil oder sogar das ganze neue Rettungspaket für Griechenland erst nach den Neuwahlen auszuzahlen. Eine komplette Aufschiebung des möglichen Paketes steht auch zur Diskussion. Indes hat Antonis Samaras seine Zustimmung zu dem neuen Programm gegeben.

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„Es gibt Vorschläge, dass griechische Paket zu verzögern oder zu teilen, so dass eine sofortige Pleite (Griechenlands, Anm. d. Red.) vermieden, aber nicht alles zugesagt wird“, zitiert die Nachrichtenagentur einen Beamten, der mit den Vorbereitungen der heutigen Telefonkonferenz der Eurozonen-Finanzminister betreut ist. Grund hierfür ist die Ungewissheit, ob Griechenland die notwendigen kurzfristigen Maßnahmen entsprechend umsetzen wird (2,6 Milliarden Euro müssen kurzfristig gespart werden – hier).

Dem Beamten zufolge werden die Minister diese Option heute diskutieren. „Es gibt Druck aus mehreren Ländern, zu warten, bis es eine konkrete Verpflichtung aus Griechenland gibt, die vielleicht nicht vor Beendigung der Wahlen kommen werden.“ Zwei weitere Beamte, die ihre Identität nicht preisgeben wollten, haben gesagt, dass Deutschland, Finnland und die Niederländer zu solch einem Aufschub drängen. Besonders Deutschland sei unnachgiebig und wolle die endgültige Genehmigung des Rettungspaketes erst nach den Neuwahlen (für April sind Wahlen angekündigt – hier).

Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern über den Schuldenschnitt in Griechenland sollen den Beamten zufolge in den kommenden Wochen weiter gehen. Unklar bleibt, ob die privaten Gläubiger einem freiwilligen Schuldenschnitt ohne Genehmigung des vollständigen, neuen Rettungspaketes zustimmen werden. Am 20. März muss Griechenland zudem 14,5 Milliarden Euro zahlen.

“Das würde bedeuten, dass wir die 14,5 Milliarden Euro am 20. März bezahlen, was eine totale Verschwendung wäre“, sagte ein Beamter. „Aber es ist noch immer Geld aus dem ersten Rettungspaket übrig, also könnten wir das tun“. Das würde wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das komplette zweite Rettungspaket und der Schuldenschnitt, der ja Teil des Paketes ist, erst mit der neuen griechischen Regierung in Kraft treten würden.

In der Zwischenzeit hat Antonis Samaras einen Brief mit seiner Zustimmung zu den Forderungen der Troika an EZB-Chef Mario Draghi, die Europäische Kommission und den IWF geschickt. „Wenn Nea Demokratia die nächsten Wahlen in Griechenland gewinnt, werden wir uns an die Ziele, Vorgaben und wichtigsten Maßnahmen des Programmes halten“, hieß es in dem Brief.

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Kommentare

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  1. Autofokus sagt:

    Das ganze Gesülze um die sogenannte Rettung Griechenlands ist nur noch lächerlich. Wer nur sich nur ein bisschen abseits der Mainstream-Medien informiert, weiss genau, dass Griechenland nicht pleite erklärt werden wird, weil dann die Wetten mit den CDS ausbezahlt werden müssten, und somit eine eine weltweite Bankenpleite bisher unbekannten Ausmasses auslösen würde. Die Banken sind allesamt jetzt schon pleite, weil sie völlig unterkapitalisiert sind.
    Ausserdem muss jedem schon lange aufgefallen sein, dass ein Land mit 12 Mio. Menschen und nur 2% des gesamten BIP von 500 Mio insgesamt der EU, nicht die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen kann (Börsen, Finanzmärkte).
    ES GEHT NICHT UM GRIECHENLAND !

    Die EU (Elends-Union) hat nichts Anderes zum Ziel, als ganz Europa zu zerstören. Das sieht man aktuelll an Griechenland, aber auch am Oel-Import-Boykott aus dem Iran, dem Handels-Abkommen mit Marokko, das Spanien und Italien wirtschaftlichen Schaden zufügt zusammen mit den gleichgeschalteten Mainstream-Medien, um das Volk ruhig zu stellen (Wulff, NPD etc.).
    Das alles in einer Zeit, während den Ländern Europa’s gleichzeitig ein Spardiktat aufgezwungen wird und damit die wirtschaftliche Entwicklung völlig zum Erliegen gebracht wird.
    Der Rest wird durch den ESM besorgt, damit Im entstehenden Chaos und in der Armut die Enteignungen vollzogen werden können.

