Italien: Banken kauften Staatsanleihen für über 20 Milliarden Euro

Der EZB-Tender wurde mit viel Freude von den europäischen Banken angenommen. Die Zinsen für die krisengebeutelten Länder Spanien und Italien sanken. Kein Wunder: Kauften die Banken dieser Länder allein im vergangenen Monat für mehr als 40 Milliarden Euro Staatsanleihen. Doch auch neben dem 3-Jahres Tender liehen sich die Banken viel Geld von der EZB.

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Billiges Geld für nur ein Prozent Zinsen: Die EZB machte es mit ihrem 3-Jahres-Tender Ende Dezember möglich. Damit konnten die turbulenten Bewegungen am Staatsanleihenmarkt stabilisiert werden (hier). Der Zentralbank zufolge bewahrte der Tender sogar eine Bank vor dem Crash (hier). Nur in der Privatwirtschaft war kaum Erleichterung zu spüren (nur 0,7 Prozent mehr Kredite erhielten sie – hier). Aus diesem Grund versuchen privatwirtschaftliche Unternehmen mit Banklizenz wie etwa VW nun beim zweiten Tender der EZB Geld zu erhalten.

Entsprechend war die Auktion kurzfristiger, italienischer Anleihen heute wieder einmal sehr erfolgreich. Die Anleihen beispielsweise mit einer Laufzeit von nur sechs Monaten und im Umfang von 8,75 Milliarden Euro gingen für Zinsen von lediglich 1,2 Prozent über den Tisch. Das niedrigste seit September 2012.

Doch so ungewöhnlich ist dies nicht. Die italienischen Banken waren beim ersten Tender der EZB mit Abstand der größte Kreditnehmer. Und allein im vergangenen Monat investierte der italienische und spanische Bankensektor über 40 Milliarden Euro in Staatsanleihen. Spanische Banken kauften Anleihen im Wert von 23,1 Milliarden Euro und italienische im Wert von 20,6 Milliarden Euro.

Zwar ist nicht klar, ob die Banken tatsächlich damit nur die Anleihen ihrer eigenen Länder gekauft haben, aber die Zinsen beider Länder sind in den vergangenen Wochen stark gesunken. Und mit dem niedrigen Zins von nur einem Prozent bei der EZB, lässt sich damit sogar noch einmal richtig Geld sparen und auch verdienen (mehr hier). Vor allem mit Blick auf den zweiten Tender der EZB, der schon Ende Februar wieder neue Kredite in den Markt wirft.

Doch es zeigt sich, dass sich die europäischen Banken, allen voran Italien und Spanien, auch außerhalb des 3-jährigen Tenders Geld bei der EZB leihen und geliehen haben. Besonders in den vergangenen drei Monaten ist das Volumen der anderen Finanzierungsmöglichkeiten durch die EZB noch einmal stark angestiegen. Bei Spanien waren das über 160 Milliarden Euro im Januar und bei Italien sogar über 180 Milliarden Euro, dies geht aus einer Studie der Credit Suisse hervor.

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Kommentare

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  1. Vanessa_ sagt:

    „Aus diesem Grund versuchen privatwirtschaftliche Unternehmen mit Banklizenz wie etwa VW nun beim zweiten Tender der EZB Geld zu erhalten.“

    Nun ja, wozu braucht VW denn noch Kredite, wo VW doch seit Jahren Milliardengewinne einfährt? Das will/kann ich einfach nicht begreifen. Hier läuft ganz gewaltig irgend etwas schief. Ist aber sicher das Problem des Wirtschaftssystems ansich: Man muss nur mit der Bank „gut können“ (ab gewissem Einkommen spricht es für sich selbst), dann wird einem da ein Kredit zur Verfügung gestellt, der über Jahre!! aufrecht erhalten wird (die Bank will ja schließlich verdienen). Die Gewinne nehmen das Unternehmen und die Banken über Jahre mit und die Schulden bleiben bestehen.
    Ich schrieb es schon öfter: Diesem Betrugssystem muss endlich ein Ende gesetzt werden. Würden diese Unternehmen ihre Kredite in angemessener Frist zurückzahlen müssen, wäre es gar nicht möglich, innerhalb von wenigen Jahren so viele Millionäre und Milliardäre zu „produzieren“. Und so würde auch noch einigermaßen ein Kreislauf des Geldes erhalten werden. Dieser kommt nun so langsam zum Erliegen, was einzig und allein unserem Kreditwesen geschuldet ist.

    PS: Was ist eigentlich BWL/VWL??

  2. Silbermichel sagt:

    ich werde bald kündigen, Hartz4 beantragen und schwarz arbeiten gehen wenn ich sehe was hier abgeht. Da platzt mir der Hals.

  3. Knatterton sagt:

    Die EZB ist fleissig und emsig bemüht, das Geld der deutschen Steuerzahler in Richtung Süden zu verteilen.
    Sie gibt Geld an Banken aus, dass diese mit der „Bonität“ ihrer Staaten garantieren.
    Und falls diese Scheinsicherheit nicht ausreicht, dürfen die Banken auch noch eigene Schuldverschreibungen ausdrucken und als „Sicherheit“ einreichen.
    Diese Mafia-System funktioniert perfide:
    Die Banken kaufen mit dem gedruckten Geld der EZB Staatsanleihen und machen dabei einen grossen Reibach.
    Die EZB kann behaupten,keine direkte Staatsfinanzierung zu betreiben.
    Das System basiert auf der Ausbeutung Deutschlands zum Nutzen der Südländer, da die Zinsen für Staatsanleihen in D zu niedrig sind, um auf diesem trickreichen Weg den grossen Schnitt zu machen.
    Wann endlich wacht der deutsche Michel auf und lässt sich seinen in der Regel hart erarbeiteten Wohlstand nicht mehr von EU, Banken und korrupten Staaten enteignen?

  4. schlaumeister sagt:

    In diesem Stil gehts weiter. Das Geld wird wertloser und wertloser, dank dem
    Gelddrucken in Warpspeed. Zinsen werden von der EZB bald gar nicht mehr
    verlangt, vielleicht noch 0,1 % um den Schein zu wahren. Der Geldauswurf
    wird billionenweise erfolgen, um Staaten und Banken immer kurz vorm Kollaps
    zu retten. Letzte Käufer von Staatsanleihen werden Banken sein, die damit
    Kasse machen. Da wäre es billiger, dass sich jeder Pleitestaat seine Schulden
    selber wegdruckt und keine Zinsen zahlt sondern alle Schulden tilgt. Dieser
    Betrug wäre aber doch zu offensichtlich, also macht mans über Bande.