Portugal: „Wir werden nicht nach weiterem Geld fragen“

Portugal hat von der Troika die Zusage für die Auszahlung der nächsten Tranche erhalten. Der Finanzminister Portugals begründete die Entscheidung damit, dass sein Land die Bedingungen erfüllt hätte. Zuversichtlich betonte er, „wir werden nicht nach mehr Zeit oder Geld fragen“. Irland erhielt die Bestätigung bereits am Montag.

Die Troika hat Portugal nach der jüngsten Prüfung der Fortschritte hinsichtlich der Umsetzung des Reformprogramms die nächste Tranche zugesichert. Man habe dem Land bescheinigt, dass es sich „auf einem guten Weg“ befinde, so der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar. „Wir werden nicht nach mehr Zeit oder Geld fragen“, fügte Vitor Gaspar hinzu. „Es wird von Seiten der Regierung kein Signal kommen außer dem Erreichen der Reformziele“.

14,6 Milliarden Euro erhält Portugal nun in den kommenden Monaten – insgesamt hatte das Rettungspaket einen Umfang von 78 Milliarden Euro. Dennoch sehen die Aussichten für Portugals Wirtschaft derzeit nicht gut aus. Die Regierung rechnet nun sogar mit einem Rückgang des Wachstums um 3,3 Prozent.

Mit der nächsten Tranche erhält Portugal eine kleine Verschnaufpause. „Portugal ist ganz klar der nächste auf der „Hit-Liste“ des Marktes“, so Richard Driver von Caxton FX. Indes wird die Forderung nach einem Schuldenschnitt immer lauter (hier). Manche Experten rechnen sogar damit, dass es Pläne gibt, Portugal zum Austritt aus dem Euro zu bewegen (hier). Die Situation des Landes bleibt weiter kritisch – die Tranche kauft mehr Zeit. Zumal sich am Beispiel Griechenland gezeigt hat, dass die Annahmen der Troika nicht immer auf fundierten Zahlen beruhen (hier).

Unterdessen erhielt Irland am Montag die Zustimmung des IWF für die letzte Tranche in Höhe von 3,2 Milliarden Euro. Auf Irland wird gern als Musterknabe für das Funktionieren des Rettungsschirms verwiesen. Doch auch hier zeigt die wirtschaftliche Situation des Landes ein ganz anderes Bild (mehr hier).

Kommentare

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  1. N_K sagt:

    „Portugal: „Wir werden nicht nach weiterem Geld fragen““

    Warum auch?
    Schäuble hat doch den Geldtransport nach P. ja bereits vor (leider nicht ausgeschalteten) Mikrofonen versprochen. (Deshalb bitte jetzt immer nur nach Vorwarnung und Sondergenehmigung filmen und Mikro einschalten.)

  2. Karin Jürgens sagt:

    Vollkommen richtig, was in der Überschrift ausgesagt wird. Sie werden nicht fragen, denn sie haben schon gefragt.

  3. Korsar sagt:

    Schäuble hat doch, dummerweise vor laufender Kamera, Hilfe beim Nächsten Bailout zugesagt.

    Was sagt der Mann jetzt für einen Unsinn? Muss die Wahrheit oder besser müssen die Wahrheiten, treppabwärts, nun von Treppenstufe zu Treppenstufe, diesen Leuten, regelrecht aus der nase gezogen werden?

    Wer den Beitritt Portugals zum EURO kennt, der kommt nicht umhin zu sagen: „das ist ja beinahe wie bei Griechenland“.