    Um die Strategie unerbittlich weiter zu verfolgen zu können, ist eine totale Überwachung der Bürger erfordelich (INDECT, ACTA) kombiniert mit der Para-militärischen EUROGENDFOR und der Todesstrafe im Lissabon-Vertrag, um jeglichen Widerstand im Keim ersticken zu können.

    Je mehr Unfrieden und Hass unter den Europäern geschürt wird, desto näher und schneller nähern sich die Polit-Verbrecher und Finanz-Oligarchen ihrem Ziel
    DAS IST DER PLAN !

    Warum merken die Menschen nicht, dass diese EUDSSR das schlimmste Geschwür ist, was es weltweit je gegeben hat ?

    Es bleibt nur noch zu hoffen, dass die Griechen mit ihrem Widerstand den Europäern endlich die Augen öffnen, den Griechen ist das Geld nämlich sch*** egal.

    Sie haben wenigstens noch den Stolz : FREIHEIT ODER TOD !

    Mit dieser Einstellung werden sie alle Lügen, der Verbrecher, der Politiker und der gesamten EU (= Europa’s Untergang) strafen !

    Wir sollten uns alle solidarisieren statt gegenseitig zu bekämpfen !

    Nein ich bin kein Grieche, und Ja, die griechischen Politiker haben Fehler gemacht.
    Es gibt aber kein Recht deswegen die ganze Bevölkerung ins Elend zu stürzen !
    SEHR BALD IST ÜBERALL GRIECHENLAND !

  2. Hans-Peter sagt:

    http://news247.gr/ellada/politiki/to_mnhmonio_2_rixnei_nd_pasok_kai_laos.1653306.html

    Die neuesten Unfragewerte von heute.

    Die linken anti-Euro-Parteien bekommen demnach 16%(demokratische Linke),14%(Kommunisten) und 13,5%(linke Liberale).Die Ökologen bekommen 3% der Stimmen.

    Die Regierungsparteien bekommen 27,5%(Konservative),11%(Sozial-Demokraten) und 4,5% (LAOS-Rechtspopulisten).

    Also 46,5% für die Anti-Euro Parteien und 43% für die Pro-Euro-Regierungsparteien.

    Den Schwachsinn mit den angeblich 80% der Griechen die im Euro-Raum verbleiben wollen glauben nur Bild-Leser.

    Und noch was:

    http://meganisinews.eu/?p=3474

    Allein 2010 sind 60.000 Familien aus Athen weg und zurück in ihre Dörfer gezogen.
    2011 sollten es weit aus mehr sein.Ein bisschen Öko-Landwirtschaft,ein bisschen mehr Tourismus,ein eigenes Haus,Familie.

    Da zu einen deutschen Link der aber nur ein wenig die wahren Dimensionen dieser stillen Revolution wiedergibt:

    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/1466586/

    Für die Griechen ist der Euro gegessen.In Portugal sieht es bereits ähnlich aus.Da können sie alle sicher sein.Und damit ist für die auch die Sklaverei vorbei die uns Stadt-Gesellschaft hier noch erwartet.Und es ging von Anfang an um uns.Die grossen Länder wie Deutschland oder Frankreich,Italien und Spanien.Es ging nie um Griechenland,Irland oder Portugal.Dafür sind diese Länder einfach zu klein und die Menschen dort zu autark.

    • Kalispera Papoulias sagt:

      Deshalb wollen die da ja alles mit Solarpappe zuballern, damit die Landwirtschaft die Leute nicht ernähren kann, weil’s deshalb keine Felder mehr gibt. Das funzt wie irakische Bauern zu Monsato zwingen.

