EU-Agrarförderung: Deutschland zahlt, Frankreich kassiert

Deutschland profitiert nicht von der Förderung der Landwirtschaft innerhalb der EU. Es entstehen zwar erheblich Mehrkosten aber keine zusätzlichen Arbeitsplätze oder Vorteile für die Umwelt. Auch besonders bedürftige EU-Staaten bekommen unverhältnismäßig wenig aus den Fördertöpfen.

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Deutschland ist der größte Verlierer der Agrarförderung in der Europäischen Union. Von 2007 bis 2013 wird Deutschland insgesamt über 25 Milliarden Euro mehr für die Förderung der Landwirtschaft einzahlen, als es ausbezahlt bekommt. Dies geht aus einem Bericht des unabhängigen Think Tank Open Europe hervor.

Der Bericht zeigt, dass die Förderung nicht die vorgesehenen Ziele erfüllt. Eigentlich sollte die Subvention die natürliche Vielfalt, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte und Arbeitsplätze fördern. Dies ist aber nur bedingt der Fall.

Weil die Förderung zu wenig differenziert verteilt wird, kommt das Geld nur beschränkt dort an, wo es am meisten ausrichten könnte. So erhält Lettland pro Hektar landwirtschaftlicher Fläche am wenigsten aus dem Etat für die ländliche Entwicklung. Und das obwohl das durchschnittliche Einkommen eines lettischen Bauern bei nur 35 Prozent des EU-Durchschnitts liegt. Reichere Länder wie Frankreich hingegen erhält überdurchschnittlich viel aus diesem Topf.

Deshalb fordert Open Europe, die Unterstützung für die ländliche Entwicklung nur für die ärmsten europäischen Länder zugänglich zu machen.

Eine Studie über landwirtschaftliche Betriebe in Ostdeutschland aus dem Jahr 2010 zeigt außerdem, die Subventionen wirken sich nicht unbedingt positiv auf die Zahl der Arbeitsplätze aus. Sie bremsen sogar eher die Modernisierung der Betriebe.

Derzeit zahlen Konsumenten und Steuerzahler für die Agrarsubventionen und Zölle in der EU fast 87 Milliarden Euro. Würden diese Mittel in anderen Bereichen der Wirtschaft eingesetzt, könnten sie die Wirtschaftsleistung der EU um 1,1 Prozent steigern, glaubt Open Europe.

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Kommentare

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  1. Erneuerkämpfer sagt:

    Der schnellerrichtete Eurokomplex hat nicht nur Risse, sondern es klaffen schon die Fugen und die Fassade hat unansehnliche Löcher. Die hochbezahlten Eurobauleiter kämpfen gleichzeitig mit dem Verfall wie sie den gelobten Eurosegen in „ihr“ Europa ausschütten. Sie schaffen es nicht mit den Milliarden so umzugehen wie es klug wäre und sinnvoll. Ihnen klebt eine lähmende Unfähigkeit an. Sie bauen vor ihren Augen während hinter ihnen das Erbaute wieder einstürzt. Das kann nur einem eigensinnigen Hochmut entspringen. Natürlich, da alles so neu ist müssen sie weiter behaupten, daß es möglich ist und sich lohnt durch diese schmerzhafte Zeit zu gehen, denn es komme ja noch gut. Aber der Landwirt kann das Luftschloß nicht sehen für das er da leiden soll. Es sind nur Worte die morgen wieder durch andere ersetzt werden können, denn man habe es ja so nicht vorhersehen können. Möge es meinetwegen so weitergehen und noch schlimmer kommen. Solange, bis das gequälte Volk erneut aufsteht und sich dieser Staatsbedienenden, der Helfershelfer und gleich des ganzen maroden politischen Systems entledigen wird.

  2. Staatsbanktott sagt:

    Der Vorteil an dieser Krise ist, man hat sehr viel gelernt. In Zukunft wird es bei uns kein Papiergeld mehr geben, kein Telefonanschluss, kein Stromanschluss, kein TV Anschluss, auf dem Dach befinden sich Solarpanels. Der Garten wird bewirtschaftet und Tiere werden gehalten. Das ist der erste Schritt zurück zur Normalität und der Austritt aus dem System. Merkel und Crew können dann retten wie sie lustig sind.

  3. Anonymus sagt:

    Wäre die Lösung des Problems nicht ?

    – nur noch eine einzige Währung auf der gesamten Erde zu haben !!????

    Dabei wäre es doch vollkommen Wurscht wie diese auch heißt !

    Es würde bestimmt viele der jetzigen Probleme erledigen!

