Portugal: Dramatischer Anstieg beim Verkauf von Schusswaffen

Die Anzahl der neu registrierten Waffen ist in Portugal um 20 Prozent gestiegen. Vor allem zahlreiche arbeitslos gewordene Jäger eröffnen immer neue Waffengeschäfte. Sicherheitsbeamte führen die Veränderung der friedliebenden Portugiesen auf die große Verunsicherung der Menschen zurück.

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In Portugal gibt es derzeit rund 1,4 Millionen lizenziert Schusswaffen. Allein im vergangenen Jahr kamen ca. 19.000 Neuregistrierungen dazu. Somit stieg die Zahl der neu registrierten Schusswaffen im vergangenen Jahr um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus den Daten der Polícia de Segurança Pública (PSP), die in Portugal für die Registrierung von Schusswaffen verantwortlich ist, hervor.

Das „ist eine Entwicklung, auf die wir achten müssen“, zitieren die Portugal News José Manuel Anes, den Präsidenten der Beobachtungsstelle für Sicherheit, organisierte Kriminalität und Terrorismus (OSCOT). “In einer Zeit der Krise, wächst das Klima der Unsicherheit und die Menschen haben Angst. Es wird sogar erwartet, dass immer mehr Menschen Waffen haben, um sich zu schützen, insbesondere bei bestimmten Berufen “, so José Anes Público.

„Die Erhöhung der gesetzlich registrierten Schusswaffen ist vor allem auf die Einführung des Informations- und Management-Systems für Waffen und Sprengstoffe zurückzuführen“, so Florbella Carrilho von der Waffen- und Munitionsabteilung der Polizei (DAM). Artur Guerin sieht das jedoch nicht so gelassen. „Der Anstieg ist seltsam. Wir haben viele Waffengeschäfte am Rande der Schließung (…), aber dann sehen wir die Öffnung eines anderen in einer sehr willkürlichen Weise“, sagt der Präsident des portugiesischen Waffenverbandes (ABC).

Viele der Geschäfte würden von Jägern eröffnet, die ihre Arbeit verloren haben. Sie würden den Sektor nicht richtig kennen und seien anfällig für Steuerhinterziehung. Das aktuelle Lizenzrecht für Waffen sei „zu bürokratisch“ und dies trage dazu bei, dass sich die Menschen dem illegalen Waffenmarkt zuwenden. Die Kunden seien in ähnlicher Weise gefährdet. “Die Leute versuchen, eine Lizenz zu erhalten, aber sobald sie die Arbeit sehen, die der Papierkram und die Steuern mit sich bringen, ziehen sie es vor, eine illegale Waffe zu kaufen”, erklärt er. Artur Guerin zufolge sollten die Waffengeschäfte in Portugal reduziert werden. „Es gibt Regionen, wo es mehr Waffengeschäfte als Kunden gibt. Das ist nicht gerechtfertigt.“

Zudem nimmt in Portugal die Zahl der gestohlenen Schusswaffen zu. Vergangenen Monat wurden 2.247 Menschen deshalb verhaftet. Das ist ein sechsprozentiger Anstieg gegenüber dem Januar 2011. Die Zahl der Menschen, die wegen illegalem Waffenbesitz verhaftet wurden stieg um 60 Prozent. „Wir führen mehr Inspektionen durch, was bessere Einsatzresultate hervorbringt“, erklärt Florbella Carrilho von der Waffen- und Munitionsabteilung der Polizei (DAM) die Zahlen.

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  1. Gonzo sagt:

    Der neue Wilde Westen liegt in Portugal…!

  2. Bürger sagt:

    Wenn es hart auf hart kommt, geht es ohnehin nicht mehr um legale Waffen, die registiert sind. Dann gibt es einen illegalen Markt, der die Ansprüche befriedigt. Und da geht es nicht mehr um Sport- oder Jagdwaffen. Da geht es um Kriegswaffen. Die sind zu hunderttausenden im Umlauf. In Lybien und nun Syrien wurde erst kürzlich wieder ein großer Absatzmarkt eröffnet. Und diese finden bei Bedarf auch den Weg nach Europa. Daran hindern weder Polizei noch Zoll etwas.
    Beim Abzug der roten Armee 1990 gab es im Osten der Republik die Kaschi für 300 D-Mark und die russische Handgranate für 5 DM.

  3. Durchblicker sagt:

    Das schlechte Gewissen, bzw. die Ahnung der Politiker hat bei uns in der BRDDDR den Waffenbesitz eingeschränkt, z.T.verboten in der weisen Einsicht, einen bewaffneten Aufstand der Wutbürger zu verhinden um unbehindert dem Ziel ” Armut für alle ” näher zu kommen.
    Wer weiß, wie die Amokläufe in den Schulen und sonst wo zu Stande kamen, ob im Hintergrund etwa eine gewisse Absicht Pate stand. Die NPD ist ja auch ein Bestandteil des Verfassungschutz, warum sollen bei den Amokläufen nicht auch dunkle Mächte im Hintergrund die Fäden gezogen haben um das Waffengesetz zu verschärfen. Dem Rolli und den NWO-Diktatoren ist alles zuzutrauen.
    Der Bundesbürger ist transparent wie Fensterglas, wobei in kriminellen Kreisen Kurzwaffen zur Grundausstattung gehören wie bei einem Handwerker das Taschenmesser.