Streit in der EZB eskaliert: Weidmann stellt sich gegen Bond-Umtausch

Der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat den vorgezogenen Umtausch der Griechen-Bonds heftig kritisiert. Er stellt sich damit offen gegen Mario Draghi.

Der Streit über die Politik innerhalb der Europäischen Zentralbank verschärft sich weiter. Das Wall Street Journal berichtet, der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, habe sich nun eindeutig gegen den Präsidenten der EZB, Mario Draghi, gestellt.

Weidmann stimmte offenbar gegen den aktuellen Plan der EZB, ihre griechischen Staatsanleihen in neue Anleihen umtauschen, um so dem Schuldenschnitt zu entgehen (mehr hier). Schon früher hatte die EZB versucht, seine griechischen Staatsanleihen loszuwerden (mehr hier).

Weidmann und eine Vielzahl anderer Beobachter befürchten, dass sich Investoren gänzlich von Staatsanleihen abwenden, sollte sich die EZB vor einem Schuldenschnitt drücken. Bereits bei der Position zum EU-Fiskalpakt hatte sich eine Spaltung im Vorstand der EZB abgezeichnet. Damals reichten Weidmann die Vereinbarungen des Pakts nicht aus, während seine italienischen und französischen Kollegen dem Vorschlag akzeptierten (mehr hier).

Der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz wirft der EZB vor, sie würde mit dieser Art der Politik die Interessen der Banken stärker vertreten als die der europäischen Steuerzahler (mehr hier).

Wenn die EZB am Anleihenmarkt den Investoren übergeordnet agieren kann, verteilen sich die Verluste auf eine kleinere Gruppe von Anleihen und vergrößern so die Verluste für die Anleger. Das lässt die Zinsen für griechische Anleihen steigen.

Tatsächlich erreichten griechische Staatsanleihen kürzlich ein neues Rekordhoch. Zwischenzeitlich stiegen die Zinsen für einjährige Anleihen auf über 600 Prozent. Die Zuwächse bei den Renditen waren selbst in diesem hohen Bereich äußerst hoch.

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Kommentare

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  1. georg hoffer sagt:

    lach brüll lol……Das Europäische Parlament will nach Informationen der „Welt“ schärfere Regeln für Ratingagenturen durchsetzen. „Ratingagenturen soll es verboten werden, unbeauftragte Staatenratings zu veröffentlichen“.

    EU: „Welt“: EU plant verschärfte Regeln für Ratingagenturen – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/news/eu-welt-eu-plant-verschaerfte-regeln-fuer-ratingagenturen_aid_715285.html

    DAS GEHT GARNICHT::: SOLANGE::AMERIKA DIE LEITWÄHRUNG STELLT….den Handelsdollar-Eurodollar…zumal -die MACHT der Ratingagenturen, von USA Privatbanken gestellt werden… WER§ hat den Roumpey -Baroso–gewählt -NIEMAND..sie waren nicht im stande..Baroso Portugal-Roumpey-belgien..zu VERWALTEN-REGIEREN:……Dilletantenstadeln der EU-… VERBREITEN FLUGBLÄTTER – das..wäre Sinnvoller..!