Bankenkrise in Frankreich: Massiver Gewinneinbruch bei Société Générale

Im vierten Quartal 2011 konnte die zweitgrößte Bank Frankreichs lediglich einen Nettogewinn von 100 Millionen Euro erreichen. Vor allem die Meister der virtuellen Produkte enttäuschten: Das Investment-Banking erzielte seinen ersten Verlust in zwei Jahren.

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Die Euro-Schuldenkrise hat der zweitgrößten französischen Bank große Verluste im vierten Quartal des vergangenen Jahres beschert. Mit einem Nettogewinn von 100 Millionen Euro im letzten Quartal fiel der Gewinn bei Société Générale um rund 89 Prozent geringer aus als im Vorjahr – damals wurde ein Profit on Höhe von 874 Millionen Euro erreicht. Von Bloomberg befragte Experten rechneten für das vierte Quartal mit immerhin durchschnittlich 317 Millionen Euro.

Die Verluste seien hauptsächlich auf das Investment-Banking der Bank zurück zu führen. Während das Privatkundengeschäft stabil blieb, meldete das Investment-Banking sogar einen Verlust von 428 Millionen Euro. Ursächlich waren hier die großen Bestände an griechischen, portugiesischen, italienischen und beispielsweise auch spanischen Anleihen. Um die neue neunprozentige Kernkapitalquote zu erreichen, kam es hier zu etlichen Abschreibungen. Diese Quote habe die Société Générale dennoch sechs Monate vor Auslaufen der Frist der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde erreicht, so die Bank.

Im gesamten Jahr 2011 verdiente Société Générale 2,38 Milliarden Euro – 39 Prozent weniger als im Vorjahr. So fielen die Gesamterlöse für das vergangene Jahr um drei Prozent auf 26,6 Milliarden Euro.

Bis Mitte vergangenen Jahres beliefen sich die Bestände französischer Banken auf private und öffentliche Schulden in Ländern wie Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien auf rund 476 Milliarden Euro, so Bloomberg. Im September 2011 begannen Société Générale, BNP Paribas und Crédit Agricole ihre Bestände um ca. 300 Milliarden Euro zu kürzen. Am Mittwoch berichtete zuvor Frankreichs größte Bank, BNP Paribas, dass der Gewinn vor Steuern seiner Investment-Banking-Einheit um 99 Prozent gefallen ist.

Die Liquidität der französischen Banken ist aufgrund ihres Engagements in den Peripherie-Ländern der Euro-Zone stark angeschlagen. Besonders die Kredite von amerikanischen Geldmarktfonds sind aufgrund dessen stark zurückgegangen (hier). Als die EZB weitere, neue Sicherheiten für Kredite von der Zentralbank zuließ, nutzten vor allem französische Banken dieses Entgegenkommen (hier).

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Kommentare

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  1. Knut34 sagt:

    Endlich erwischt es mal die Franzosen! Die sind an dem ganzen Desaster Schuld. Ohne die franzöischen Sozialisten hätten wir keinen Euro. Die mussten ihn unbedingt haben um ihre notorischen Minderwertigkeitskomplexe zu verringern!

  2. conforma sagt:

    Ja, wo sind eigentlich die vom Vor-Kommentator genannten lybischen Milliarden geblieben?
    Ist ja auch fast egal – Sarko hat Frankreich von Jahr zu Jahr mehr runter gewirtschaftet, und seine Freunde bei den frz. Banken können ihn jetzt auch nicht mehr retten. Dabei hatte er sich das so schön mit seiner Berliner Freundin ausgerechnet – da helfen auch keine gehauchten Wangen-Küsschen mehr, auch wenn sie ihm ins Ohr flüstert: Je t’embrasse mon chéri !

  3. Steuersklave sagt:

    Sind die von Libyen konfiszierten Millarden denn schon verplempert?
    Dann muß Nachschub her. Syrien hat nicht viel, aber mir fällt Algerien ein, dass ist
    auch nicht so weit weg.

  4. corde sagt:

    Ja hat denn AM dem Sarkozy immer noch keinen Blankoscheck ausgestellt?
    Aufgrund der Niederlage vor ca. 70 Jahren darf doch gar kein Zweifel daran bestehen.
    Nur zu diesem Zweck ist doch die EU und den EURO da – das ist aber auch sehr nachlässig von der deutschen Regierung, immerhin steht sie doch an der Seite von Freunden, die sich der Force de frappe rühmen können.

    Lasst doch die EZB noch a bisl drucken oder da die Grenzen ja offen sind lasst sie doch einfach holen was sie brauchen. Eine ´Grande Nation´braucht nicht fragen!

  5. ghostdance sagt:

    Auch die Franzosen werden die Hand aufhalten, denn schließlich haben unsere Vorfahren vor knapp 70 Jahren den 2. Weltkrieg verloren. Weil wir alle, einschließlich unserer Kinder und Enkel, naturböse sind, müssen wir verdünnt und aufgelöst werden und müssen das, was wir erarbeitet haben, an die abgeben, die naturgut sind: alle außer uns. Habe ich das so richtig zusammengefaßt?

    In der politisch korrekten Presse häufen sich gerade die Berichte über unseren geradezu märchenhaften Wohlstand. „Welt online“ titelte gestern: „“Deutsche haben mehr als 10 Billionen Euro Vermögen“ und die Unterzeile: „Die Bundesbürger könnten die gesamte EU entschulden. Ihr Vermögen ist so hoch wie die Staatsschulden aller 27 Mitgliedsstaaten zusammen“. Noch Fragen?

  6. Werner sagt:

    Hmm, mir scheint die Herabstufung durch die Ratinge-Argenturen war wohl nicht soo unberechtigt.

    mfg. Werner

  7. der Bauer vom Hunsrück sagt:

    …im Investmentbanking…..
    mh, schlecht spekuliert!
    Nieten in Nadelstreifen mit Boni…

  8. ALPHAONE sagt:

    Verschleppter Konkurs, oder…???

    Somit sind die Franzosen kein Stück besser als die Griechen in diesem Europa der organisierten Verantwortungslosigkeit.

    Und dann sagt „la grosse“ (Tired? Nö.) auch noch vor laufenden Kameras dem kleinen Mann neben ihr die bedingungslose Unterstützung zu…warum wird klar, wenn man diesn Artikel liest.

    Wenn nicht alles so ernst wäre, könnte man es sogar als spaßig empfinden…

    Wann ist die Ära Merkel endlich zu ende und was kommt dann???

    • Werner sagt:

      „…und was kommt dann???…“

      Tja, die deutschen haben es bisher nicht geschafft eine oder mehere akzeptable Nachfolge-Parteien aus dem Boden zu stampfen. Traurig.

      mfg. Werner

  9. Tom sagt:

    … WIE lange noch bis zum AUFSCHLAG ?