UBS: Expansive Schweizer Geldpolitik beschleunigt Immobilien-Blase

Die Schweizer UBS sieht in der Kombination von rückläufigem Wirtschaftswachstum und steigenden Immobilienpreisen wachsende Gefahren für die Schweiz. Die expansive Geldpolitik der Schweizerischen Notenbank sei der falsche Weg, urteilen die Analysten.

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Während die Exportwirtschaft unter der Frankenstärke und der schlechteren Weltwirtschaft leidet, profitiert der Binnenmarkt von den aktuellen Entwicklungen. Zum einen werden der UBS zufolge Wechselkursgewinne aus Importen an die Konsumenten weitergegeben. Die Preise für importierte Waren sind seit dem Jahr 2007 um acht Prozent gesunken und verursachten einen Rückgang des Verbraucherpreisindex‘ von 2,3 Prozent. Als Deflation gilt diese Entwicklung allerdings nicht, weil es sich um eine einmalige Verschiebung des Preisniveaus handle, meint die UBS. Dazu kommt, dass in diesem Jahr die Löhne voraussichtlich steigen werden.

Zum anderen wird durch die Koppelung des Franken an den Euro neues Geld geschaffen. Diese große Menge an Notenbankgeld belebt die Binnenwirtschaft. Dies äußert sich beispielsweise in steigenden Investitionen in der Bauwirtschaft, in steigenden Immobilienpreisen und im zunehmenden Konsum. Diese Effekte sind so stark, dass sie teilweise die Ausfälle der Exportwirtschaft ausgleichen können.

Doch die expansive Geldpolitik birgt Gefahren. So steigt die Zahl der Hypotheken, die steigenden Preise für Immobilien könnten mit dem Platzen einer Blase enden. Dabei geht die UBS in ihrem wirtschaftlichen Ausblick für die Schweiz davon aus, dass die expansive Geldpolitik mindestens die kommenden beiden Jahre andauern wird. Der Druck auf den Franken wird durch den schwächelnden Euro weiter zunehmen.

Der Wirtschaftsausblick der UBS sieht außerdem die Gefahr einer starken Inflation, wenn die Schweizer Nationalbank den massiven Ankauf von Fremdwährung nicht rechtzeitig wieder einschränkt.

Die Frankenstärke wird die wirtschaftliche Entwicklung auch in diesem Jahr maßgeblich prägen. Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres auf 1,1 Prozent zurückgegangen. Die UBS rechnet in ihrem Wirtschaftsausblick für die Schweiz im ersten Quartal 2012 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent. Über das gesamte Jahr prognostiziert die UBS überhaupt nur ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent.

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Kommentare

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  1. efge/ch sagt:

    sinkende preise und steigende löhne, wer möchte das nicht. die umstrittene währungs-
    koppelung ist der einzig gangbare weg, um den missererfolg zu vermeiden.was andere
    an schluden anhäufen, häuft die schweiz an fremdwährungen an. so schlimm kann das
    nicht sein. die immobilienblase
    wird nicht platzen, aber bei rückläufiger nachfrage massiv luft verlieren.
    bei gleichbleibendem oder steigendem wohlstand federt der rückbau in grössere
    wohneinheiten ab. trotz chancen im us-dollar würde ich dem staatsbankrottler eher
    davon abraten, chf ind usd zu wechseln.

  2. Staatsbankrott sagt:

    Hätte ich jetzt SFr. würde ich morgen gleich in USD wechseln. So eine Chance bekommt man kein 2tes mal. Die Währung und auch der Yen wurde hochmanipuliert um Fremdwährungskreditler Hops zu nehmen oder warum stieg der Yen nach Fukushima noch an. Meiner Meinung läuft eine großangelegte Aktion gegen Reiche die Ihr Vermögen jetzt in Gold bringen und Spekulanten. Werden wir ja morgen sehen.

  3. Bertram sagt:

    Wenn ich wählen muss zwischen Pest und Cholera , dann doch lieber die Cholera .

  4. FDominicus sagt:

    Immer das gleiche, mehr Kredit und noch mehr Kredit. Für Probleme die man ohne diese Kredite gar nicht hätte. Haben Sie ein Problem, Kreditexpansion. Es war schon ein schwerer Fehler den Schweizer Franken an den Euro zu binden. Und das wird mit der Zeit offensichtlich werden.

  5. Kein Eurofreund sagt:

    Sehr berechtigte Befürchtungen der UBS-Analysten. Aber was tun? Die Schweiz ist wirtschaftlich eng mit dem Ausland, insbesondere mit dem EU-Raum verbunden und da sind natürlich grosse Interessen der Exportindustrie als auch der Gewerkschaften, Arbeitnehmer vorhanden. Den massiven Ankauf von Fremdwährungen, insbesondere von Euros durch die Nationalbank einschränken und den Franken noch stärker werden lassen, wo die Exportindustrie schon heute gewaltig Mühe bekundet? Wählen zwischen Pest und Cholera? Bleibt irgendwie als Ausweg wohl nur das bestmögliche durchwursteln mit Konzessionen an verschiedene Interessen.