Erneut Massenproteste in Athen erwartet

Drei griechische Gewerkschaften haben zu erneuten Protesten gegen die harten Sparmaßnahmen aufgerufen. Die Mitglieder wollen sich am Nachmittag vor dem Parlament versammeln, wo zu selben Zeit eine Debatte über das neue Notfallgesetz stattfindet.

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Ratingagentur Fitch stuft Griechenland herab

Für Mittwoch haben die griechischen Gewerkschaften und die Mitarbeiter der Sozialversicherungsfonds Demonstrationen angekündigt. Um 16 Uhr organisieren sich die beiden größten Gewerkschaften GSEE und ADEDY vor dem Parlament, wo heute eine Debatte über das Notstandsgesetz zur Kürzung der Staatsausgaben und weiteren Senkungen der Renten sowie der Gehälter stattfindet (das Notfallgesetz soll das 325 Millionen Euro-Loch stopfen – hier).

“ Die Arbeiter unseres Landes weigern sich, diese grausame Barbarei der neoliberalen Maßnahmen im Land, die ihnen von dem erpresserischen Kreditgeber Troika auferlegt wurden, zu akzeptieren“, zitiert die griechische Zeitung ProtoThema die GSEE. Die Griechen werden die Proteste fortsetzen „und den Kampf verstärken, um in Griechenland und Europa die Dampfwalze, die über die Gesellschaft hinweg fegt, zu stoppen“. Die Gewerkschaft P.A.M.E (Kampffront aller Arbeiter) wird sich ebenfalls am Nachmittag vor dem Parlament versammeln.

Bereits mittags wollen die Mitarbeiter aller Sozialversicherungen in einen Drei-Stunden-Ausstand treten, um gegen die Sparpolitik in ihrer Branche zu protestieren. Hier soll es zu einer Kürzung des Personals um 30 Prozent kommen, berichtet die griechische Zeitung Kathimerini (insgesamt müssen 150.000 Angestellte des Öffentlichen Dienstes entlassen werden – hier).

Die Wut der griechischen Bürger über die harten Sparmaßnahmen ist groß. Erst heute berichtete die Zeitung ProtoThema, dass ein Mitglied des griechischen Parlaments eine Million Euro seines Geldes ins Ausland gebracht hat – im Mai 2011, als das Land kurz vor dem Bankrott stand. Dies teilte Panagiotis Nikoloudis, der Präsident der Behörde für die Bekämpfung der Geldwäsche, dem Transparenz-Ausschuss des Parlaments mit – ohne jedoch Name oder Partei desjenigen zu nennen.

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Kommentare

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  1. der Bauer aus dem Hunsrück sagt:

    das nützt nichts!
    das Land tagelang, wochenlang lahmlegen, passiven widerstand leisten, sabotage, insubordination, das geld von den banken abheben, das ist das einzige was die macht in die knie zwingt….

  2. TheSpiritOfTheTimes sagt:

    Der Kindergarten tobt sich wieder mal aus. Wird’s was bringen? Nein. Ernstgenommen werden die erst wenn das Parlament brennt. Aber dazu wird es nicht kommen. Wahrscheinlich sind die Steuern auf Streichhölzer schon zu hoch!

  3. Justin Time sagt:

    „……und den Kampf verstärken, um in Griechenland und Europa die Dampfwalze, die über die Gesellschaft hinweg fegt, zu stoppen“

    Er sagt: u n d Europa

    Ich mag die Griechen.

  4. Murksmäuskenstill sagt:

    Ist durch das Moderieren leider aus dem Zusammenhang gerissen.
    In der Livesendung wurde eine Armee mit Hakenkreuzen dargestellt.
    Auf dem Moderatorentisch Bilder in der Reihe von Göbbels,Hitler
    und Merkel.
    Wo laufen wir nur hin?

  5. Murksmäuskenstill sagt:

    Würd gerne verstehen, was die gerade erzählen…
    Da wird einem ganz bang

    http://kanalia.eu/player/flash/sintagma.htm

  6. DieDinosaurier wernimmertraurier sagt:

    Die Armut der Griechen ist wirklich überall zu sehen, z.B. auf Rhodos:

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/25068508

    • Justin Time sagt:

      Das große Teil in der Mitte gehört Papademos. Damit setzt er immer auf sein Schiff über, das vor der Küste dümpelt (zu groß für den Hafen).

      Könnte natürlich auch einer alten Rentnerin gehören, die sich den Kahn von ihren 380€ Rente zusammengespart hat.

    • Schmierlappen sagt:

      Wirklich wahnsinn diese punktuelle Armut du hast recht .

  7. Rosa Galler sagt:

    Nikoloudis sollte den Namen preisgeben. Dann könnte sich Wut der griechischen Bürger wenigstens mal an einem Kerl entladen.

    Solange dies nicht geschieht, schaufeln sich doch diese Verbrecher die Taschen voll.

  8. Leser sagt:

    Also liebe protestierende Griechen – die Sache ist ganz einfach: Ihr braucht euch nicht dem Spardiktat der Troika zu beugen und wir zahlen euch dafür im Gegenzug keine Milliarden.

    Na, wie wäre das? Wer ist dabei?

    • Vanessa_ sagt:

      Da wären sicher alle griechischen Bürger bei, die heute für die Missetaten der korrupten Eliten bezahlen sollen und ihre ureigenste Existenz am Abgrund sehen. Die wollen das Geld nämlich gar nicht! Es wird ihnen AUFGEDRÄNGT, von Troika, IWF & Co. Die, die das wollen, sind die „Eliten“, die diesen ganzen Mist eingebrockt haben, um nicht zugeben zu müssen, dass dieses ganze System der Wirtschaft und damit der Finanzwelt gescheitert ist. Und die Bürger sollen nun dafür gerade stehen.

      In erster Linie ist diese ganze Krise der Wirtschaft Europas geschuldet, damit einhergehend kommt es logischerweis zu diesen finanziellen Problemen. Diese ständige Gefasel in den Medien über Finanz- oder €urokrise ist völliger Quatsch. Allein die Wirtschaft war/ist der Auslöser!

      • Leser sagt:

        Auslöser für die Pleite Griechenlands war, daß die Griechen jahrzehntelang mehr Geld ausgegeben haben, als sie eingenommen haben. NIEMAND hat sie dazu gezwungen. Das war ihre eigene Entscheidung. Und jetzt ist Zahltag.

        Dieses Problem haben übrigens längst nicht nur die Griechen. Auch Deutschland hat diese Probleme – unser Verschuldungsstand geht schnell auf die 100 % zu.

    • J.J.Rousseau sagt:

      An Leser
      Es kommt sowiso kein Cent zum Gricheischen Volk. Nur zu den Europäischen Banken.

      • Leser sagt:

        So ist es! Hätten wir eine Marktwirtschaft, würden die besonders betroffenen Banken pleitegehen und andere, besser wirtschaftende Banken gestärkt überleben. Aber eine Marktwirtschaft haben wir nicht mehr.

  9. conforma sagt:

    Ich weiß nicht mehr wo – aber ich habe gelesen, dass sich Griechen bereits Kalaschnikovs besorgt haben, um sich gegen unberechtigte staatliche Aktionen zur Wehr zu setzten.
    Wen wundert’s ?