Pimco-Chef: „Griechenland ist Bauernopfer für Euro-Rettung“

Das zweite Rettungspaket für Griechenland werde genauso scheitern wie das erste. Griechenland ist nicht zu halten. Aber das Land wird von den Euroländern so lange gehalten, bis die Schlagkraft so groß ist, dass eine Ansteckung auf andere Länder verhindert werden kann, so PIMCO-Chef El-Erian.

Aktuell:
Credit Suisse erwartet Griechen-Pleite am 9. März

„In Griechenland unterstützen wir das Unhaltbare“, erklärt Pimco-Chef Mohamed El-Erian. Dies geschehe auf Kosten des griechischen Volkes, das enormen Sparmaßnahmen ausgesetzt werde, ohne ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Doch die größere Schlacht werde El-Erian zufolge woanders geschlagen. „Griechenland wurde geopfert“, sagt er in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC.

Der Grund für das Bauern-Opfer Griechenland sei der Wille, den Zusammenbruch der Währung zu verhindern. „Deshalb wird dieses Paket genau wie das vorherige Paket scheitern.“ Um jeden Preis wolle man eine Ansteckung verhindern. Besonders Portugal rückt El-Erian in diesem Zusammenhang ins Licht. „Ich denke, es wird zwischen Griechenland und Portugal eine Grenze gezogen werden, wenn man sich sicher ist, dass die Firewall groß genug ist.“ Sobald also genug Schlagkraft da ist, werde Griechenland (das mit nahezu unerfüllbaren Reformen konfrontiert ist – hier) fallen gelassen.

Aber in Zukunft müsse sich die EU fragen, so El-Erian, ob sie die sozialen Strukturen in ihrem jetzigen Umfang aufrechterhalten kann – schließlich müssen sie finanziert werden. Schweden sei ein Beispiel, dass es aber durchaus funktionieren kann. Hier sehe man, dass man „steuerliche und finanzielle Solidarität mit Wachstum und einem sozialen System, das gute Sicherheitsnetzwerke bietet, kombinieren kann“, erläutert El-Erian. Europa müsse die Sparmaßnahmen, die die Defizite erzwingen, mit Wachstum ausgleichen. „Wenn dies nicht der Fall ist, werden wir darüber jahrelang reden.“

Mehr zum Thema:
Schäffler: Bundesregierung bereitet sich auf Griechenland-Austritt vor
Griechenland-Schuldenschnitt: EZB zu langsam für die Ratingagenturen
Portugal: „Wir werden nicht nach weiterem Geld fragen“

Kommentare

Dieser Artikel hat 19 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Michele sagt:

    PIMCO ist ein globaler Anbieter von Investmentlösungen.

    Das sind genau die Unternehmen, die Oma seit einiger Zeit nicht mehr leiden kann…
    Das warum ist klar! – Weil ihre Kleinzinsen für ihren Notgroschen unterhalb der Inflationsrate liegen.

    • Michele sagt:

      Wenn sich einige am Kuchen sehr reich bedienen, bleibt für die anderen so gut wie nichts übrig.

  2. Eismann2012 sagt:

    In Schweden ist allerdings auch nicht alles Gold was glänzt:

    http://www.welt.de/print-welt/article93002/Skandinavischer_Schwindel.html