Monti: „Deutschland und Frankreich haben als erste den Stabilitätspakt gebrochen“

„Es gibt keine Guten und Bösen“ in der EU, sagt Mario Monti mit Blick auf Griechenlands Situation. Deutschland und Frankreich tragen eine Mitschuld an der Krise. Europa brauche mehr Integration, Deutschland müsse seinen Widerstand gegen Eurobonds aufgeben.

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In einer Pressekonferenz im EU-Parlament richtete sich Mario Montis Blick auf die Eurokrise. „Eine große Untergrabung der Glaubwürdigkeit der Haushaltspolitik kam von dem Dreh-und Angelpunkt der Euro-Zone“, sagte Monti. „Deutschland und Frankreich haben selbst den ursprünglichen Fiskalpakt im Vorfeld der Euro-Krise gebrochen und seien somit in jedem Falle mitverantwortlich. „Vergessen wir nicht, dass die Verantwortung sowohl im Zentrum als auch in der Peripherie liegt. Es gibt keine Guten und Bösen. “ 2003 hatten Deutschland und Frankreich die festgelegten Defizitgrenzen überschritten.

Darüber hinaus bedauerte Mario Monti, dass die Schuldenkrise Europa in Nord und Süd gespalten hätte. „Die Eurozone-Krise hat zu einem Anstieg von Unmut und zu vielen Stereotypen geführt.” Das müsse geändert werden. Besonders Euro-Bonds würden eine bessere Integration in der EU schaffen: „Deutschland kann nun seine Haltung gegenüber den Eurobonds überprüfen“. „Wir müssen die Integration, die wir brauchen, und die Demokratie, die wir bewahren müssen, in Einklang bringen“, fügte er hinzu.

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Kommentare

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  1. klukaschewski sagt:

    Gestatten sie Hr. Monti ,da möchte ich als deutscher Steuerzahler lieber meine DM zurück ehe ich noch korrupteren Staaten laufend unter die Arme greife.

  2. Matthias sagt:

    Ja,der Monti, ist schon ein lustiges Kerlchen.

    “Wir müssen die Integration, die wir brauchen, und die Demokratie, die wir bewahren müssen, in Einklang bringen.” Die Demokratie?, seit wann ist Brüssel demokratisch? Was die Bevölkerung der einzelnen Länder von der EU halten, wird in einen anderen Artikel auf dieser Seite klar.

    74% der Europäer halten ihr Land und die EU für korrupt

    Die zweite Aussage des Herrn Monti,
    “Deutschland kann nun seine Haltung gegenüber den Eurobonds überprüfen”, erklärt sich wohl durch sein Tätigkeit als internationaler Berater bei Goldman Sachs.

    Soll heißen, Schulden umlegen auf leistungsstarke EU-Länder, damit man noch mehr Schulden machen kann. Den Beratervertrag des Hr. Monti möchte ich gerne mal sehen !

    “Zwischen 2004 und 2008 war er Aufsichtsratsmitglied des Brüsseler Think Tanks BRUEGEL und zwischenzeitlich dessen Vorsitzender. 2010 war er an der Gründung der Spinelli-Gruppe beteiligt, die sich für den europäischen Föderalismus einsetzt. Er ist zudem Mitglied des Vorstands der Bilderberg-Konferenz und führendes Mitglied der Trilateralen Kommission.Er ist internationaler Berater bei Goldman Sachs und Coca-Cola.”

    Staatsoberhaupt und Berater einer der größten Bank, für welchen Job bekommt man mehr Geld?

  3. bocktasse sagt:

    Hehehehe, Eurobonds KANN man nicht machen, weil das Bundeverfassunggericht sie verboten hat !

    Hanke, Starbatty Schachtschneider hatten doch geklagt, die Klage ist zwar zurückgewiesen worden, aber trotzdem hat das BVerfGer festgelegt das Eurobonds (oder ein anderes Konstrukt, das eben dieses beinhaltet) NICHT erlaubt wäre, und falls das geschaffen würde, würde das BVerGer dem widersprechen.

