Bulgarien: Erstmals wird China-Auto in Europa produziert

Der chinesische Autohersteller Great Wall Motors hat in Bulgarien ein Werk eröffnet: die erste europäische Produktionsstätte. Neben Bulgarien soll bald ganz Europa als Absatzmarkt dienen.

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Im bulgarischen Lowetsch wurde am Dienstag das erste europäische Werk eines chinesischen Autoherstellers eröffnet. Im ersten Produktionsjahr will Great Wall Motors rund 2.000 Fahrzeuge herstellen und ab 2014 ca. 50.000.

Nach dem Start in Bulgarien sollen sich die Absatzmärkte des Herstellers auf die Nachbarländer ausweiten. „Wir schätzen, dass wir in drei bis fünf Jahren eine breite Palette an Modellen haben und diese Autos in allen europäischen Ländern verkauft werden“, kündigte die Präsidentin von Great Wall, Wang Fengying, an.

Der Autohersteller Great Wall Motors verfügt nach eigenen Angaben über 42.000 Angestellte und produzierte 2011 800.000 Fahrzeuge. Die Eröffnung der Produktionsstätte ist nur ein weiterer Schritt chinesischer Firmen, ihren Einfluss auf die EU auszuweiten. Seit längerer Zeit nutzen sie die Krise in der Eurozone, um sich in europäische Unternehmen einzukaufen (hier). Die eigene Produktion von Autos in der EU ist auch auf den gesättigten Automarkt in China zurückzuführen (ausländische Investoren auf dem chinesischen Automarkt sind nicht mehr gern gesehen – hier).

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Kommentare

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  1. Adept sagt:

    Ein mir bekannter Autohändler verkauft über 90% der Wagen mit Leasing, Autos werden also nicht mehr bar bezahlt: Das können sich die Kunden nicht leisten.
    Gebrauchtwagen werden laut einer Untersuchung bis ca 6000 Euro bar bezahlt, das ist also der Betrag, den ein Durchschnittsverbraucher maximal auf der Kante hat.

    Bei den billigeren Autos wird sich deshalb am Leasingkauf nichts ändern, weil die Mehrzahl der Normalverdiener in Deutschland die persönliche Verschuldungsgrenze erreicht hat.

    Ergo müssen die Chinesen dasselbe machen wie VW oder Mercedes: eigene Banken gründen, über die diese Leasinggeschäfte zum Autokauf ablaufen.
    Denn gleichgültig , wie billig das Auto der Chinesen ist, Otto Normalverbraucher muß
    es abstottern.

  2. tomorrow sagt:

    Herrje.

    Warum beschweren sich die Leute darüber, wenn sie minderwertige Kleinwagen kaufen?
    Das ist ja wohl ihr persönliches Problem, oder?
    Es besteht eine große Auswahl an wirklich guten Gebrauchtwagen. Die Marken möchte ich gar nicht aufzählen. Dabei sind einige wirklich klasse Luxusschlitten mit Leder, Holz und allem sonstigen komfortablen Schickmicki. Wenn man so was mal gehabt hat, will man nichts anderes mehr. Soviel ist sicher. Der Preis dafür beträgt den Wert eines Kleinwagens. ca. 15.000 €. Einen Versuch ist es allemal wert. Nur der Unterhalt ist etwas kostenintensiv. Aber wenn man davon mal absieht, hat man einen ordentlichen V8 unter der Haube und braucht keine Sorge zu haben, dass jemand überholt. Ab 280 PS spielt es kaum noch eine Rolle, wer links fährt.

    Unverheizte Audi A8

    • Peter2509 sagt:

      Warum sollte man „Sorge“ haben das einen jemand überhohlt? Sie müssen ja ein ziemliches Problem mit Ihrem Selbstbewußtsein haben. Napoleonsyndrom?

  3. Gast sagt:

    Wir auch Zeit das die völlig uberteuerten Bleichteile endlich mal Konkurrenz bekommen.
    An einem 100 Jahre alten Prinzip ist kaum einen nennenswerte Veränderung erkennbar welche solche Preise rechtfertigen könnte. Nicht umsonst sind die großen Automobilhersteller längst schon auf dem ausländischen Absatzmarkt unterwegs um dort die Leute hinters Licht zu führen.

