Weltwirtschaft: Schwedische Exporte rückläufig

Die schwedische Zentralbank hat den Leitzins gesenkt. Die Exporte schwedischer Unternehmen sind 2011 aufgrund der Krise stark zurückgegangen und die Wachstumsaussichten für 2012 sind gesunken.

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Deutsche Exporteure setzen auf exotische Märkte

Die Staatsschuldenkrise „besonders in der Eurozone wird vielleicht ernster werden und deutlich negativere Auswirkungen auf die schwedische Wirtschaft“ haben als bisher. Damit begründete die schwedische Zentralbank, die Riksbank, die Senkung des Leitzinses um 25 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent. Im Dezember senkte die Riksbank schon einmal den Leitzins –  damals zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren.

„Träges Wachstum in der Eurozone hat die Nachfrage für schwedische Exporte gedämpft“, urteilte die Riksbank in ihrer Pressemitteilung. Die Exporte Schwedens sind „signifikant getroffen worden“, so Rasmus Gudum, Volkswirt bei Svenska Handelsbanken AB in Kopenhagen. Die Exporte sanken im Januar den dritten Monat in Folge. Entsprechend schrumpfte der Handelsüberschuss so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Die schwedischen Ausfuhren sind für die Wirtschaft des Landes von großer Bedeutung – sie machen die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus. Mehr als 60 Prozent der Exporte gehen in die Europäische Union. Die EU-Kommission zählt Schweden mittlerweile zu den 12 Staaten, deren wirtschaftliche Situation Anlass zur Sorge gibt (hier).

Aufgrund der schwächeren Wirtschaftsaussichten, werden „die Haushalte beginnen, mehr zu sparen und ihren Konsum zu bremsen“, so die Riksbank. Zudem werden die Unternehmen ihre Investitionen kürzen. Aus diesem Grund korrigierte die schwedische Zentralbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent auf 0,7 Prozent in diesem Jahr. Dies werde auch zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 7,7 Prozent führen. Bei einer Befragung von den 24 größten schwedischen Unternehmen durch die Zentralbank, rechneten die Unternehmen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in den kommenden sechs Monaten.

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Kommentare

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  1. MIKEMT sagt:

    Das automatische Wirtschaftswachstum ist zu Ende. Das wissen wir aber schon ein paar Jahre.
    Es besteht kein Grund zur Aufregung.
    Wir alle müssen wieder bescheidener werden.
    Und was die soziale Sicherung angeht, bedarf grundlegender Änderungen.
    Dieses System lässt sich aus demographischen Gründen nicht mehr halten.

    Auch wenn Schweden nicht den Euro als Zahlungsmittel hat, sitzt es wirtschaftlich voll mit im Boot.

  2. Casi sagt:

    Das sollen wohl eher 25 Basispunkte sein, oder? 25 Prozentpunkte wären relativ viel 😉

  3. Der einfältige Einsiedler sagt:

    …na, na das Wirtschaftswachstum vielleicht auf -7% und die Arbeitslosenquote auf das doppelte 14-15 % gehievt, lieber nen Zweckpessimisten, als nen Zweckoptimisten abgeben, nach dem Motto „kann ja nur besser werden“…
    „the global capitalism-terror is just dying, just go back to the roots…“ha, ha, ha, komplett ga-ga elendes Schweine-System!!!

  4. paloma sagt:

    aber schweden hat ein vorteil.es ist nicht in der eurozone gefangen.
    schweden kann immer noch eine eigenständige währungpolitik machen.

  5. conforma sagt:

    Wenn in €uropa von diesen EU-„Führern“ die Kaufkraft durch unrealistisches Sparen, durch „Medikamenten-Entzug“, die Kaufkraft willentlich, wissentlich und vorsätzlich dezimiert wird, kann Schweden eben nicht mehr alles verkaufen auf der Nachfrage-Seite der Märkte, oder? Uns Bürgern ist das ja ganz verständlich, aber die all-wissenden Nicht-wissenden in der Brüsseler Pöstchen-Anstalt werden das wohl nie begreifen, lieber lassen sie €uropa „vor die Hunde“ gehen.

  6. schlaumeister sagt:

    Die sind wenigstens ehrlich, im sich verfestigenden Kondratieff-Winter wird es
    eben immer kälter, der Frost kommt langsam aber unerbittlich überall an, nur
    auf dem Politiker-Radar ist nur noch schönes warmes Wetter zu sehen mit
    süßen watteartigen Schönwetterwölkchen.

    • Alfi sagt:

      ok – dann kaufen wir mal warme Jacken, wenn dieser Winter tatsächlich bis 2030 oder 2040 dauert 😉