    Hankel, Starbatty und Schachtschneider sind keinesfalls niedergeschlagen, weil die Klage abgewiesen wurde. Sie sehen Sie als vollen Erfolg an, weil eben die Eurobonds verboten sind. Definitiv ! Zur Zeit arbeiten sie an einer Klage gegen den ESM – solche Männer brauchen wir, die einzige Rettungs in unserer Bananenrepublik – d.h. NICHT-Staat, sondern Wirtschaftsverwaltungseinheit !

    @redaktion: ich hab das aus einem Video von Herrn Hankel auf einer Konferenz, das könntet ihr mal suchen, ich hab es nicht mehr, aber das war sehr interessant !

  4. Omarius sagt:

    hat er ja nicht unrecht mit aber er sollte fragn WARUM ? und wiso konnte das EU ding nicht einfach paar jahre später folgen….

  5. Korsar sagt:

    …äääähh Mamma, die haben aber auch.., ja Monti, die haben das aber selber von ihrem Taschengeld bezahlt. Wenn Du kräftig sparst, Monti, dann kannst Du Dir auch so etwas kaufen.

  6. Ondoron sagt:

    Als Italiener würde ich mit Sicherheit Eurobonds fordern.
    Als Spanier, Portugiese, Grieche auch!
    Als Franzose wäre ich mir nicht so ganz sicher.
    Als Deutscher muss ich Eurobonds ablehnen.
    Die Holländer und Finnen werden ebenso denken.

    Jeder kann sich selbst seinen Reim drauf machen. Widerlich, dass Rot/Grün in Deutschland sofort bedingungslos Eurobonds zustimmten. Damit wäre die Katastrophe noch größer – der Weg in den Abgrund noch schneller!

    • Michele sagt:

      Wäre der EMS vorteilhafter? Wen ja, für wen? Nur für die Banken?

      • Michele sagt:

        ESM!

        • klimperkasten sagt:

          ESM ist doch gleichzusetzen mit nie mehr endenden Eurobonds…? Oder sehe ich da was falsch?

      • Ondoron sagt:

        Der ESM ist ein Selbstbedienungsladen auf Kosten Deutschland und führt gleichfalls zum deutschen Staatsbankrott.
        Sie sollten kapieren: Deutschland sitzt längst in der Eurofalle! Es ist nicht mehr möglich, daß Deutschland den Euro aufgibt ohne eigenen Staatsbankrott. Das ist der Preis Europas. Bedanken Sie sich bei den deutschen ideologiebesoffenen Politikern wie Kohl, Genscher, Schmidt, Waigel – und jetzt eben Schäuble, den widerlichen Grünen, der Siggi-Popp-SPD. Die FDP krepiert deshalb gerade – weil die Liberalen des Landes genau das Problem sehen.
        Es ist zu spät, es wird schneller als viele sich vorzustellen vermögen der deutsche Staatsbankrott eintreten. Da braucht man nur 1 und 1 zu addieren. Es ist zu spät. Die Durchhalteparolen sollte jeder selbst durchschauen!

  7. Krümel sagt:

    Es ist doch unbestritten,dass D und F die Kriterien aufgeweicht haben. Das ist doch aber kein Argument um das auch zu machen.

    Und immer wieder die unsinnige Forderung nach den Bonds. Ich kann das nicht mehr hören.

    • Michele sagt:

      Krümel, sind sie ein Bänker?

      Wenn ja dann leuchtet es mir ein, dass Sie gegen Eurobonds sind. Denn der geplante ESM wird ja wahrscheinlich nicht von den Bänkern, sondern vom allg. Steurzahler bestritten…

  8. Fenrir sagt:

    “„Es gibt keine Guten und Bösen“ in der EU”
    Er hat vollkommen recht. Die Leute die die Kriese initiert haben und jetzt die Menschen in die Zinsknechtschaft treiben sind keine Europäer. Es ist der “internationale” Geldadel.