  4. Siggi sagt:

    Ist doch seltsam, alle verpulverten das Geld der Steuerzahler – voran Deutschland. Alle sind defacto Pleite und finanzieren ihre Bankrottverschiebungserklärung mit immer neuen Schulden in die folgenden Monate. Nun stellt sich die Frage, wer hat so fleißig gearbeitet um die Milliarden als Kredite geben zu können. Natürlich keiner, es wird gedruckt. Wertloses buntes Papier was Geld genannt wird. Auf dem Euro steht nicht einmal Banknote drauf! Mit diesen Schnippsel hat man die staatl. Option (sofern man in einem völkerrechtlich anerkannten Staat lebt bzw. es geduldet ist), sich dafür was kaufen zu dürfen. Der Trick dieser Gutmenschen, sie tauschen billiges Papier gegen schwer erarbeitete und noch zu erarbeitende Steuergelder und versklaven somit auf die ganz Elegante ganze Völker. Rettungspakete sind für sie Weihnachtsbraten und die Volksvertreter die gehorsamen Köche. Kleingeistiger kann man diesen Schwindel nicht mehr verkaufen. Erst schmeißen sie das Geld sinnlos und ohne ökonomischen Verstand zum Fenster raus und dann wollen ausgerechnet diese Herrschaften alles retten.
    Das Vermögen der Rothschilds wird auf über 500 Billionen Dollar geschätzt, dass soll die Hälfte des Weltvermögens sein. Ich kann nur sagen: Hut ab vor diesem Fleiß!

  5. Julia sagt:

    Natuerlich werden die Portugiesen wieder um Geld fragen muessen. In Portugal sind die Menschen auf der Strasse, es gibt kein Loch mehr, wo man noch kuerzen koennte. Die Tranche hilft noch einmal fuer einige Zeit und dann ist es dort auch aus.
    Und Wirtschaft? Ein Fremdwort dort, es gibt keine mehr.

    Aber nicht vergessen, die Portugiesen sind ein fleissiges, friedliebendes Volk. Sie sind faehig viel Leid auf sich zu nehmen. Das sie jetzt demonstrieren sagt alles.

    Die Troika ist ein Schandhaufen, man will ein wenig die Maerkte beruhigen, nichts anderes.

    • powerfluid sagt:

      Man hat eben im Herbst 2008 versäumt, „den Märkten“ gewaltig in den Hintern zu treten………!!!!!!!
      Denn was Hänschen nicht lernt……………kann man Hans nicht mehr beibringen!!!!!

    • Korsar sagt:

      Julia, so ist es. In Portugal, gab es aber auch schon früher kaum Wirtschaft, in unserem Sinne, mit Industrie, Handel und Handwerk. Ebenso in Griechenland. Nur, weil die Griechen mit dem Geld, Anderer, jonglierten, bildet das noch keine Wirtschaft. 11 Millionen Menschen können nicht das erzielen, was noch in der alten BRD 60 Millionen erzielten. Und, wer gestern Schatzimakakis, bei Maischberger, gesehen hat und unser Eichel, Hansi, dem wir, nach meiner Meinung, das alles mit zu verdanken haben, der glaubte schlecht zu hören, das „Schatzi“ der Meinung war, das ja auch die Deutschen von Europa Geld erhalten. Nicht gesagt hat er, das wir auch mit am meisten einzahlen. Dies schon immer. Und, vor der Wiederverinigung, kräftig Drachme, und Lire aufkauften um die Kurse zu stützen.

  6. Ille1975 sagt:

    Stimmt sogar, ist sicher nicht gelogen. Euch wird es ja von Herrn Schäuble hinterher geworfen.

  7. Observer sagt:

    Und auf was war die Antwort von Schäuble an genau diesen Menschen beim letzten Gipfel?
    Die Szene die heimlich gefilmt wurde, ist doch nicht zu leugnen, oder? Natürlich alles getürkt wird aus dem Politbüro sicher gemeldet werden!

    • Raus aus Deutschland sagt:

      Observer,

      wäre nicht schlecht wenn Du auch den Link gebracht hättest.

      Denk immer dran, wenn Du so gegen Profis bzw. Eliten arbeitest wirst Du IMMER der Verlierer sein weil diese Leute dann einfach besser sind wie Du.

      Dann schreist Du und klagst, wie hart das Leben für Dich ist.

      Hier der Link zum Video:
      http://www.youtube.com/watch?v=AwlXR5FfQTY

      • Observer sagt:

        Das Leben ist für mich nicht hart, weil ich bereits vor Jahren das einzig Richtige gemacht habe und betrachte mir dieses Schauspiel aus sicherer Entfernung als relativ Unbeteiligter!
        Dieser Abstand öffnet einem noch mehr die Augen, als wenn man sich ständig vor dem Dauerfeuer der Politbüro Propaganda schützen muss!

        Mal sehen, wieviel selbst denkende Menschen langfristig noch in dieser Diktatur leben werden.