Keine Reformen: Weltbank warnt vor China-Crash

In einem aktuellen Bericht warnt die Weltbank Chinas Regierung vor einer Wirtschaftskrise und mahnt zu umfangreichen Reformen. Die wirtschaftliche Situation chinesischer Unternehmen sei äußerst beunruhigend – China müsse eine echte Marktwirtschaft werden, so die Weltbank.

Aktuell
EZB-Kredite: Regierungen bekommen leichter Geld als die Wirtschaft

Am Montag veröffentlichte die Weltbank den Bericht „China 2030“. In diesem ruft die Weltbank Chinas Regierung zu dringend notwendigen Reformen auf. “Die Argumente für Reformen sind zwingend, weil China einen Wendepunkt in seiner Entwicklung erreicht hat“, sagte der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, bei einer Konferenz zu dem aktuellen Bericht. Chinas Regierung wisse, dass das derzeitige Wachstumsmodell nicht nachhaltig ist.

Wenn die chinesische Regierung nicht maßgebliche Reformen auf den Weg bringe, würde das Land innerhalb der nächsten 20 Jahre eine Wirtschaftskrise erleiden. Der Übergang zu einer Marktwirtschaft müsse vollendet werden: Arbeitsreformen und Reformen im Finanzsektor, die Stärkung der Privatwirtschaft, die Öffnung der Märkte für mehr Wettbewerb, besserer Urheberrechtsschutz, mehr Umweltschutz und das Vorantreiben von Chancengleichheit seien unerlässliche Veränderungen, die die Regierung in Angriff nehmen müsse.

Bei der Entwicklung neuer Wachstumsstrategien seien auch die alternde Gesellschaft und der damit verbundene Rückgang der Erwerbstätigen eine große Herausforderung. China habe die Möglichkeit, „die Falle der mittleren Einkommen zu vermeiden, integratives Wachstum ohne weiteres Eindringen in die Umwelt zu fördern und auch weiterhin Fortschritte auf dem Weg zu einem verantwortungsbewussten Akteur in der internationalen Wirtschaft zu machen”, ergänzte Robert Zoellick.

Der 486-seitige Bericht ist nichts, was die chinesische Regierung nicht wüsste – auch der IWF warnte vor einem Crash. Aber noch immer warten die chinesischen Unternehmen beispielsweise auf einen besseren Zugang zu Krediten und ein Einlenken bei den wachstumsdämpfenden Maßnahmen. Diese waren angesichts steigender Inflation und des Risikos einer platzenden Immobilienblase eingeführt worden. Doch nicht nur das Wirtschaftswachstum ist von großer Wichtigkeit – auch die hohe Verschuldung regionaler Regierungen (die Regierung plant hierfür bereits einen Bailout) erhöht die Wahrscheinlichkeit einer sich langsam anbahnenden Krise.

Mehr zum Thema
Trotz Krise: Rüstungsindustrie in der EU macht Milliardenumsätze
Bulgarien: Erstmals wird China-Auto in Europa produziert
China löst Indien als weltweit größter Markt für Gold ab

Kommentare

Dieser Artikel hat 39 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

  1. fishman sagt:

    tolle Kommentare , tolle Leserschaft. Danke für Ihre Berichterstattung.

    Ja, man will die Chinesen in die Falle locken. Da steht vorne an die freie Konvertierbarkeit ihrer Währung. Auf einen Schlag wären die amerikanischen Währungsreserven vielleicht 30-40% gegenüber dem Yuan abgewertet. Die Japaner tappten seinerzeit in selbige. Wo in der westlichen Welt heute einige wenige über Wohl und Wehe entscheiden, sind es in CN hunderte intelligente gut ausgebildete Fachleute,die über jedes Thema in ihren Kreisen etwas zu sagen haben . Die Auswertungen werden wohl abgewogen. Das sind die Grundlagen von Entscheidungen , die wir in unserer korrupten und verdummten Politkerschaft so dringend benötigen. Respekt! Jedes Einreden ist eine dummdreiste Einmischung in die Klugheit dieser aufstrebenden Macht.