    Eventuell ist dies ja auch das Ziel ?

    Wei alle bis auf ein paar wenige sind so derart verschuldet daß eine Rückführung vollkommen ausgeschlossen ist.

    Deshalb soll auch immer das Wachstum gesucht werden – um bestehende Schulden ganz prima mit neuen Schulden zu tilgen ohne daß es dabei jemanden auffällt.

    Nur der Geldverleiher immer reicher dabei wird ganz automatisch.

    Nun und wenn ihm das Geld aus den ohren quillt dann ist eines ganz sicher – er wird es nicht mitnhemen können – das allerletzte Hemd hat keine Taschen mehr.

    Die Erben werden dann dafür Sorge tragen, daß dieses Geld das schon aus den Ohren herausläuft wieder in den Kreislauf zurückkehrt !

    Das war schon immer so und wird auch so bleiben, es kommt immer ein Nachfahre zur Welt der in Saus und Braus das Geld zum Fenster hinauswirft eines Tages ist der einfach da!

    Und wen ? juckt das dann ???? niemanden ! es sind eh und jehr nur bedruckte bunte Papierfetzen eigentlich ohne jeglichen lebenserhaltenden Wert !

    Es wird die zeit noch kommen, da muß sich die Menschheit zwangsweise darauf besinnen, daß Nahrungsmittel sei es zum Tausch oder zum Essen einen viel höheren Wert darstellen als bunte Papierfetzen – und das war noch nicht lange her keine 60 Jahre !!!!

  4. Brainsworld sagt:

    Frankreich will Agrarwirtschaft noch besser schützen

    http://www.agrarheute.com/volatilitaetsbekaempfung

    „“Französische Landwirte haben nicht tausend Jahre Feudalherrschaft abgeschüttelt, um sich dem Diktat der Märkte zu unterwerfen““

    „Agrarbudget mindestens in heutiger Höhe gefordert
    Sarkozy unterstrich, dass die französischen Agrarexporte ein äußerst wichtiger Faktor für die gesamte Wirtschaft des Landes seien. Daher weigere er sich, die französische Landwirtschaftspolitik im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) sowie bei den Verhandlungen mit der WTO oder dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur aufzugeben. Das Budget für die künftige GAP müsse mindestens das derzeitige Niveau haben.“

    Aber anscheinend nehmen Frankreichs Landwirte gerne die größten Steuerzahlungen für sich in Anspruch, man hat ja nicht umsonst darum gekämpft die Feudalherrschaft abzuschütteln *hust* 😉

  5. bauer sagt:

    @ Werner

    Lieber Herr Werner,

    Jede zugelassene, beworbene, medienverhätschelte „Opposition“ ist Teil des Systems.
    JEDE !
    Egal ob sie sich PDS, ATTAC, PIRATEN, OCCUPIE, TEAPARTY oder wie auch immer nennt.
    Dampfkesselfunktion bei gleichzeitiger Lenkung und Beobachtung durch die Herrschenden.
    Im übrigen gibt es diese Partei schon lange. Nur, man liest ihr Programm nicht, da sie und alle, die sich tapfer für sie einsetzen, verfemt ist.

    Gelassene Heiterkeit und beharrliche Vorbereitung auf das Unvermeidliche. Actionfilme und Abenteuerurlaub waren gestern. Das Morgen wird alles toppen …

  6. Werner sagt:

    € 87 Milliarden zahlen wir für die EU-Agrarsubventionen alleine „im Laden“ .
    Ein weiterer Grund die EU alternativlos abzuschaffen !

    mfg. Werner

    • Hulu sagt:

      Die EU Subventionen sind wirklich ein Dorn im Auge.
      Ich weiß jetzt nicht, wie viel die Agrar Subventionen im EU Haushalt ausmachen, aber es ist der größte Posten.
      Dazu noch Export Subventionen, damit wir unseren Überschuss in die Entwicklungsländer abladen können. Der Höhepunkt ist ja noch, dass wir unsere Märkte dann schützen, durch hohe Einfuhrzölle.
      Landwirtschaft ist extrem wichtigh, keine Frage, sie sichert die Ernährung der Bevölkerung. Aber schauen wir unsere Landwirtschaft doch heute einmal an? Es geht nur noch um Produzieren, mehr Erträge und mehr Profit. Die Tiere und die Natur leiden darunter und am Ende alle wir selbst, weil wir diesen chemischen Fraß essen sollen.
      Gott, ich werde zu Kreuze kriechen, wenn diese EU endlich Geschichte sein wird…