Hohe Nachfrage nach spanischen Anleihen

Der zunächst erfolgreiche Abschluss des Eurogruppen-Treffens und die Aussicht auf frisches Geld durch den neuen EZB-Tender in knapp einer Woche senken die Zinsen für kurzfristige spanische Anleihen.

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EZB-Chef Mario Draghi hat das Treffen der Euro-Gruppe ohne öffentliches Statement verlassen. Doch in spätestens 8 Tagen werden er und die EZB wieder im Zentrum des Interesses stehen. Am 29. Februar soll der zweite 3-Jahres-Tender der EZB starten. Experten rechnen damit, dass die Banken deutlich mehr Kredite von der EZB abrufen werden als noch im Dezember (hier).

Die kurze Zeit bis zum neuen Tender ermutigte die Banken am Dienstag, noch einmal am Staatsanleihemarkt aktiv zu werden. Immerhin ist das Griechenland-Problem durch die Zustimmung der Eurogruppe zum Rettungspaket erst einmal nach hinten verschoben worden (hier). Spaniens kurzfristige Anleihen mit einer Laufzeit von nur sechs Monaten und entsprechend wenig Risiko waren entsprechend gut nachgefragt: Auf jeden Bond kamen 10 potentielle Käufer. Entsprechend sanken die Zinsen von 1,847 Prozent im vergangenen Monat auf 0,764 Prozent. Die dreimonatigen Anleihen gingen ebenfalls für niedrigere Zinsraten über den Tisch.

Der EFSF hat sich mittlerweile vielen europäischen Ländern angeschlossen und setzt ebenfalls auf kurzfristige Anleihen, die derzeit beliebter bei den Käufern sind. Am Dienstag bot der EFSF entsprechend auch sechsmonatige Anleihen an, die ebenfalls zu einem besseren Zinssatz verkauft wurden als noch im Januar.

Die derzeit sinkenden Zinsen für Staatsanleihen haben auch dazu geführt, dass sich die EZB vergangene Woche auf dem Sekundärmarkt zurückgehalten hat. Die Zentralbank kaufte ihren eigenen Angaben zufolge keinerlei Staatsanleihen (hier). Insgesamt hatte die EZB innerhalb eines Jahres 145 Milliarden Euro für Staatsanleihen ausgegeben, um den Markt zu stabilisieren.

Wie beim Schuldenschnitt handelt die EZB spätestens seit Mario Draghis Amtsantritt im Interesse der Banken, nicht jedoch der Bürger (hier). Da scheint es auch unerheblich, ob von der ersten Gelschwemme durch die EZB überhaupt Geld in die Privatwirtschaft fließt oder nicht (diese ist nämlich stark angeschlagen – mehr hier). Dafür gibt es ja den notfalls den zweiten Tender. Und wie VW suchen sich die Unternehmen mit einer Banklizenz nun einen eigenen Zugang zum EZB-Geld (hier).

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Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Man wird mit Italien und Spanien die selbe Nummer wie mit Griechenland abziehen –
    der „Abgezockte “ ist letztendlich der Bürger, das sollte jedem klar sein, der diese dramatische Aufführung der Poitdarsteller beobachtet.

  2. so-ist-es sagt:

    da diese gauner sich das monopol zum gelddrucken, auf teufel komm raus, vorbehalten haben, sollte es dem braven bürger auch gestattet sein, sein geld, jeh nach bedarf und nutzen, selbst zu drucken. das wäre dann die ausgleichende gerechtigkeit.

    was diese volksverächter ohne skrubel tun, sollte dem volk nicht vorenthalten werden.

  3. Fred Kirchheimer sagt:

    Welche Firma liefert eigentlich die Druckmaschinen für die EZB?
    Ich frag ja nur, um mir deren Aktien zu kaufen.

    • Fred Feuerstein sagt:

      zu Fred Kirchheimer;

      Die Fa. König & Bauer AG. in A-2340 Mödling. Die Lieferzeiten dürften derzeit nur sehr lange sein und Stammkunden werden bevorzugt behandelt !

  4. Omarius sagt:

    past ja zur meldeung im spielge das die Hedge fond mehr an so dingern interssiert sind…..