Venizelos-Aufruf: „Bringt Euer Geld auf die Bank, wir bleiben im Euro!“

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos ist nach der Rettung durch die EU fast euphorisch. Er rief die Griechen auf, ihr Geld aus dem Ausland zurück- und unter den Matratzen hervorzuholen. Denn nun stehe fest: Griechenland werde immer im Euro bleiben.

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Die griechischen Bürger sollen das ins Ausland geschaffte Geld wieder in die griechische Wirtschaft bringen. Es würde ohnehin nur in der Schattenwirtschaft verschwinden und jetzt sei der richtige Moment, so der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos.

Kurz nach den 14-stündigen Verhandlungen der Eurogruppe über das zweite Rettungspaket ergriff Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem griechischen Premier das Wort. Er forderte die Griechen dazu auf, seine ganz besondere „nationale Einladung“ anzunehmen: „Bringen Sie Ihr Geld aus dem Ausland zurück, holen Sie es aus den Matratzen!“

Damit bezieht er sich auf die Griechen, die aus Angst vor einem Staatsbankrott ihr Geld zuhause horten oder ins Ausland gebracht haben. „Diese Gelder bleiben inaktiv, sie bringen keinen Gewinn für diejenigen, die sie haben. Sie laufen Gefahr, durch die Labyrinthe der Schattenwirtschaft und der Geldwäsche zu verschwinden“, ermahnte Venizelos. Zudem bliebe den Besitzern dieser Gelder kaum eine andere Wahl: Die Bewegungen ins Ausland seien ohnehin dokumentiert, da sie über die Banken abgewickelt wurden. Wenn diese Gelder zurückkehren, „und sie müssen zurückkehren, werden sie denjenigen helfen, die sie besitzen und denen, die erwarten von dem griechischen Bankensystems finanziert zu werden“, zitiert ihn der blog keeptalkinggreece.com.

Für Evangelos Venizelos sei nun der richtige Zeitpunkt, weil dem Rettungspaket zugestimmt worden ist und die zugesagte Hilfe die Botschaft verdeutlicht, dass „Griechenland ein Mitglied der Eurozone ist und es auch immer bleiben wird“.

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Kommentare

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  1. brüllaffe sagt:

    Dann soll ER, der griech. Finanzminister, doch gleich seine Millionen in die Staatskasse einzahlen, abmagern – also die nächsten sechs Monate muss nicht soviel und überall gegessen werden! – knapp leben, arbeiten bis zum letzten Atemstoss, schlafen. Statt wie am Stammtisch die Faust zu ballen!!! Er soll seine ausgewanderten, griech. Bankiersfreunde in London besuchen und dort die Milliarden einsammeln und Greece wäre saniert!!!

  2. poppenbüttelborn sagt:

    tauscht euer Geld in Gold und vergrabt es

  3. Jürgen Kunz sagt:

    Der einzigen Profiteure der ganzen Angelegenheit sind die Schuldnerstaaten.
    Im aktuellen Fall Griechenland.

    Die Geldgeber (in erster Linie französische und in zweiter Linie deutsche Banken)
    profitieren nur insoweit, dass nur rund 53 % der Kredite verloren sind.

    Weitere Schuldnerstaaten werden folgen- so ein Schuldenschnitt ist ja auch sehr verlockend für die Schuldner.
    Souveränitätsverzicht? Unsinn! Natürlich nicht. Das ist doch nur Propaganda für die Steuerzahler der zahlenden Staaten.
    Noch hat in Deutschland niemand deswegen mehr bezahlen müssen. Aber das kommt noch. Aber es kommt so, dass der Zusammenhang verschleiert werden kann.