  4. odin sagt:

    Für den Premiumbereich brauch man Geld,also Dacia hatte auch mit billigen Autos Er-
    folg,sogar in Deutschland.Über Kurz oder Lang werden auch die Chinesen bessere
    Autos bauen und man sollte mal Hyundai anschauen,in zehn Jahren haben die das ge-
    schafft und die Chinesen mit deutschem KnowHow brauchen weniger Zeit.Opel steht
    schon vor dem aus,solange immer Billiger gebaut wird wie in Bulgarien werden auch
    die Deutschen unter Druck geraten,ein Golf kostet eben zuviel und das in der Grund-
    ausstattung,aber wir Deutschen haben selber Schuld,Fabriken in China sind nicht nur
    Vorteile,da kann viel abgekupfert werden!Zum Glück sind die Chinesen zu Dumm zum
    Erfinden neuer Modelle und Antriebstechniken,auch bei Hyundai machte erst ein deut-
    scher Ingenieur den i40 möglich,zur Zeit die Konkurrenz zum Passat!Die Premiumklas-
    se wird noch von uns angeführt,aber in allen anderen Klassen kommt viel Konkurrenz
    auf von Europa und Asien,die Billiger und mehr Extras haben und längere Garantie.

  5. der Bauer aus dem Hunsrück sagt:

    bei sinkenden Arbeitseinkommen, Renten und Pensionen wird das der Renner..

    • Brasil sagt:

      Die vorgezeigte Inflationsrate ist nur deshalb so günstig, weil immer mehr preiswerte Alternativartikel gekauft werden. Meist ist dies nicht mal mit Qualitätseinbusen verbunden, zur Verwunderung der Fehl-informierten Verbraucher. Oft ist das Gegenteil der Fall und die Porsches vor den Aldi Läden sprechen eine Sprache für sich!

      Haben die Verbraucher erst mal gemerkt, wie sei durch Desinformation und falscher Meinungsbildung gemolken wurden, dann wird sich das Blatt wenden.

      Ein Auto ist ein Fortbewegungsmittel und so wird es zunehmend gesehen! Kein Statusymbol! Diese Zeiten gehören der Geschichte an! Und nach diesen Maßstäben gilt nur noch das Preis/Leistungsverhältnis. Dies aber wird mit jeder Million mehr an Produktion immer besser. Das ist das was Europa in den Ruin treiben wird mit seiner Automobil dominierten Industrie! Es fehlt einfach der Markt füe Massenproduktion und genau das springen die Chinesen ein, mit einem gigantischen Binnenmarkt der abgeriegelt wird und gewaltigen Investitionen in den übrigen BRIGS Staatten, also dort, wo Bedarf herrscht und nicht erst durch teuere Marketinggags geschaffen werden muss!

      Bingo, Freunde von Mercedes, Audi und BMW! Die anderen Firmen, wie VW, sind international gut aufgestellt für den Massenmarkt und bekommen lediglich Preisdruck!
      Nur den Premium Marken wird bald der „Sprit“ ausgehen, denn höhere Preise wird wohl niemand akzeptieren, welche notwendig wären, um die Stückkosten bei reduziertem Produktionsausstoß aufzufangen!

      Eines ist heute schon von vielen sog. Nobelmarken proklamiert: Die Umsätze werden zukünftig mit Kleinwagen gemacht, der Smart ist beredtes Beispiel. Jahrelang ein Zugschussgeschäft, was sich seit einiger Zeit aber auszahlt und einen Vorsprung im Rahmen des Paradigmenwechsels bringen wird!

      Klar, werden in homöopathischen Dosen auch immer Luxuskarrossen verkauft, aber darauf eine Volkswirtschaft auszurichten, ist genauso falsch wie das was heute mit Europapolitik passiert! Also auf der ganzen Linie Fehlspekulationen!
      Das Floß treibt führerlos auf die Abrisskante des Wasserfalls zu und jeden der abzuspringen versucht, treiben die Wogen noch schneller dem Abgrund zu!

  6. Glaubenix sagt:

    Ich wüsste nicht, was an den Modellen großartig gewöhnungsbedürftig sein soll!?

    Wenn ich ein Auto kaufen kann, was ein paar Hunderter oder evtl sogar Tausender billiger ist, schlage ich doch gerne zu – und sicher auch viele andere. Es kann sich doch niemand mehr ein Auto für 20.000 leisten..
    Da gehen zwar wieder in Deutschland die nächsten Jobs kaputt, aber wen kümmert’s – das ist doch die tolle Globalisierung.