    • Michele sagt:

      Fenrir, mach einfach keine Schulden, dann brauchst du privat auch nicht in die Zinsknechtschaft. Und die Staatsschulden bezahlen ja unsere Kinder…
      Oma sagt: “Der EZB-Leitzins plündert meine Altersversorge…und den Spargroschen meiner Enkel auch”.

      ich stimme Oma zu…

  9. Leser sagt:

    Wieder einer, der die Geschichte umschreiben möchte.
    Zur Chronologie:
    1. Zustimmung FR und Britannien zur Wiedervereinigung nur bei Zustimmung Ds zu gemeinsamer Währung.
    2. Euro wird als Schönwetter-Konstrukt geplant.
    3. GR fälscht mit Hilfe Goldman Sachs Zahlen, um in den Euroraum zu gelangen.
    4. IT gibt nach Einführung des Euros die Bemühungen auf, den Verschuldungsgrad von 120% zu senken.
    5. Deutschlands Bevölkerung erträgt unter Schmerzen diverse Reformen, um nicht mehr “Der kranke Mann Europas” zu sein. Derweil feiern die GIPS-Länder Kreditpartys.
    6. Monti (ist das nicht ein Joghurt? ;-)) möchte noch mehr Geld von Deutschland und faselt etwas von Demokratie, nachdem mehrere Verträge gebrochen wurden.

  10. modesto sagt:

    Teils wenig Sachverstand hier unterwegs in den Kommentaren, schade.
    Man unterschlägt (oder weiß nicht um) einige Basisfaktoren:

    1. Die Staatsschulden würden kein Problem sein, würde sich Deutschland nicht dagegen sperren, dass die Staaten direkt von der EZB für 1% ihr Geld bekommen.
    Aber Frau Dr. Merkel und Freunde wollen den Umweg über die Banken.
    Diese holen sich für 1% das Geld und geben es für 4,5,6,7% weilter an die Staaten.
    Je “pleiter” die dadurch werden, desto höher steigen die Zinsen.
    Die Aktionäre der Banken verdienen, die Staaten rutschen immer weiter in die Zinsschuld.
    Am Ende werden sie “gerettet”, aber das ist nur der Verdienst der Banken, der gerettet wird.

    2. Der deutsche Export geht zum größten Teil in die Eurozone.
    Fallen die Staaten aus als Käufer, steht D. ganz schnell blöd da und wir Deutschen gucken in die Röhre.
    Denn dann dürfen wir nicht mehr als Leiharbeiter für nen Appel und ein Ei zum allseits bewunderten BIP beitragen.

    • Leser sagt:

      Stimmt, teils wenig Sachverstand.

      zu 1:
      Könnten Sie deutlicher werden, was es bedeutet, wenn “Staaten ihr Geld von der EZB bekommen”? Mir ist das zu unkonkret. Lassen Sie uns an Ihrem Sachverstand teil haben. Wenn Sie damit meinen, dass die EZB direkt Staaten finanzieren soll, rufen Sie damit zum nächsten Vertragsbruch auf. Es reicht schon, das Verträge dem Text nach und nicht ihrem Sinn nach ausgelegt werden. Das allein führt schon zu mehreren Vertragsbrüchen.
      Im übrigen haftet Deutschland schon mit weit mehr als einer Billion für den Euro.

      zu 2:
      Ca. 43 % gehen in die Eurozone. Aber 57% gehen nicht in die Eurozone. Was heißt hier also Eurozone = größter Teil? Jetzt schauen Sie bitte auf den Anteil, der GR und POR betrifft. Lächerlich wenig.
      Warum sollen die Staaten als Käufer (komplett) ausfallen? Solche Aussagen sind doch völlig pauschal und unrealistisch.

      Als Deutscher wird man scheinbar mit einer Urschuld und grenzenloser Naivität geboren. Andere stoßen sich daran gesund.

      • Michele sagt:

        “Als Deutscher wird man scheinbar mit einer Urschuld und grenzenloser Naivität geboren. Andere stoßen sich daran gesund.”

