Staatsanleihen: EZB-Geld erhöht Risikofreude bei Banken

Immer mehr Banken verwenden das billige Geld der EZB offenbar zum Kauf von Spanien- und Italo-Bonds. Die deutschen Bunds wirken wegen der niedrigen Zinsen dagegen fast langweilig.

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Die Zinsen für zweijährige deutsche Anleihen sind am Mittwoch gestiegen. Die Nachfrage war allerdings sehr gut. Die Investoren sind von dem Erfolg des griechischen Bailouts nicht überzeugt: sie suchen einerseits den sicheren Hafen und setzen andererseits auf kurzfristige Anleihen.

Die deutschen Staatsanleihen gelten als sicherer Hafen, auch wenn die Investoren damit 2011 den Daten von Bloomberg zufolge einen Verlust von 0,7 Prozent eingefahren haben. Bei der Auktion deutscher Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren war die Nachfrage 1,8 Mal so groß wie das Angebot. Die Zinsen stiegen jedoch von 0,17 Prozent im vergangenen Monat auf 0,25 Prozent.

„Es sieht so aus, als würde sich die Aufspaltung der Investoren“ in zwei Gruppen „fortsetzen. „Mit einigen, die noch immer die Sicherheit deutscher Papiere suchen und anderen, die sich für italienische und spanische Schulden interessieren“, erläutert Achilleas Georgoloupos von der Lloyds Bank das Marktgeschehen.

Gestern erfreuten sich kurzfristige spanische Anleihen einer ausgezeichneten Nachfrage (hier). Ein erster Schritt hinsichtlich Griechenlands-Schuldenproblem wurde getan (hier). Damit stieg das Interesse der Investoren an Anleihen, die mehr Rendite erzielen als die deutschen. Als kurzfristige Anleihen sind sie zudem nicht so risikoreich.

Doch die gute Nachfrage deutscher Anleihen ist für Matteo Regesta von der BNP Paribas in jedem Fall ein Zeichen dafür, dass noch immer viel Unsicherheit am Anleihemarkt herrscht. Dass die Nachfrage „trotz des noch sehr niedrigen Niveaus der Renditen signifikant“ war, kann auf die Risikoscheu hinweisen, so Matteo Regesta zu Bloomberg.

Zudem können die Investoren bei den derzeitigen Auktionen guten Gewissens zugreifen. Das Geld erhielten sie zu unglaublich niedrigen Zinsen von der EZB und in einer Woche wird der Markt noch einmal geschwemmt. Ganz im Sinne der Stabilisierungspolitik des EZB-Chefs Draghi (hier).

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