Ponzi statt Polo: Auch VW will EZB-Kredite anzapfen

Trotz guter Verkaufszahlen von acht Millionen Fahrzeugen in nur einem Jahr überlegt VW mit seiner Banklizenz beim zweiten EZB-Tender einen Kredit aufzunehmen. Als notwendige Sicherheit könnte der Autohersteller die Kredite seiner Kunden nutzen.

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Am 29. Februar geht der EZB-Tender in die zweite Runde. Ursprünglich wurde der 3-Jahres-Tender mit dem niedrigen Zinssatz von nur einem Prozent ins Leben gerufen, um den europäischen Banken mehr Liquidität zukommen zu lassen und den Staatsanleihenmarkt zu stützen (hier). Experten rechnen sogar damit, dass die Banken beim zweiten Tender sogar deutlich mehr als noch beim ersten Mal leihen werden.

Nun überlegen auch die Autohersteller Volkswagen und PSA Peugeot Citroën sich am EZB-Tender (LRG) zu bedienen, berichtet die FT. Grundsätzlich ist dieser für Unternehmen nicht zugänglich, da aber VW und Peugeot eine Bank für die Kreditgeschäfte mit ihren Kunden besitzen, könnten sie so tatsächlich in der Lage sein, Geld von der EZB anzuzapfen. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoherstellern hat VW allerdings einen vergleichsweise leichten Zugang zu neuem Kapital. Die Verkaufszahlen sind gut: Ertsmals knackte der Konzern bei den Verkaufszahlen die 8-Millionenen-Marke in einesm Geschäftsjahr. Wirklich in Not ist er so gesehen sicher nicht.

„Das ist eine alternative Finanzierungsquelle und eine sehr billige noch dazu“, sagt Suki Mann von der Société Générale in London. Der Analyst Huw van Steenis von Morgan Stanley hat ebenfalls wenig Bedenken. „Der LRG hat das Ziel, die Kreditklemme zu reduzieren und wieder eine Kreditversorgung herzustellen. Deshalb könnte der Umstand mit dem Tender den Menschen helfen zu wollen, sich ein Auto zu kaufen, das Abrufen des EZB-Geldes“ durch VW und Peugeot legitimieren, urteilt Huw van Steenis von Morgan Stanley. VW und Peugeot könnten theoretisch die Kredite ihrer Kunden als Sicherheit für den EZB-Kredit nutzen.

Der Industriekonzern Siemens und der Autohersteller BMW, die ebenfalls Banklizenzen besitzen, lehnten eine Stellungnahme darüber, ob sie den EZB-Tender nutzen werden, ab. Quellen der FT zufolge hat Renault scheinbar keine Pläne in dieser Richtung.

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Kommentare

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  1. Helene sagt:

    Wer glaubt eigentlich noch die Verkaufszahlen???
    Wie sieht es denn in Wirklichkeit aus?
    Autos werden auf Halde produziert, ich bin erst gestern an einem solchen Lager vorbeigefahren. Es standen Tausende von Autos schön verpackt unter einer Stoffplane, damit der Kunde die Lagerzeit nicht an Lackmängeln merkt.
    Damit die Aktionäre nicht merken, werden die Lagerautos als Tageszulassung angemeldet und gelten somit als “verkauft”.
    Fazit: Die Arbeiter glauben, daß das Unternehmen viele Aufträge hat.
    Die Aktionäre glauben, daß das Unternehmen gut läuft.

    Alle sind zufrieden und jeder wurde offenkundig getäuscht. Und so läuft es überall.

  2. Gonzo sagt:

    Bedient euch, solange es noch hat! Und, fliegt mit der faulen Kohle nach Brasilien…

  3. Hans sagt:

    Nach der Lehmann Pleite bekamen die PKW Hersteller auch alle Probleme mit ihren Banken. Über diese Banken wickeln die Hersteller die Leasingverträge ab. Um die Monatliche Leasingrate niedrig zu halten, wird da mit optimistischen Verkaufspreise am Ende des Vertrages gerechnet. Wenn die Bank mit einen Verkaufspreis von 10.000 rechnet, aber nur 8.000 zu erzielen sind, macht die Bank 2.000 Verlust.

    In 2012 wird der Absatz wohl wieder deutlich einbrechen, und damit werden die Verluste wiederkommen. Das billige EZB Geld macht das überleben jetzt einfacher.

    • Michele sagt:

      Sicherheiten mittels Auto zu gewähren, wird bei deren schnellen Abschreibungen nicht so einfach, denn nach 5 Jahren sind die Karren nach heutiger Qualität fast schon wieder Schrott.

      Also muesste man sichere Schuldtitel verpfänden, um an billiges EZB-Geld zu kommen, falls das nicht schon auf Umwegen bereits gemacht wird.

      Mich würde mal der echte Prozentanteil, der auf Schulden finanzierter Autos,
      interessieren.

  4. Volkswagenaktionäre glücklich über Verkaufserfolg sagt:

    Sehr geehrte Deutsche Mittelstandsnachrichten,

    die Aktionäre bedanken sich für Ihr outen über die verkaufszahlen im Januar, das gibt dieses
    Jahr eine megafette Dividende.
    Der Aprilscherz kam leider zu früh als Artikel !
    Stellen Sie ohne Korrektur zu lesen, Artikel einfach hier ins Netz ?! das könnte gefährlich enden.
    Volkswagen baut die 8 Millonen Fahrzeuge etwa in einem Produktionsjahr mit steigender Tendenz.
    Volkswagen hat sich schon in den 80ern, sich aus der eigenen Rentenkasse für Werksangehörige mit Krediten bedient für neue Modellentwicklungen, nun scheint ja der Puffer
    zur Neige zu gehen. Skrupel kennt der Konzern nicht wenn es irgentwo was zu holen gibt.
    Echt Klasse der EZB Tender, würde ich im Vorstand genauso machen, es ist eben die Globalmentalität.
    Die EZB wäre gut beraten beschränkungen des Kapitals einzubauen, dahingehend in Deutschland nachweislich zu investieren mit vorher vorgelegten genehmigten Förderinvestitionen.

