EZB-Kredite: Regierungen bekommen leichter Geld als die Wirtschaft

Unternehmen profitieren kaum von der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank. Die Banken verwenden das Geld entweder für spekulative Geschäfte wie den Kauf von Staatsanleihen. Wenn Geld aus dem geschlossenen Kreislauf der Finanzwirtschaft gelangt, dann profitieren am ehesten die öffentlichen Haushalte.

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Zu Beginn dieses Jahres wurden etwas mehr Kredite vergeben als im vergangenen Dezember. Am deutlichsten weiteten die Banken die Kredite für Regierungen aus: Öffentliche Haushalte bekamen im Januar 4,8 Prozent mehr Kredite als noch im Dezember. An Privatpersonen wurden 1,4 Prozent mehr Kredite vergeben.

Unternehmen profitierten dagegen mit Abstand am wenigsten vom Wachstum der Kreditvergabe, sie bekam lediglich 0,7 Prozent mehr Kredite. Dies teilte die Europäische Zentralbank mit. Auch die Geldschwemme durch die EZB brachte also weiter keine befriedigende Lösung der Kreditklemme (mehr hier).

Ob die weitere Erhöhung der Liquidität, die für diese Woche geplant ist (mehr hier ), daran etwas ändern wird, ist unsicher. Die EZB stellte nämlich bereits früher fest, dass ihre Geldschwemme ende vergangenen Jahres nicht an die Wirtschaft weitergereicht wurde und so die gewünschte Wirkung verfehlte (mehr hier). Das meiste Geld aus dem Dreijahrestender fließt in den Kauf von Staatsanleihen (mehr hier).

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Kommentare

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  1. eli sagt:

    Das ist doch klar, bei Regierungen hat der Steuerzahler einzuspringen, gefragt wird er nicht, die Wirtschaft entlässt man in die Pleite, es sei denn man ist systemrelevant wie die Konzerne oder politisch gut vernetzt.

  2. Dagmar sagt:

    Ich könnte kotzen…

    Ich wollte im Jahr 2011 einen Kredit über die KfW für die Übernahme eines Onlineshops in Höhe von schlappen 20.000 Euro, für einen Shop mit Alleinstellungsmerkmal, großer Kundendatenbank privat und gewerblich und einem Warenbestand von 8.000 Euro netto, Gewinn vor Steuern bei 25.000 Euro jährlich, absolut ausbaufähig, mit Gutachtem vom Steuerberater und wurde abgeschmettert: Onlineshop…. sehr mysteriös… ihr Alter… steinalt (50) und überhaupt…. die Krise….

    Die Banken kriegen Geld für 1%, der Dispo kostet zwischen 12 und 18%, ein Kredit für Zeitarbeiter 10% (erhöhtes Risiko, obwohl seit 5 Jahren unbefristet angestellt), aber für den Euro ist Geld ohne Ende da.

    • eli sagt:

      Schauen Sie eine Bekannte wollte bei einer Staatsförderstelle eine Förderung für den Fertigungsaufbau für eines neuen Produktes, Firmengründer, wurde mit der Begründung abgelehnt, die Firma sei zu klein.

      Da erkennt man, wohin die Steuergelder fließen.

    • naja sagt:

      Es ist halt Zeit für die Zinswende!

      Konsumverzicht und Risikoprämie sind keine vernünftigen Rechtfertigungen. Der Kreditbetrag wird ja neu geschaffen, die Bank „too big to fail“ – nein nur die Mindestreserve wird ja riskiert, aber die ist auch schon Kredit ergaunert.

      Also wer kann Zinsnahme rechtfertigen?

  3. Rosa Galler sagt:

    Bald geht es ans Eingemachte.

    Wenn ein Mittelständler nach dem Anderen schliessen muß.

    Darauf wird hingearbeitet. Natürlich verdeckt.

    Schliesslich muss komplettes Chaos geschaffen werden um zur endgültigen Ordnung zu schreiten.

    Wie die wohl aussehen mag? Bei den kranken Gehirnen der „Macher“ möchte ich mir das gar nicht ausmalen.