  3. Kalispera Papoulias sagt:

    Ganz einfach, Hr. Papoulias, die Wahlen, wie ursprünglich versprochen, am 19. Februar abhalten lassen und wenn’s dann zur Koalition von ND und Stalinisten kommt – gab’s bereits – können alle sehen, die sehen wollen, daß es die ganze Zeit nur darum geht, das Land pleite zu machen und aufzukaufen; ganz abgesehen davon, daß man, nachdem man (zu spät) bemerkt, bzw. vergessen hat, daß die ja noch Wahlen haben, hier ganz klar versucht die Wähler zu beeinflußen.
    Griechische Milliarden auf Zypern und in der Schweiz warten nur darauf als Drachme einzukaufen und für das griechische Wirtschaftswunder der Lohnsklaverei zu sorgen. Alle anderen Investoren sind Humbug und Gespinste, weil die kein Wort Griechisch können. Es gibt natürlich ein paar verirrte Schäflein, die hoffen, daß ihnen die Türken eine kleine griechische Inseln vermachen werden:http://money.oe24.at/Leitl-Griechen-sollen-Inseln-verkaufen/56229962
    Und recht hat er, wenn er fragt: „Wer sind die Finnen?“ Die haben zwar Anfang/Mitte 80er guten Hardcorepunk gespielt, aber jetzt sollen sie dahin, wo sie hin gehören: Zurück in die Mongolei, wahre Finnen, häh? Schade, daß kein skandinavischen Walfresser dabei sind.
    http://www.oe24.at/welt/Schaeuble-beleidigt-unsere-Nation/56425253
    Ich gründe währenddessen die griechische Dynamitfischerpartei und werde bei der Wahlbeteiligung von 1% „Phantompensionisten“ eh gewinnen.

  4. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    mit dem Vorgehen gegenüber GR hat sich die EU erledigt. Sie hat gezeigt, dass sie trotz aller zusätzlichen Gesetze, Institutionen, Bürokraten und Finanzmittel nicht mehr ist, als das was sie von Anbegin an war: eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft.

    Der € hat lediglich dafür gesorgt, dass die deutsche Exportwirtschaft mit einer schwächeren Währung als der DM gegenüber dem Ausland konkurieren mußte und der € im Innenverhältnis für die Staaten €-Lands eigendlich viel zu teuer ist. Die rotgrüne Agenda 2010 hat dem nochmals einen Schub verliehen.

    D hat zwei europäische Waffengänge in den vergangenen 100 Jahren verloren, es wird auch diesen Wirtschaftskrieg verlieren, spätestens dann, wenn die Vermögen der 99% Bürger Deutschlands die zur Aufechterhaltung von Exportmärkten der deutschen Wirtschaft dienen, von der deutschen Politik verzockt sind.

    GR hat zwar kaum noch was zu “Fressen” aber die, bei der deutschen Export-wirtschaft bestellten Waffen für 2 Mrd. €, die stehen außer Frage. Es ist unser Geld, mit dem diese Produkte bezahlt werden und das der deutschen Waffenindustrie schöne Gewinne ermöglicht.

    86% der demnächst fälligen 130 Mrd. € für GR gehen direkt an die Banken, Banken, denen deutsche, französische, englische Anleihen zu wenig Rendite abwarfen, Banken, die lieber mehr Risiko bei mehr Rendite inkauf nahmen, Banken die den Hals nicht vollkriegten und jetzt kurz vor dem Exitus stehen, weil sie den Schlund voll Müll haben, der, wenn sie ihn runterschlucken, sie umbringt. Deswegen ermöglicht die Politik ihnen, dass sie den Müll den Bürgern vor die Füße “kotzen” dürfen, der ihn dann wegräumt.

    Inzwischen wird aber von Banken und Hedgefonds auch fleißig gezockt. Man weiß ja, dass einen die Politik nicht fallen läßt. Die haben jede Menge Müll gekauft und sich untereinander mit CDS abgesichert, dass falls ihnen der Müll abfackelt, sie dessen Nominalwert erstattet kriegen. Verweigert die Troika GR jetzt die 130 Mrd. stehen Zocker und Banken im Regen, weil GR seine Zinsen nicht bezahlen kann, der Müll abfackelt und sie mit den CDS für einander einstehen müßten – und das würde sie umbringen, das wäre der finale Tod der Zockerbande.

    Wer will das schon – außer uns Bürgern, die wir nachher so oder so wieder den Müll wegräumen müssen?

  5. Lilly sagt:

    Ihr habt im letzten Absatz etwas Entscheidendes vergessen:

    Dabei … >ließ er (Samaras) eine Hintertür offen. Seine Partei werde dem Programm verpflichtet bleiben, wenn sie die Wahl gewinne, schrieb er und fügte hinzu: „Politikänderungen könnten notwendig sein, um die vollständige Umsetzung des Programms zu garantieren.“>

    Schön formuliert.

    Quelle: reuters und welt-online