Griechenland: Plünderer rauben antikes Olympia-Museum aus

Die Sparmaßnahmen bei den Sicherheitsvorkehrungen in eröffnen Kriminellen neue Möglichkeiten in Griechenland. Der spektakuläre Überfall auf ein Museum in Olympia zwingt den Kulturminister zum Rücktritt.

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Unbekannte haben aus einem Museum der Olympischen Spiele im griechischen Ort Olympia zahlreiche Antiquitäten gestohlen. Zwei bewaffnete Männer waren Freitag früh in das Museum eingedrungen und hatten eine Wachfrau überwältigt und gefesselt. Anschließend entwendeten die Räuber 65 Gegenstände aus ihren Vitrinen. Bei der Beute handelt es sich hauptsächlich um Gegenstände aus Edelmetallen wie Kränze, Ringe und Medaillen.

Trotz einem großangelegten Polizeiansatz konnten die Räuber vorerst nicht aufgegriffen werden. Bereits im vergangenen Monat war ein griechisches Museum überfallen worden. Damals wurde ein Gemälde von Pablo Picasso und zwei weitere Bilder gestohlen. Der wiederholte Vorfall vom Freitag veranlasste den Kulturminister Pavlos Geroulanos seinen Rücktritt anzubieten: „Ein weiteres wichtiges Museum wurde ausgeraubt und mein Rücktrittsantrag beim Premierminister ist eine selbstverständlicher und moralisch angebrachte Entscheidung.“ sagte er der griechischen Zeitung Kathimerini.

Kritiker machen die Sparmaßnahmen für die Verluste verantwortlich. Mit dem gekürzten Etat könne die Sicherheit kultureller Güter nicht mehr gewährleistet werden, hieß es. „Das Sicherheitsniveau ist in der Tat mangelhaft. Ich denke die Behörden hätten achtsamer und die Sicherheitsvorkehrungen strenger sein müssen“, sagte der Bürgermeister von Olympia im staatlichen Fernsehen.

In den vergangenen Monaten ist die Kriminalität in Griechenland stark gestiegen. Vor allem perspektivenlose Jugendliche rutschen in die Kriminalität (mehr hier). Die Verbrechen werden auch ungewöhnlicher und dreister. So beteiligte sich etwa in Thessaloniki sogar ein Behördenleiter, dessen Aufgabe eigentlich die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität war, an einer großen Erpresser- und Geldwäscherbande (mehr hier).

Die Versuche an Geld zu kommen, werden in Griechenland allgemein ungewöhnlicher. So erlebt neben der Kriminalität beispielsweise auch die professionelle Schatzsuche eine neue Hochzeit (mehr hier).

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Kommentare

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  1. Fred Kirchheimer sagt:

    Tja, warum steht in den gr. Museen noch irgend etwas? Alles was sich zu Bargeld machen läßt, sollte eigentlich bei den Geberländern der Milliardengeschenke als Sicherheit hinterlegt worden sein.

    Die Griechen sollten eigentlich eh keine Zeit mehr haben, ins Museeum zu gehen. Da werden alle Hände gebraucht das Land zunächst gründlich zu säubern um es nachher wieder aufzubauen.

  2. Nikole sagt:

    es gibt 2 Möglichkeiten:
    1. einige Patrioten bringen Volkseigentum in Sicherheit vor den Kapitalisten und Gauleitern
    2. einige Kapitalisten und Gauleiter schicken schon ihre Truppen zum Plündern von griechischem Staatseigentum.

    Liebe Griechen bringt eure Beutekunst in Sicherheit, vergrabt sie, bringt sie hoch in die Meteoraklöster und sichert sie mit Stellungen.

  3. ### sagt:

    Die Finnen haben Pfand verlangt für ihren Beitrag zur Rettung Griechenlands – und bekommen.

  4. Cecylia sagt:

    Griechenland als Ablenkungsmanöver…

    http://www.youtube.com/watch?v=GbeIj9-eqGw