Citigroup: Portugal braucht Schuldenschnitt über 50 Prozent

Trotz der Zusage über die nächste Tranche des Bailoutprogrammes, wird Portugal einen Schuldenschnitt von 50 Prozent benötigen. Vor allem die Staatsunternehmen bereiten Analysten Sorgen.

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Portugal hat es bisher nicht geschafft, seine Staatsfinanzen nachhaltiger aufzustellen. Analysten der Citibankgroup gehen davon aus, dass Portugal einen Schuldenschnitt von 50 Prozent braucht, um sich weiterhin finanzieren zu können.

Die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds sieht dies offenbar anders. Sie hat die nächste Tranche an Hilfsgeldern für Portugal bereits genehmigt (mehr hier).

Die Citigroup hatte bereits früher einen Schuldenschnitt von 35 Prozent für nötig gehalten. Der Schuldenschnitt würde demnach im nächsten Jahr fällig werden.

Auf wie viel ihrer Forderungen die Investoren verzichten werden müssen, ist den Analysten zufolge von der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Portugal und dem Refinanzierungsbedarf abhängig. Es komme darauf an, wie hoch Zinsen für Staatsschulden ausfallen und wie viel neue Staatsschulden aufgenommen werden müssen, heißt es in einem Bericht der Citigroup.

Sie rechnet mit einem zusätzlichen Finanzierungsbedarf Portugals von 25 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014. Im Folgejahr soll Portugal 65 Milliarden Euro zusätzlich benötigen.

Anders als in Griechenland sei es in Portugal zwar kein Problem, Sparmaßnahmen umzusetzen, doch es bleiben weitere Risiken. Die Analysen befürchten, die staatlichen Unternehmen könnten größere Schulden verursachen als bisher angenommen. Auch der Verkauf von Unternehmensanteilen könnte weniger Ertrag bringen als erwartet.

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Kommentare

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  1. Grauber sagt:

    Goldman, JP Morgan, Citygroup …

    Seht in die USA, wer dort Kasse macht und 42 Millionen US-Bürger zu Empfängern von Lebensmittelmarken macht.

    Diese Geschichte läuft INTERNATIONAL ab – das sollte uns zu denken geben –