Italien: Geschäftsklima-Index bricht ein

Der Geschäftsklima-Index ist in Italien stark gefallen – der schlechteste Wert seit fast zweieinhalb Jahren. Die italienischen Unternehmen schlittern offenbar in die Krise. Der Autobauer Fiat erwägt bereits, zwei Werke in Italien zu schließen.

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Italien: Banken kauften Staatsanleihen für über 20 Milliarden Euro

Italien steckt inmitten einer Rezession und auch die Aussichten für die nächsten Monate sind nicht gut. Die italienische Wirtschaft ist stark angegriffen. Trotzdem die italienischen Banken die meisten Kredite beim EZB-Tender abgerufen haben (hier), kommt nichts in der Privatwirtschaft an (selbst die italienische Zentralbank warnte vor einer Kreditklemme – hier). Vielmehr kauften die italienischen Banken allein im vergangenen Monat Staatsanleihen von mehr als 20 Milliarden Euro (hier).

Diese Umstände, mit denen sich die italienischen Unternehmen konfrontiert sehen, trüben die Geschäftsaussichten. Der Geschäftsklima-Index sank im Februar auf ein 27-Monats-Tief. Wie das italienische Statistikbüro am Montag mitteilte, sank der Index von 92,1 Zählern nun auf 91,5 Zähler. Experten rechneten hingegen mit einer leichten Steigerung des Geschäftsklimas auf 92,3 Zähler. Ab einem Indexstand von unter 100 überwiegen unter den Befragten die Pessimisten gegenüber den Optimisten.

Seit ein paar Tagen überlegt auch Italiens größter Autohersteller Fiat, zwei der fünf italienischen Werke zu schließen. Das Unternehmen fürchtet in Italien nicht wettbewerbsfähig produzieren zu können, um Automobile in die USA zu exportieren. Erst Ende vergangenen Jahres schloss das Unternehmen bereits ein Werk auf Sizilien.

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Kommentare

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  1. Sakrihittn sagt:

    Neue Steuern einführen und die schon niedrigsten Löhne Europas unten halten. Gleiches System wie in Griechenland..Todsparen!!!! Anstatt das Geld von den Millionären und Reichen zu holen!

  2. Adept sagt:

    Das Geld geht an die bankrotten Staaten via Bondaufkauf, schnelles Geld für die Banken: mit 1% von der EZB geliehen und mit 200% Aufschlag an die Staaten weiterverleihen: Kein Risiko für die Banken.
    Allerdings darf der Steuerzahler diesen Wahnsinn mit immer noch höheren Steuern im wahrsten Sinne des Wortes abarbeiten.