    Herzliche Grüße

  5. Omarius sagt:

    so bürgt der steuerzahler für die nächte export blase….

  6. donnermariaundjosef sagt:

    der Steuerzahler zahlt für Alles, wer denn sonst?
    Ach ja, der Rentner, der zahlt auch! Weil, was derzeit in GR, S, etc. an Rentenkürzungen vorgenommen wird, kommt bei uns auch. Die aktuelle Krise beflügelt die Einheitsrente durch Kappungsgrenze, genauso die Krankenversicherung etc., übrig bleibt das Bürgergeld auf gerade mal Überlebensniveau. Bis dahin wird dann auch das Bargeld abgschafft und die Wirtsschaft gestrafft, indem kleine und mittelständische Unternehmen über die Wupper gehen. Die übrig bleibenden Großen teilen den Markt unter sich auf und schöpfen das Bürgergeld zu 100% zuzüglich Zinsen ab. Das Ganze kriegt dann den Titel sozioökonomische Staatswesenkonfiguration und läuft auf eine Bevölkerungsverarmung mit einhergehender -reduzierung einher. Die Überreste gehen dann in die biolgischenergetische Verwertung um ausreichend Strom für die Reichen zu produzieren. Ach ja, wer den Film “Aufstand der Alten, D im Jahr 2029″ noch nicht kennt, sollte mal danach guugeln.

  7. donnermariaundjosef sagt:

    schon gehört?
    der Dr. Hundt vom BDA fordert wegen des Streiks des Vorfeldpersonals am Frankfurter Flughafen, das Streikrecht einzuschränken, er spricht von Tarifgleichheit und -gerechtigkeit, sülzsülz.
    Dabei kriegt der bda den Hals nicht voll und sorgt dafür, dass immer mehr Arbeitnehmer in Sub-Sub-Firmen ausgegliedert werden. Wenn ihm dann hin und wieder sein Tun auf die Füße fällt, schreit er nicht nur Aua, nein er ruft auch gleich Mamimami, du mußt was tun. Ein armseliger Haufen dieser bda, aber gefährlich, weil amoralisch, asozial, hinterfotzig, feindlich gegenüber den Arbeitnehmern. Spartengewerkschaften, das beste was uns Arbeitnehmern passieren kann, davon brauchen wir mehr, also Wachstum, weil sie sind eine gute Waffe gegen das Kapital. 200 Mann sorgen für 4 Mio. € weniger Umsatz bei der Fraport – und das an einem Tag. Die Jungs sind ihr Geld echt wert. Davon mehr wäre Wachstum – doch die Fraport bremst.

    • ivan sagt:

      Und was verdient den ein solcher Vorfeldpersonalposten?
      Bestimmt reichts zum Leben und deutlich darüber hinaus.Aber so ist er der Mensch ,seine Gier ist unersättlich!

  8. Joseph Breitenbach sagt:

    Ein “Tender” ist der Kohlenwagen bei der Dampflokomotive. was hat so ein Tender mit Krediten zu tun?

    • Observer sagt:

      Ein Kasten in dem Kohle sein sollte, aber keine mehr ist, nur noch Forderungen, Forderungen auf Nichts!

    • kkozzz sagt:

      Kriegt Milka auch einen Kredit ?

      Schließlich gibt es “Milka Tender”, ein Schokoriegel…

  9. Chris sagt:

    Genau an dieser Stelle sind wir an einem Punkt angelangt, an dem sehr hohes Inflationspotential aufgebaut wird. Solange Geschäftsbanken Zentralbankgeld nehmen und Staatsanleihen kaufen, besteht solange keine Inflationsgefahr, solange die Staaten ihre Verschuldung nicht ausweiten. Zur Zeit ist das in den PIGS Ländern nicht der Fall, da sich diese lediglich refinanzieren müssen. Werden allerdings mit dem Zentralbankgeld “Konjunkturprogramme” aufgelegt, steigt die Inflation sehr schnell.

    Bei den Auto- und Industriebanken steigt nun die Inflationsgefahr. Denn diese Banken werden das Zentralbankgeld nehmen, um mit dem Zinsvorteil, die Fahrzeuge gegenüber der Konkurrenz billiger am Markt anzubieten. Die Kunden werden diese Chance nutzen (wie bei der Abwrackprämie) und Konsum, d.h. Autokauf vorziehen (gegen Kredit). Die Folge ist, daß das Zentralbankgeld darüber in Umlauf kommt. Die Folge ist Inflation.

    • Michele sagt:

      “Nullzinspolitik” hat noch nie Schuldenaufnahmen bzw. Inflation gebremst…hat lediglich den Kleinbürger abgezockt.

  10. Hennoch sagt:

    Die Betriebsräte von VW sollen ihre Bordellbesuche selber bezahlen und nicht auf Konzernkosten ihre Orgien finanzieren, dann sind ein Teil der Kosten eingespart.