  4. Keep Talking Greece sagt:

    Es waere nett, wenn sie Links zu Ihren Uebersetzungen anbringen 🙂

  5. mandelkern sagt:

    Auch wenn GR den Euro vorerst behalten sollte, ist es für den einzelnen Bürger vernünftig, sein Geld zu bunkern und abzuwarten:
    die Wirtschaft schrumpft, es herrscht Deflation, wer jetzt noch Geld hat, kann bald seinen verarmenden Mitbürgern wertvolles zum Schnäppchenpreis abkaufen und so zum Krisenprofiteur werden.
    Das ist die wirtschaftliche Eigendynamik bei schwerer Rezession.
    Eigentlich müsste jetzt der Staat massiv mit Konjunkturprogrammen gegensteuern, aber in GR ist er ja handlungsunfähig geworden.

    • Haikubehindert sagt:

      „aber in GR ist er ja handlungsunfähig geworden“

      Ja, weil die Möglichkeiten zum Gegensteuern in Brüssel allesamt zerstört wurden.

    • marcus regenberg, Krefeld sagt:

      Dann koennen wir Griechenland ja bald zum Schnäppchenpreis uebernehmen, gelle ?
      Wenn wir es wirtschaftlich so platt gemacht haben, dasz dieses Land keinen Wert mehr hat und unsere Waffen bekommen wir dann obendrein umsonst zurueck.
      Gruesze,

      marreg

      • Jürgen Kunz sagt:

        Antwort an Markus Regenberg: Niemand wird Griechenland „übernehmen“.
        Die Kredite erfolgen nämlich bedingungslos.
        Lesen Sie dazu bitte die tatsächlichen Beschlüsse durch.

        Alles andere, Steuerverwaltung durch EZB etc. ist Propaganda der Tagesschau.

      • mandelkern sagt:

        ja, wenn das so weiter geht, wird Griechenland eine Brüssler Kolonie.
        Sie kann dann für renitente Euro-Gegner ähnlich genutzt werden, wie Australien für das Britische Empire.

  6. FDominicus sagt:

    Wer dem als Grieche folgt, kann sich auch gleich erschießen lassen. Wer jetzt noch Geld auf einer Bank in Griechenland hat und es da noch belässt, dem ist nicht mehr zu raten. Noch gibt es auch in Griechenland den Euro, wie lange noch, weiß niemand. Es wäre allerhöchste Zeit von in was werthaltiges zu wechseln.

  7. Grauber sagt:

    Seitdem der Leiter unserer Sparkasse sich selbst zum Bürgermeister erklärt hat, greift er bedenkenlos auf die Einlagen der Sparer zu.

    Wohin das Geld verschwindet, das wollte er nicht sagen. Er fährt jedoch drei mal die Woche zur Spielbörse.

    Ich habe mein Geld abgeholt, er möchte es jedoch wieder auf der Bank sehen –

  8. Mika-wf sagt:

    Ja, ja dann sollte mal der Papandreou-Clan mit guten Beispiel vorangehen und die hinterzogenen und transferierten Mrd. wieder nach Griechenland zurückführen oder sollte ich besser sagen: dessen Gläubigern (Goldman Sachs & Co.) verfügbar machen.

    besser kann man es nicht sagen !

  9. Haikubehindert sagt:

    Ha ha ha ha 🙂 das ist nun wirklich zum Totlachen. Welche Euros „unter der Matratze“ meint denn Venizelos ?

    „Immer öfter fallen Kinder in der Schule in Ohnmacht, weil sie unterernährt sind. In den Wäldern und Stadtpärken wird Holz geschlagen, weil sich viele Leute weder Heizöl noch Strom leisten können, viele Angestellte haben seit Monaten noch keinen Lohn erhalten, der Weg vom soliden Mittelstand über die Arbeitslosigkeit in die Obdachlosigkeit wird immer kürzer.“
    http://www.cash.ch/news/kolumne/merkel_schlaegt_reichskanzler_bruening-1136945-567

    Natürlich wandelt Venizelos nicht an solchen Orten rum, und er scheint offenbar noch gut um Futter, wo er wohl sein Geld aufbewahrt?