China löst Indien als weltweit größter Markt für Gold ab

China löst dieses Jahr Indien als größten Goldmarkt ab. Private Investoren treiben Nachfrage aus Angst vor Inflation und Investitionsblasen in die Höhe. Das Vertrauen in das chinesische Wirtschaftswachstum scheint verloren.

Aktuell:
Joachim Gauck: Kapitalismuskritik ist seine Sache nicht

China wird in diesem Jahr zum größten Abnehmer für Gold der Welt. Die Nachfrage nach Gold soll dem World Gold Council (WGC), der Lobbyingorganisation der Goldindustrie, zufolge in diesem Jahr das zweite Mal in Folge um 20 Prozent steigen. Damit würde China den aktuell größten Abnehmer Indien überholen.

Indien war über Jahrzehnte hinweg der weltweit größte Goldmarkt gewesen. Aber die schlechte Wirtschaftsentwicklung und die schwache Rupie (mehr hier) ließen die Nachfrage nach Gold im letzten Quartal 2011 stark einbrechen.

Während Gold für Inder praktisch unerschwinglich wurde, verdreifachte China den Import von Gold aus seinem wichtigsten Markt Hongkong innerhalb von zwei Jahren. Der Goldimport aus Hongkong gilt als Indikator für die gesamte Nachfrage der Volksrepublik.

Wie die Financial Times berichtet, geht der massive Goldkauf auf private Investoren zurück. Die Fremdwährungsreserven seien nicht bemerkenswert zurückgegangen und institutionelle Investoren hätten bei einem Wirtschaftswachstum von knapp neun Prozent wenig Interesse an Gold.

Dies zeigt das schwindende Vertrauen der Chinesen in das Wirtschaftswachstum ihres Landes. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs zuletzt so gering wie seit der vergangenen Krise nicht mehr (mehr hier).

Zwar rechnet das WGC in diesem Jahr mit einem starken Wirtschaftswachstum in China, es erwartet aber auch eine starke Inflation. Die Inflation erweist sich zunehmend als permanentes Risiko für die chinesisches Wirtschaft (mehr hier).

Der Einbruch des Immobilienmarktes zerstörte eine weitere Anlagemöglichkeit (mehr hier). Für private Anleger bietet Gold eine sichere Investition, wie sie in China sonst nicht zu finden ist.

Mehr zum Thema:
IWF: Euro-Krise kann zu China-Crash führen
UBS: Expansive Schweizer Geldpolitik beschleunigt Immobilien-Blase
Österreich: Sparpaket dürfte massive Erhöhung der Mieten auslösen

Kommentare

Dieser Artikel hat 6 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Bonitätsprüfer sagt:

    Daß die aufstrebende chinesische Mittelschicht ihr Geld in Gold umwandelt, ist nur
    folgerichtig, da der Dollar als Weltreservewährung bald ausgedient hat.

    Die amerikanischen Militärausgaben sind in unvorstellbare Höhen geklettert und
    ein Krieg gegen den Iran wird zur Folge haben, daß Rohstoffgeschäfte eben nicht
    mehr in Dollar abgewickelt werden, sondern in anderen Währungen oder Gold, was de
    facto ja schon zwischen Indien und dem Iran, beim Rohöl, gängige Praxis ist.

    Vergleicht man den Rohölpreis und den Goldpreis so stellt man fest daß 1 Barrel
    Öl anfang der 50iger Jahre genausoviel Gold gekostet hat wie heute. Folglich hat
    Gold nicht an Wert gewonnen, sondern alle Papierwährungen an Wert verloren.

    Das Problem ist nur daß man vom Gold nicht abbeißen kann. Papier gibt wenigstens
    noch kurzfristig warm. Lol

  2. Bazookaaa sagt:

    Danke DMN. Ihr seid zur zeit für mich, in Sachen Wirtschaftsjournalismus, die beste Wahl. Bitte denk aber auch immer die Bevölkerungsanzahl der Länder.

  3. Raus aus Deutschland sagt:

    Die Chinesen haben noch nie der Regierung vertraut. Gold war schon immer, neben Immobilien, das beste Mittel für den Vermögenserhalt.

    Bei mir kaufen in Kambodscha Chinesen extrem viel Ackerland auf. Das sind Profis die sofort mehr als 1.000Hektar kaufen.

    In Thailand wird 80% der Wirtschaft von Chinesen kontrolliert. Darum ist m.E. auch Hong Kong das Zentrum der Macht in dieser Welt.

    Wenn man sieht wie eng chinesische Banken mit westlichen Banken zusammen arbeiten, schmunzelt man wie im Mainstream gegen die Chinesen gewettert wird.

    Gerade in so volatilen Zeiten wie jetzt läßt es sich gut Geschäfte machen.

    Wenn es im Iran knallt, dann knallen in Moskau die Sekt.-Korken. Der Preis für Gas und Öl geht dann durch die Decke.

    Es gibt IMMER Gewinner und Verlierer!

    • Hennoch sagt:

      Und wir sind es gewohnt unter den Verlierern zu sein, dafü sorgt schon unsere Regierung.

    • TheSpiritOfTheTimes sagt:

      Tja, es gibt nur folgende Probleme bei dem Spass:

      1) „Sogar“ in den USA (diesem soooo tollen Land der Freiheit /sarkassmus Ende) gab es ein Goldverbot. Der Staat hat dann einfach seinen Sklaven den Hahn zugedreht. Was denkt ihr passier in CN? Dort ist es noch viel viel einfacher den Hahn zu zu drehen. Ausserdem was bringt mir mein ganzes Gold wenn es für die nächsten Jahre illegal ist es zu verkaufen bzw. wenn man es legal nur an den Staat verkaufen darf?

      NIX!

      2) Was bringt mir Farmland in fernen Ländern wo ich die Sprache nicht spreche, die Sitten nicht kenne und im Zweifel auch wegen Verstaatlichung meinen Besitz verliere? Vielleicht reicht es ja, den Kauf einfach anzufechten und zu sagen der Verkauf an den Ausländer war illegal? Auch Rückwirkend. Was bringt es mir viel Land zu besitzen, wenn ich dort nicht hinkomme, etwa weil es keine Flüge mehr gibt, oder was auch immer. Diese Farmland in Kambodga Geschichten sind doch Schwachsinn. Glaubt hier wirklich jemand, dass es sich die Einheimischen lange gefallen liessen, wenn unter ihnen ein Fremder Ackerbau betreibt und sie nix davon haben, weil sie sich die Preise des Ausländers nicht leisten können?
      Was bringt mir also all dieser Krampf?

      NIX

      Einfacher wäre es den Müll vor der eigenen Haustüre zu entsorgen und sich so „vorzubereiten“. Kapieren leider die meisten nicht!

      Wahlvieh! MUUUUH!

      • Sakrihittn sagt:

        Selten so gelacht…es gibt immer auch eine andere Denkweisse die alles logische gleich wieder unlogisch klingen lässt.