  2. Johannes Löw sagt:

    Also, China hat derzeit tatsächlich ein wirtschaftliches Problem, mähmlich dass es die in Jahrzehnten aufgebauten immensen US-Staatsanleihen nicht mehr los wird, wodurch das wirtschaftliche Fiasko der USA sich direkt auf China negativ auswirkt. Sie haben ihren internationalen Handedl sozusagen auf sandigen Boden gebaut.
    DAnn kommen von der Weltbank nun Vorschläge, die Cinesen sollten genau die Fehler machen, welche bisher noch jede Nationalökonomie in den Ruin getrieben haben.
    HarrHarr – für wie blöd halten die die Leute eigentlich?

  3. Gebildeter Deutscher sagt:

    Ja Ja Ja… die Weltbank…

    wo sitzt die gleich noch?….. USA?

    phaa….die sollen mal schön den Mund halten

  4. Mirko Magull sagt:

    Sicher der IWF warnt China vor einem Crash,Wem nutzt denn die Öffnung Chinas?
    doch nur der sogenannten Finanzindustrie,die nur .Monopoligeld was sie aus dem nichts erzeugen und den Staaten zum Fraß natürlich gegen einen kleinen Zins vorwerfen.Wir sehen ja wohin diese Kredite von wohlgemerkt und ausdrüklich Privatbankster an Staaten hinführen siehe nur klein Griechenland.

  5. Margrit Steer sagt:

    Ich habe es doch schon mal gesagt, es wird nach diesem Muster ablaufen:

    Wenn die Börsenkurse fallen,
    regt sich Kummer fast bei allen,
    aber manche blühen auf:
    Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

    Keck verhökern diese Knaben,
    Dinge, die sie gar nicht haben,
    treten selbst den Absturz los,
    den sie brauchen – echt famos!

    Leichter noch bei solchen Taten
    tun sie sich mit Derivaten:
    Wenn Papier den Wert frisiert,
    wird die Wirkung potenziert.

    Wenn in Folge Banken krachen,
    haben Sparer nichts zu lachen,
    und die Hypothek aufs Haus
    heißt, Bewohner müssen raus.

    Trifft’s hingegen große Banken,
    kommt die ganze Welt ins Wanken –
    auch die Spekulantenbrut
    zittert jetzt um Hab und Gut!

    Soll man das System gefährden?
    Da muss eingeschritten werden:
    Der Gewinn, der bleibt privat,
    die Verluste kauft der Staat.

    Dazu braucht der Staat Kredite,
    und das bringt erneut Profite,
    hat man doch in jenem Land
    die Regierung in der Hand.

    Für die Zechen dieser Frechen
    hat der Kleine Mann zu blechen
    und – das ist das Feine ja –
    nicht nur in Amerika!

    Und wenn Kurse wieder steigen,
    fängt von vorne an der Reigen –
    ist halt Umverteilung pur,
    stets in eine Richtung nur.

    Aber sollten sich die Massen
    das mal nimmer bieten lassen,
    ist der Ausweg längst bedacht:
    Dann wird ein bisschen Krieg gemacht.

    Kurt Tucholsky, 1930, veröffentlicht in “Die Weltbühne”

  6. Margrit Steer sagt:

    Also wenn China zusammenbricht, das macht doch nun gar nichts.
    Die Chinesen sind ein ehemaliges Freundes-Volk der ehemaligen DDR, da wird Merkel dann schon helfen und ganz schnell einen neuen chinesischen Rettungsschirm spannen.
    Was mischt sich denn die Weltbank überhaupt in andere Länder ein?
    Mir werden die Institutionen, die mittlerweile die Welt beherrschen, ein bißchen zu viel.
    Institutionen, die sich nach dem WK II installiert haben und mMn ein bißchen sehr aus dem Ruder laufen

  7. Rainer Golla sagt:

    Aber sicher doch, das überaus erfolgreiche Wirtschaftsmodell “Vereinigte Staaten von Amerika” und “Vereinigte Staaten von Europa” muss auch hier in Asien etabliert werden.
    Ein Traum könnte wahr werden, die “Vereinigten Staaten von Asien” mit einer hochstabilen Gemeinschaftswährung, dem “Asian”. Und, einer für alle bindenden Verfassung, dem “Bangkok – Vertrag”. Sitz der AUdSSR wird höchstwahrscheinlich
    Ulaanbaatar in dem Bundesland Mongolei.
    Die Asiaten sind jetzt schon vor Freude restlos aus dem Häuschen.