  7. Werner sagt:

    Tja für das „Autoland“ Deutschland (jeder 7.te Arbeitsplatz hängt am Auto) sind das ja äusserst erfreuliche Nachrichten . Deutsche Autos sind , z.B. gegenüber amerikanischen Autos (auch Toyota USA !) sowieso schon total überteuert, nun kommt auch noch die chinesische Konkurrenz innerhalb der EU dazu. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Ich bin gottfroh dass ich nichts mit der überteuerten deutschen Auto-Industrie zu tun habe.
    Und in welche Branchen weicht die deutsche Industrie aus wenn ihnen jetzt „Auto“ von den Chinesen weggenommen wird ?
    Wind-Energie . Das ist bezüglich der aerodynamik ca. 1940, bezüglich der Glasfaser-Kunststoffe ca. 1955. Glück auf !

    mfg. Werner

    mfg. Werner

    • Fred Feuerstein sagt:

      zu Werner:

      Und in welche Branche weicht die deutsche Industrie aus ? Wind-Energie !
      Super, aber konkurrenzlos wären sie nur, wenn sie den Wind liefern würden, anstatt der Windräder.

  8. Brasil sagt:

    Ich kann Euch berichten, dass hier in Brasilien seit einem Jahr chinesische Autos importiert werden mit 6 Jahren Garantie!
    Seitdem füllen sich die Straßen zusehends mit chinesischen Autos, obwohl sie durch den Import gegenüber den VW, FORD, TOYOTAS, HUNDAYS, etc. nicht billiger sind!

    Im Moment entsteht ein rießiges chinesisches Werk, incl. Zulieferern hier im Norden Brasiliens, welches dann ganz Südamerika beliefern wird! Vorteil der Produktion hier wird sein, dass die Fahrzeuge etwa 30% billiger sein können für die Endkunden.
    Nach den bisherigen Erfahrungen werden die Chinesen, hier einen bedeutenden Marktanteil gewinnen!

    Wir selbst importieren chinesische Elektroautos, zu einem FOB Preis von rd. US$ < 10.000, was etwa EUR 8.000 bedeutet. Damit können Sie sehen, dass die klassischen Hersteller euch allen was in die Tasche lügen, mit ihren exorbitant überzogenen Preisvorstellungen!
    Daraus kann man auch erahnen, wie sich der Markt der Elektrofahrzeuge in den Regionen mit mehr als 3 Milliarden Menschen (BRIGS) entwickeln wird! Ganz zu Schweigen von dem extrem geringen Reparaturbedarf und nicht kaum notwendigen Intervall-Services!

  9. Blumm blumm blumm sagt:

    Natürlich werden deutsche Autohersteller die Entwicklung in Bulgarien im Auge behalten. Aber im Moment gibt es noch keinen Grund, die neue Konkurrenz zu fürchten. Die Autos, die da von der chinesischen Firma Great Wall Motors produziert werden, sehen alle etwas gewöhnungsbedürftig aus. Der Voleex C10 sedan genauso wie der Voleex C50 sedan. Von Bulgaren, Russen und Griechen werden die Pkw vermutlich gekauft werden, weil sie billig sind. Aber die deutschen Fabrikate sind alle im Nobelbereich positioniert, und weltweit konkurrenzlos.

    • Brasil sagt:

      Träumt weiter, alles wird gut!
      Hochmut kommt vor dem Fall!

      Mag sein, dass einige Modelle etwas anders aussehen, aber dafür kosten sie nur etwa die Hälfte, gemessen an deutschen Fabrikaten.

      Dass selbst Elektroautos sehr elegant daherkommen können, das könnt ihr hier betrachten:
      http://www.eco-veiculos.com und das Beste, sie kosten weniger als klassische Fahrzeuge! Noch Fragn?

      • Ein Mann sieht grün sagt:

        Die wichtigste Frage ist natürlich die nach dem Preis. Was kostet so ein brasilianisches Veiculos? Die Firma bietet ja auch Fahrräder und Golfwagen an, also sollte der Preis erschwinglich sein. O.K., 105 km/h, 160 km Gesamt-Reichweite, das ist stark, und auch noch Platz wie in einer BMW-Isetta – aber der Preis inkl. Akku? Und die Kosten für einen Zweit-Akku? Ich konnte auf der angegebenen Internetseite nichts dazu finden.

    • Werner sagt:

      Soso, wusste garnicht dass VW, Opel, Ford und ein Grossteil von BMW und Mercedes im „Nobelbereich“ angesiedelt sind. Ich fahre z.B. einen 10 Jahre alten Nicht-Nobelbereich Toyota Camry, 3-Liter 6cylynder, Automatik . Und das ist / war das Standard-Auto für die amerikanische Hausfrau fürs Einkaufen. Definitiv nicht-Nobelbereich ! Toyota verkauft mittlerweile nur noch kleinere Autos in Europa !
      Und das Aussehen ist das geringste Problem : Ein paar andere Blechteile (Kotflügel, Kühlergrill) und schon sieht das chinesische Auto sehr europäisch aus.

      mfg. Werner