        Und der EMS würde nochmals einiges ändern:

        Der ESM, (Europäischer Stabilitätsmechanismus) ist (so habe ich es gelesen):

        …ein auf zunächst 700 Mrd. Euro ( Artikel 8 des Vertrages) festgesetzter Fond, den die Mitgliedsländer unwiderruflich und bedingungslos auf Verlangen des Vorstandes aufzufüllen haben. (Art. 8 Abs.4, Art. 9)

        Der Fond unterliegt keinem nationalen Recht (Art. 1, Art. 27). Er selbst und alle seine Mitarbeiter sind rechtlich immun (Art. 30), befreit von sämtlichen auch persönlichen Körperschafts- und Einkommenssteuern (Art. 31) und für niemanden nirgendwo rechtlich belangbar, weil es für sie kein zuständiges Gericht auf der Welt gibt.

        …nun stellt sich die Frage, wer überwiegend herangezogen würde um den EMS aufzufüllen und wer die Begünstigten dieses Fonds wären…

        Wahrscheinlich wären Eurobonds für Deutschland noch günstiger als die Verpflichtung zum EMS. Ich kann das mit meinem Spatzenhirn jedoch nicht ausrechnen.

    • Ondoron sagt:

      Setzen Sie mal Ihre grüne Brille ab. Die Wahrnehmung ist ja völlig gestört und verzerrt! So ideologiebesoffen kann man doch gar nicht sein!

    • dparvus sagt:

      Informieren Sie sich, umfassend und nicht einseitig.

      Nur das führt zu Sachverstand, nicht der Glaube an das, was uns bisher die Mainsteammedien gesagt haben und die Anhänger der neuen Wirtschaftswissenschaft, die Befürworter des Fiat- Geldes.

      Information z. B. hier:
      http://www.compact-magazin.com/index.php?option=com_content&view=article&id=246:fuer-unser-land-gegen-den-euro-wahn&catid=3:newsflash

    • dparvus sagt:

      Sachverstand kann man nur durch umfassende Information und Nachdenken erlangen, nicht durch Glauben und einseitige Information über die Mainstream- Medien.
      Wenn es um den Euro geht trägt dazu sicher auch das das hier bei:
      http://www.compact-magazin.com/index.php?option=com_content&view=article&id=246:fuer-unser-land-gegen-den-euro-wahn&catid=3:newsflash
      Und wenn es um DM und Euro geht, sollte man auch wissen wer uns den Euro aufgezwungen hat und warum.
      Und mam sollte nicht einfach glauben, ” Deutschland profitiert vom Euro…”. Nachdenken:
      Die DM KONNTE ab und zu aufgewertet werden, damit profitierten die Bürger, die Konsumenten in Deutschland: Billigeres Einkaufen im Ausland, die deutschen Inlandspreise blieben niedrig, weniger Inflation.
      Und trotzdem blieb die DM stabil, weil eine nationale Bundesbank das alleinige Sagen hatte und kein Staat reinreden konnte, noch nicht einmal die deutschen Politiker.

      Der Euro verbrät den deutschen Außenhandelsüberschuß innerhalb der Euro- Zone, das schaffen die PIGS locker. Warum sonst drängt es denn die Griechen und andere nicht aus dem Euro?

      Wir brauchen wieder mehr staatliche Souverainität, weil das auch Eigenverantwortung bedeutet.
      Wenn Griechenland weiter auf Kosten anderer leben kann, gibt es keinen Grund für Griechenland, den Euro aufzugeben.

      Wir haben hier im Lande doch das beste Beispiel für solch eine Vergesellschaftung der Schulden und Pflichten.

      Warum sollten sich die Politiker z. B. in Berlin oder in Bremen, einen Wunsch verkneifen, der Geld kostet? Bezahlen tun doch in der Hauptsache Bayern und Baden- Württemberg dafür.

      Es lebe der Sozialismus? Ist es das, was Sie wollen?

      Die Pleite ist dann vorprogrammiert, wie beim Euro.

    • Michele sagt:

      Und die Banken und die notleidenden Staaten werden somit durch allg. Steuergeld gerettet. Das ist doch der “Sinn” der Sache…