Schweiz: Exporte in Maschinenbau und Elektroindustrie rückläufig

Die Schweiz wird zunehmend von der Pharma-, Chemie- und Uhrenindustrie abhängig. Nur in diesen drei Branchen waren im Jahr 2011 Exportsteigerungen zu verzeichnen. Daher ist die Prognose für die gesamte Schweizer Exportwirtschaft im Jahr 2012 eher pessimistisch.

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Die Exporte der Schweiz sind im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,4 Prozent gestiegen. Nachdem das Wachstum der Exportwirtschaft im gesamten Jahr 2011 lediglich 2,1 Prozent betrug und zum Jahresende 2011 nur noch knapp im positiven Bereich lag, scheint sich der Abwärtstrend verlangsamt zu haben. Dies teilt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mit. Die Exporte stiegen im Vormonat auf 16 Milliarden Franken. Das Importvolumen stieg auf 14 Milliarden.

Doch die positive Entwicklung beschränkt sich auf wenige Branchen der Exportwirtschaft: 70 Prozent der Teilbereiche mussten weiter Verluste hinnehmen. Nur die Pharma- sowie die Chemieindustrie und die Uhrenhersteller konnten sich über steigende Exporte freuen. Der positive Wert im Vergleich zum Vorjahresmonat kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schweizer Exportwirtschaft seit Monaten im besten Falle stagniert.

Die Aussichten für das Jahr 2012 sind verhalten. Die Auftragseingänge in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) beispielsweise sanken im letzten Quartal des Vorjahres um 18,6 Prozent: „Das schwierigen wirtschaftliche Umfeld wird vorerst anhalten“, heißt es vom Branchenverband Swissmem in einer Erklärung. „Nach der jüngsten Umfrage der Swissmem, geht eine deutliche Mehrheit der Unternehmen davon aus, dass sie unter den aktuellen Umständen kein Wachstum im Jahr 2012 generieren werden.“

Ein Grund dafür ist die Schuldenkrise in der Eurozone, welche die Nachfrage einbrechen lässt und den Frankenkurs in die Höhe getrieben hat. Die EU importierte nur noch ein Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Exporte nach Indien und China gingen im zweistelligen Prozentbereich zurück. Diese Entwicklung konnten auch teils äusserst starke Zuwächse in andere Überseegebiete nicht vollständig ausgleichen. Vor allem nach Nord- und Südamerika wurde wesentlich mehr exportiert als im vergangenen Jahr. Die Exporte in die USA stiegen um 22 Prozent. Nach Kanada gingen fast ein Viertel mehr Schweizer Produkte und nach Brasilien stieg der Export sogar um 58 Prozent.

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Kommentare

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  1. Nichtschwiezer sagt:

    Bald geht es es den Schwiezern an den Kragen…habe die doch immer mehr Glueck gehabt als Verstand.

    Natuerlich steht es den Schwietzern frei sich mit ihren Gebieten der EU Komission anzugliedern. Die Waehrungshoheit haben sie ja verloren und Guthaben aus anderen Laendern sind auch nicht mehr sicher, da Steuerabkommen mit aller Herrenlaender vereinbart wurden.

  2. ### sagt:

    Die armen Schweizer…

  3. Livia sagt:

    Für die Produkte der Maschinenbau und Elektroindustrie findet sich kein Abnehmer mehr, weil die möglichen Kunden entweder schon alles haben oder die Waren nicht bezahlen können. So einfach ist das.
    Hingegen werden die Produkte von Big Pharma den Kunden ver(vorge)schrieben und von der Allgemeinheit (der Versicherten) bezahlt. Und Big Pharma arbeitet mit Gewinnmargen, die einem die Tränen in die Augen treiben.

  4. Bertram sagt:

    Also Leute .
    Ab in die Schweiz . Da fliessen Milch und Honig .
    Sozialhilfebezüger sind Hochwillkommen ! Das stützt die Sozialindustrie .

  5. cocooning sagt:

    Man sollte aber auch erwähnen, dass die Schweiz im Gegensatz zu Deutschland einen gut funktionierenden starken Binnenmarkt hat. Viele Handwerker wandern in die Schweiz aus. Meine patentamtlich geschützte, exklusive Vitrine ließe sich zum Beispiel auch in St. Moritz an die „High Society“ gut verkaufen. Und dann gibt es noch weitere erfolgreiche Branchen wie zum Beispiel die Medizintechnik. Ein Fachkräftemangel an CNC-Fachkräften gibt es auch.

  6. Kein Eurofreund sagt:

    In Anbetracht eines doch um ca. 20 % verteuerten Frankens gegen die Weltleitwährungen USD und Euro überrascht es eher, dass die Auswirkungen nicht noch gravierender ausgefallen sind. Langsam scheinen sich die grossen Unterschiede insofern auch wieder etwas zu relativieren, als im Euro-Raum die Preise ziemlich stark steigen, währenddem diese in der Schweiz dank günstigen Importen sinken.